Tänzerische Wassermusik

Wassermusik Nr. 55

Das dreiteilige Klavierwerk Water Dance von Karen Tanaka ist im Jahr 2008 entstanden und wurde 2011 durch die Widmungsträgerin Signe Bakke in Bergen uraufgeführt. Die Aufnahmen hier entstanden allerdings bereits früher in der Sofienberg Kirche in Oslo.

Beim Verlag ist zu dieser Komposition folgendes zu erfahren:

The title, Water Dance, suggests cool, transparent water flowing freely. The work is a joyful dance with pleasant feelings of a pulse, where the water occasionally whispers to us through its shimmering play with light. The music presents a rich, flickering and changing texture: just as the water flows constantly and never the same phase.


Water Dance
Karen Tanaka

I. Very lightly with flow

Signe Bakke • Klavier 

II. Very softly with shimmering light

Signe Bakke • Klavier 

III. Very lightly, like a harp

Signe Bakke • Klavier 

Die Gesamtübersicht der bisherigen wassermusikalischen Beiträge und der darin vorkommenden Werke gibt es hier:
♫ Wassermusik ♫


Titelbild © Random Randomsen

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4 Gedanken zu “Tänzerische Wassermusik

  1. Stefan Kraus sagt:

    Hier gibt es nicht viel zu sagen oder zu analysieren: Augen zu, und sich auf den Klängen des Wassers genussvoll leicht treiben lassen. Aber sowas von wundervoll.

    Wieder eine Komponistin, die ich bislang nicht kannte. Besonders lieben Dank für’s Vorstellen (den Grund hänge ich als P.S. an).

    Einen wunderschönen Sonntag wünsche ich dir. Ganz herzliche Grüße! 🙂

    (Mein P.S. an dich ist etwas länger:
    Diese wunderbare Wassermusik hat mich sehr überrascht. Nicht nur, dass sie mir von den ersten Tönen an sympathisch war, sondern weil sie mit einem Winkel meines Innern verwandt ist. Normalerweise vermeide ich bei Musiken Vergleiche mit meiner eigenen Musik. Hier tue ich es ausnahmsweise doch mal. „Water Dance“ erscheint mir wie ein Geschwister meiner eigenen einzigen Wassermusik „Creek in the morning light“ [https://youtu.be/1Pi3DivW91g]. Und das lässt sich erklären. Die verwendeten Skalen, die Art ihres Gebrauchs, die Textur (vor allem in I; das Fließen in der mittleren Lage, einzelne Töne darüber und darunter wie Licht- und Schatten im und auf dem Wasser, usw. …) – das ist ein gleicher musikalischer Blick auf fließendes Wasser wie ich ihn ausdrückte. Es geht noch weiter: Karen Tanaka ist Japanerin, und das zeigt sich in dieser Musik, in ihren Skalen, und wie sie diese verwendet. Warum zeigt sich das auch in meinem Stück? Mein damaliger Professor für Dirigieren und Komposition Alte Stile, Hans Joachim Kauffmann, hat als Chefdirigent des Sinfonieorchesters Kyoto und als Dozent einige Jahre in Japan gelebt. Er hat es bei keiner Gelegenheit versäumt, uns Studenten etwas Wissen über den japanischen Geist zu vermitteln. Offenbar habe ich dabei etwas verinnerlicht, denn für eine Komposition habe ich damals drei Modi entwickelt, und Kauffmann erklärte mir daraufhin, dass meine Skalen mit japanischen Modi verwandt seien (was keine bewusste Absicht war). Diese Skalen habe ich vor 2 Monaten in „Creek in the morning light“ wiederverwendet, und offenbar hat ihr Geist in dem Stück eine Textur inspiriert, die ebenfalls ein wenig japanischen Geist atmet. Und nun hier diese Verwandtschaft mit Tanakas wunderbarer Wassermusik zu entdecken, ließ meinen Frühstückskaffee kalt werden.
    Sorry für’s Zutexten. Aber dein Beitrag hat mich freudig aufgeregt wie ein Kind beim Entdecken eines Kois im Weiher.)

    Gefällt 2 Personen

    1. Random Randomsen sagt:

      Hab‘ ganz herzlichen Dank für deinen schönen und spannenden Kommentar. 🙂
      Wenn die Musik so faszinierend ist, dass darob der Morgenkaffee kalt wird, ist das eindeutig besser, als wenn die Musik „kalter Kaffee“ wäre. 😉
      Das ist freilich schon eine Sternstunde, wenn man einem musikalischen Geschwister des eigenen „Kindes“ begegnet. Ich finde das auch deshalb spannend, weil es meines Erachtens etwas Wesentliches über die Wirkung von Lehren und Lernen zeigt. Man kann rein theoretisches Wissen vermitteln, dass dann einfach als solches gespeichert und bei Bedarf abgerufen wird (was zweifellos manchmal auch seinen Nutzen hat). Etwas anderes aber ist es, wenn jemand darüber hinaus gelebte Erfahrung vermitteln kann, die von Studenten so verinnerlicht wird, dass sie sozusagen organisch wirksam wird. Oder anders gesagt, dass man auf ernstzunehmende Weise damit spielen kann. 🙂 Man kann ja auch japanische Skalen in europäischem Geist verwenden, was sicher auch zu interessanten Ergebnissen führen kann. Aber wenn sich eine echte geistige Verwandtschaft ergibt, ist das eine ganz andere Dimension.
      Deine freudige Erregungk kann ich gut nachvollziehen, und ich freue mich mit. 🙂
      Mit klangvollen Grüßen zum zauberhaften Sonntag 🐻

      Gefällt 2 Personen

      1. Stefan Kraus sagt:

        Du hast absolut Recht. Gute Lehrer, die BeGEISTerung vermitteln, sind wesentlich. Und solche hatte wohl auch Karen Tanaka, wenn ich ihre Biografie lese. Dass ihre Musik umgekehrt gänzlich ohne westlichen Einfluss sei, lässt sich wohl kaum sagen. Der unmittelbare Zugang zu „Water Dance“ wäre m.E. anders nicht denkbar.
        Ganz lieben Dank für deine begeisternde Antwort, und begeisterte Grüße an dich! 🙂

        Gefällt 2 Personen

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