Gådevisen

Heute gibt es hier ein etwas älteres dänisches Lied zu hören. Wie alt es wirklich ist, lässt sich nicht so genau sagen. Eine erste schriftliche Aufzeichnung geht (ungefähr) auf das Jahr 1570 zurück. Aber wie lange das Lied zuvor schon mündlich weitergereicht wurde, weiß man nicht.

Das Lied ist nicht nur alt, es gibt davon auch unzählige Varianten. Das beginnt bereits beim Titel. Mal heißt das Lied „Gådevisen“ (die Rätselweise), mal wird es „Djævlens ni spørgsmål“ (des Teufels neun Fragen) genannt und selten kommt auch der Titel „De ni spørgsmål“ (die neun Fragen) vor. Allerdings sind es manchmal nicht neun, sondern gar zehn Fragen. Und der Katalog der in unterschiedlichen Versionen vorkommenden Fragen und Antworten ist recht umfangreich. Zu diesem Spiel gehört auch, dass die Rollen der Hauptpersonen gelegentlich vertauscht sind.

Ich möchte die „Gådevise“ hier in zwei Aufnahmen mit Helene Blum präsentieren. Zunächst ist eine wunderschöne Studioaufnahme zu hören. Es folgt eine spannende Live-Version mit einer ganz fabelhaften musikalischen Begleitung. Zudem erläutert Helene Blum eingangs den Inhalt der „Gådevise“ – so kann ich mir eine eigene Übersetzung sparen. 🙂


[Nun war ich eine Weile abgetaucht und auf WP nur gelegentlich als „stiller Gast“ anwesend. Das mag vielleicht einigen rätselhaft erschienen sein, und da passt ein Stück mit dem Titel „Gådevisen“ doch gut als Wiedereinstieg.] 🙂


Gådevisen

Helene Blum • Gesang
Harald Haugaard • Violine
Rasmus Zeeberg • Gitarre
Sune Hansbæk • Gitarre
Tapana Varis • Bass, Mundharmonika
Sune Rahbek • Schlagwerk

 

Helene Blum • Gesang
Harald Haugaard • Violine

 

17 Gedanken zu “Gådevisen

  1. Ann sagt:

    Nachdem ich die Studioversion gehört hatte, dachte ich, schöner geht nicht. Aber im Grunde passt die 2. Version noch besser. So oder so danke für’s Vorstellen dieser wunderschönen Volksweise, die mich in ihrer Stimmung irgendwie an Feen, Wälder usw. erinnert. LG Ann

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    1. Random Randomsen sagt:

      Ursprünglich wollte ich ja die Studioversion sozusagen als schöne Zugabe einfügen. Doch fand ich es „effektvoller“ die Duo-Version an zweite Stelle zu setzen. Die Studioaufnahme ist makellos schön. Aber die Duo-Version wirkt spielmännischer (diese Weisen wurden ja häufig mit sparsamer „Ausstattung“ aufgeführt) und es ergibt sich eine ganz besondere (zum Text passende) Stimmung.
      Diese alten nordischen Weisen verbreiten oft diese spezielle Art von „Elfenstimmung“. Und sie sind auch bei jungen Bands recht beliebt. 🙂
      Mit einem herzlichen Abendgruß 🐻

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  2. PPawlo sagt:

    Du bist ja mit einem sehr schönen Lied zurück. Wunderbar gesungen und gespielt. Herzlichen Dank! Nun hoffe ich, dass du bei bester Gesundheit bist (der bösartige Riese hat dich hoffentlich nicht bedroht?), und dass du mit einer Reise 9 Fragen beantwortet und noch mehr zu dir gefunden hast. Was ist eigentlich die letzte Frage in diesem Lied? Und die Antwort? Die Stimme wird zum Schluss so leise, dass ich’s nicht verstehen konnte. Soll’s einfach rätselhaft bleiben wie dein Abtauchen? 😉 Liebe Grüße, Petra

