Vögguvísur [4] • Gjendines Bådnlåt

Heute ist in meiner Wiegenliedersammlung ein norwegisches Wiegenlied zu hören, das allerdings seine größte Bekanntheit wohl als Klavierstück erlangt hat. Aber alles hübsch der Reihe nach. Zunächst eine sehr ursprüngliche Version.

Gjendines Bådnlåt

Gjendine Slålien • Gesang

Diese erste Version ist insofern sehr speziell, als sie in direktem Zusammenhang zur bekannten Klavierfassung steht. Denn die Sängerin ist eben jene Gjendine, von der Edvard Grieg dieses Wiegenlied kennengelernt hat.


Bei Edvard Grieg erscheint diese Melodie nun als Nr. 19 seiner „Norwegischen Volksweisen“ Op. 66. In dieser Fassung hat dieses Wiegenlied weltweite Bekanntheit erlangt.

Torgeir Kinne Solsvik • Klavier


Es folgt eine etwas erweiterte Instrumentalversion. Sie taugt vielleicht nicht unbedingt so sehr als Einschlafmusik. Aber sie zeigt musikalisch überzeugend, welches Potenzial in einem Wiegenlied steckt.

Marit Skikkelstad • Posaune
Nils Jørgen Nygaard • Klavier


Und zum Abschluss eine weitere Aufnahme im ursprünglichen Wiegenlied-Charakter.

Pernille Anker • Gesang


Titelbild © Random Randomsen

6 Gedanken zu “Vögguvísur [4] • Gjendines Bådnlåt

  1. gkazakou sagt:

    leider kann ich die ersten drei Videos nicht runterladen, aber der Gesang des vierten ist wunderschön. Natürlich würde ich gern wissen, worauf sich der Text bezieht. Auf dem Umschlag ist eine rätselhafte Szene abgebildet.

    Gefällt 3 Personen

    1. Random Randomsen sagt:

      Das ist freilich schade. Wobei genau die letzte Version diejenige ist, die den Wiegenliedcharakter besonders gut rüberbringt. 🙂
      Das Titelbild bezieht sich weniger auf den Inhalt des Liedes, sondern eher auf die Umstände, unter denen Edvard Grieg dieses Lied kennen gelernt hat. Denn Gjendine Slålien hat das Lied gesungen, als sie das Vieh versorgte und gleichzeitig auch das Kind der Schwester hütete.
      Der Text dreht sich um ein Kind, das – manchmal weinend, manchmal lachend – in die Wiege gelegt wird. Die gesamte Familie kümmert sich um das Kind. Mutter, Amme, Schwester und Bruder singen für das Kind. Wenn das Kind zwischendurch aufwacht, nimmt es der Vater in die Arme und tanzt mit ihm. Und im Refrain wiederholt sich: Schlafe in Jesu Namen – Jesus schütze das Kind.
      [Dies so als inhaltliche Kurzfassung der im vierten Video gesungenen Version. (Es gibt da natürlich verschiedene Textvarianten)]

      Gefällt 2 Personen

  2. Ulrike Sokul sagt:

    Meine Lieblingsversion ist das letzte Lied, diese Stimme schwingt sich mir gleich ins Herz, und ich kann sie wie ein inneres Echo weiterhören, auch wenn das Lied zu Ende gesungen ist.
    Herzensdank für die vielsaitige Einstimmung in den Schlaf. :mrgreen:

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    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank für deine wohltemperierte Resonanz. 🙂 Das ist auf jeden Fall die „wiegenliederlichste“ Version. 😉 Sie ist zwar durchaus kunstvoll gesungen, aber auch auf eine Weise, die einen direkten Zugang zum Herzen findet. So lebt ein Wiegenlied ganz besonders auf. 🙂
      Mit einem herzlichten Gutenachtgruß 🐻

      Gefällt 1 Person

  3. PPawlo sagt:

    Das ist eine sehr beeindruckende und berührende Zusammenstellung der Variationsmöglichkeiten und Geschichte eines Wiegenliedes ! Voll interessant und jedes auf seine Weise ansprechend! Ich freue mich sehr , dass ich jetzt erst Zeit und Ruhe gefunden habe, das im Ganzen auf mich wirken zu lassen! Warum hast du wohl dein Foto gewählt? Am Wochenende waren wir in einem Bauernhofmuseum und es fühlte sich für mich wunderbar heimisch an, obwohl ich ja als Kind in der Großstadt aufgewachsden bin. So verstehe ich deine Wahl jetzt wohl besser? Hab’s gut heute, ob in der Sonne und im steten Regen wie bei uns. Ganz herzlich, Petra

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    1. Random Randomsen sagt:

      Versionen. Mit der Posaune bekommt es irgendwie einen beschwörenden Charakter. Und das gehört ja auch zum Wiegenlied – dass es nicht nur Einschlafhilfe, sondern auch eine Art Schutzformel ist.
      Das Bild hat mit den Umständen zu tun, unter denen Edvard Grieg es kennen gelernt hat. Denn höchst wahrscheinlich stammt das Lied aus dieser bäuerlichen Umgebung. Vielleicht ist es sogar ein „hofeigenes“ Lied – über Generationen bewahrt.
      Dir noch einen zauberhaften Maifeiertag. 🙂
      [Aktuell bin ich kurzfristig fast gänzlich offline.]

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