Nachtmusik • Morpheus

Mal wieder etwas für meine nachtmusikalische Rubrik: eine traumhafte Interpretation (glücklicherweise auch ausgezeichnet aufgenommen) einer Komposition von Rebecca Clarke. Das Werk entstand 1917, wurde 1918 uraufgeführt und gehört heute noch zum gut sortierten Viola-Repertoire. Ein bemerkenswertes Detail der Uraufführung: Rebecca Clarke trat dabei selbst als Viola-Solistin auf, gab als Urheber des Stückes aber das Pseudonym Anthony Trent an. Interessanterweise wurden die unter dem Namen Anthony Trent veröffentlichten Werke von der Presse weit enthusiastischer begrüsst als ihre unter eigenem Namen publizierten Kompositionen.


Morpheus
Rebecca Clarke

Jeremy Berry • Viola
Michael Refvem • Klavier

Titelbild © Random Randomsen

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8 Gedanken zu “Nachtmusik • Morpheus

  1. Stefan Kraus sagt:

    Dieses Stück ist ein Traum (und in der Tat hier traumhaft gespielt)! Clarke spricht in ganz eigenem Idiom die Sprache des Impressionismus so souverän, wie ich es (außer von den bekannten Größen) selten gehört habe. Und was sie sagt ist wunderschön.
    Ihr Schaffen ist bisher an mir vorbei gegangen, und ich habe gleich einige Seiten über sie gelesen. Über die Rezeption ihrer Musik unter männlichem Namen kann man nur den Kopf schütteln.
    Ein sehr passendes und schönes Foto hast du dazu ausgewählt.
    Ich wünsche dir einen traumhaft schönen Tag. Herzliche Grüße an dich! 🙂

    Gefällt 4 Personen

    1. Random Randomsen sagt:

      Hab‘ ganz lieben Dank für deine begeisterte Resonanz. 🙂
      Ich stimme dir in jedem Punkt vorbehaltlos zu – das ist wunderschön und von einer ganz individuellen Meisterschaft. Und diese Aufnahme bringt das auch wundervoll zur Geltung. Ich kannte die beiden Interpreten zuvor nicht und hatte schon eine andere Aufnahme im Visier, als ich (sozusagen auf der Suche nach einer „Zweitmeinung“) das hier entdeckte.
      Was Rebecca Clarkes Werk angeht, scheint in jüngster Zeit etwas in Bewegung zu kommen. Hoffen wir, dass das eine nachhaltige Wirkung zeigt.
      Mit herzlichen Grüßen zum zauberreichen Tag 🐻

      Gefällt 4 Personen

  2. versspielerin sagt:

    o, das ist schön, wahrlich traumhaft, impressionistisch. und das mit dem männlichen pseudonym wundert mich nicht so sehr, damals steckte man wohl noch sehr in traditioneller denke? in der frauen „so etwas“ bitte nicht zu tun hatten. spannender (und wunderbarer) beitrag, danke!

    Gefällt 2 Personen

    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank für dein positives Echo. 🙂
      Ja, es ist ein impressionistisches Traumjuwel.
      Es wird schon so sein, dass man zu jener Zeit einer Frau das Komponieren vielleicht als Hobby durchgehen ließ, und man die Ergebnisse dann bestenfalls „ganz nett“ fand. :/
      Mit herzlichen Grüßen zum zauberhaften Tag 🐻

      Gefällt 3 Personen

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