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    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank. 🙂
      Ja, das Abtauchen hat durchaus seinen Zweck erfüllt. Niemand und nichts hat mich bedroht – und es sind auch Antworten aufgetaucht (auch wenn, wie immer, noch rätselhafte Fragen übrig bleiben). 🙂
      Das ist mir nun erst aufgefallen, dass Helene Blum in ihrer englischen Einleitung die neunte Frage/Antwort ausgelassen hat. Die letzte Dreiergruppe hat folgenden Inhalt (frei übersetzt aus der gesungenen Strophe):
      Was ist dunkler als die graue Nacht? Was schlägt heftiger als die Flügel der kleinen Lerche? Und wohin führt der breite Weg, auf dem die Menschen so bereitwillig wandeln?
      Die Gedanken sind dunkler als die graue Nacht. Und das Herz schlägt heftiger als die Flügel der kleinen Lerche. Zur Hölle führt der breite Weg, auf dem die Menschen so bereitwillig wandeln.
      Mit einem herzlichen Abendgruß 🐻

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      1. PPawlo sagt:

        Seltsam, wie nett das Lied in Melodie und Gesang, auch Mimik der Darsteller daherkommt und zum Schluss doch die meisten von uns in die Hölle schickt. Gibt’s da nicht noch eine andere Übersetzung oder Bedeutung für dieses Wort „Hölle“ ? So etwas wie Probleme oder Schmerz oder Widrigkeiten?

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        1. Random Randomsen sagt:

          Ja, diese ganze Lieblichkeit steht stark im Kontrast zum wörtlichen Inhalt des Liedes. In den mir bekannten Textversionen kommt ausnahmslos das Wort „helvede“ vor, das schon ganz explizit die „Hölle“ bezeichnet. Diese Textstelle bezieht sich wahrscheinlich auf die christliche Vorstellung: „Der schmale Weg zur Seligkeit und der breite Weg zur Verdammnis“
          Möglicherweise hat man den Text „biblisch gewürzt“ um zu vermeiden, dass die mächtigen Kirchenherren das Lied mit einem Bann belegen (weil es in ihren Augen als „zu weltlich“ wirkt).

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          1. PPawlo sagt:

            Diese „Würze“ zum Schluss ist schon plausibel, zumal das Ende wie ein Nachspann wirkt. Vielleicht auch das leise, unverständliche Singen daher? Na ja, ganz klären werden wir’s wohl nicht. 😉

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            1. Random Randomsen sagt:

              Es dürfte etwas spät sein, um das noch mit Gewissheit zu klären. Zumal es doch einige unterschiedliche Versionen gibt. Und wer weiß, welche Varianten da bereits im Umlauf waren, bevor der Text erstmals schriftlich aufgezeichnet wurde.

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  3. Ulli sagt:

    Ein wunderbarer Schwung tönt und schwingt in meine Stube, auch wenn ich die Worte nicht verstehe, spricht das Ganze zu mir, wie dein Nebelbild, das einen feinen Kontrast bildet. Ich denke an die Schwelle, auf der wir uns gerade befinden, der hohe Sommer ist vorbei, der Herbst noch nicht da, obwohl die Kastanien und Eicheln fallen, an manchen Morgenden die Nebel schon wallen – Schwellenzeiten empfinde ich immer als besondere Zeiten.
    Schön, dass du wieder hier bist, Random! Ich freue mich auf deine Bilder und deine Musik, die immer so besonders ist!
    Herzlichst, Ulli

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    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank. 🙂 Jedes Wort spricht zu uns ja nicht nur durch seine inhaltliche Bedeutung, sondern auch sehr stark durch seinen Klang. So hat es oft seinen ganz besonderen Zauber, wenn man diesem Klang lauschen kann, ohne durch inhaltliche Bedeutungen abgelenkt zu werden. Und wenn die Wellenlänge stimmt, kommt die Essenz eines Liedes ja immer an. 🙂
      Ja, diese Schwellenzeiten sind oft irgendwie magisch. Vordergründig mag dies daran liegen, dass hier zwei unterschiedliche Zeitqualitäten aufeinander treffen und sich teilweise vermengen. Aber da ist mehr. Irgendwie werden auch die Schleier etwas durchlässiger zu Welten, die uns ansonsten verborgen bleiben.
      Mit einem herzlichen Abendgruß 🐻

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  4. Karin sagt:

    Die so klugen Rätselfragen, die in allen Märchen, Mythen, Liedern gestellt werden, es sind immer die gleichen nach dem Sinn des Lebens und sie weisen uns darauf hin, was wir für unser Überleben brauchen: das Geschenk der Schöpfung dankbar und bewußt anzunehmen.
    Schöpfung ist nicht nur schön, ganz im Gegenteil, ist auf Leben und Sterben und Wiedergeburt programmiert, es ist ein unendlicher Kreislauf und wir sind nur ein Rädchen darin und ja, verwandeln das Leben auf Erden für viele schon in eine Hölle.
    Mir gefällt die zweite Version sehr gut, da springt der Funke leichter über.
    Lieber Gruß vom Sommerdach, auf dem noch keine Nebelschleier zu sehen sind, Morgen- und Abendrot flammend und sternklare kühle Nächte, Karin.

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    1. Random Randomsen sagt:

      Ja, die essentiellen Grundfragen tauchen immer wieder auf. Seit Generationen werden daraus Geschichte, Gedichte und Lieder gesponnen und gewoben. 🙂
      Das Leben lebt letztlich von ständiger Transformation. Und das hat immer zwei Seiten. Ein Vulkanausbruch besipielsweise kann für die eine Generation verheerend sein. Und spätere Generationen kommen oft jahrhundertelang in den Genuss besonders fruchtbarer Böden. Und solche „Zweigesichtigkeiten“ gibt es im Leben zuhauf.
      Uns wurde das Geschenk des Bewusstseins zuteil, das uns ein bewusstes Sein ermöglicht. Nutzen wir dieses Geschenk, können wir (nicht nur aber auch) Schönheit erleben.

      Ja, die zweite Version hat eine sehr besondere Ausstrahlung. Diese wird auch bei Live-Versionen mit der größeren Besetzung nie ganz erreicht.

      Mit einem herzlichen (wolkentrockenen) Nachmittagsgruß 🐻

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      1. Karin sagt:

        Genau dieses Bild mit der Vulkanasche hatte ich vor Augen bei meinem Kommentar, das ich zum ersten Mal erleben konnte 1974 bei unserer ersten Flugreise mit unserer zweijährigen Tochter nach Lanzarote. Die Kargheit der Landschaft, die so wunderbar fruchtbaren neuen Felder, das neue Leben, das sich überall bildete und das Wandeln auf den Urgewalten der Erde in den Vulkanbergen. Damals fing der Tourismus dort erst an und César Manrique lebte noch und bot dem Bauboom, der auf den anderen Kanaren herrschte Einhalt. Die Insel heute wird auch wieder eine ganz andere sein, als damals, wir waren nie wieder da.
        Einen das Wetter soll sich ändern Gruß in Deinen Morgen, Karin

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        1. Random Randomsen sagt:

          Das ist ja ein interessanter „Zufall“. 🙂 Offensichtlich hat sich die Vulkanasche da sehr effizient zwischen die Kommentarzeilen gemischt. Denn mir erschien dies sofort als Paradebeispiel.
          Manchmal ist es gut, wenn man die Erinnerung an paradiesische Plätze einfach im Herzen bewahrt. Der heutige Eindruck dürfte höchst wahrscheinlich ein ganz anderer sein. Auf der anderen Seite kann das, was heute „überbauboomt“ ist, in wenigen Jahrzehnten zur Geisterstadt werden.
          Nun bereite ich eifrig neue „Wassermusiken“ vor – vielleicht stimmt das Wetter endlich mal harmonisch ein und spielt auch eine Wassermusik. 😀
          Mit einem herzlichen Nachmittagsgruß :bear.

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