Lichterfüllte Zeit

Nach der Sonnenfinsternis im letzten Beitrag soll heute die Fülle des Sonnenlichts zu ihrer Geltung kommen. Zu hören ist ein altes norwegisches Sonnengebet – zunächst in überlieferter Form und dann in einer neuen, etwas umfangreicheren Version, die im Jahr 2008 uraufgeführt wurde.


Solbøn
Trad. Norwegen

Tru soli måtte skine
yvi små bodni mine
Yvi topp, yvi tre
yvi folk yvi fe
Yvi åker og eng
yvi hus og hjem
og yvi Marias silkeseng

Berit Opheim • Gesang

This piece is based on a simple song, almost a lullaby. I have transcribed it, with its small microtonal and ornamental nuances, from the singing of Berit Opheim, who in turn has learned it from Agnes Buen Garnås. “May the sun shine on my small children; on mountains and trees; on people and cattle; on fields and meadows; on house and home; and on the Virgin Mary’s bed of silk.” This is the text that gave me the idea of letting a tiny melody of only five notes, and lasting only 25 seconds, become the basis of a composition 10 minutes long. The text is a prayer for light and warmth to envelop everything we love. The time progession of the work is the opening process towards the light, but here in terms of sound. And the inner light — that bursts forth from the notes themselves: when the overtones that reside in every singer’s voice emerge into the daylight, one by one, and in radiant bunches. [Lasse Thoresen]

Solbøn
Lasse Thoresen

Nordic Voices

Titelbild © Random Randomsen

6 Gedanken zu “Lichterfüllte Zeit

  1. Stefan Kraus sagt:

    Ein klasse Chorstück ist hier aus dem Original entwickelt. Der einsetzende Obertongesang scheint – passend zur Sonnenwanderung – Ost und West zu verknüpfen (ich fühlte mich etwas an die Gesänge tibetischer Mönche erinnert). Der Habitus von Chormusik des späten Mittelalters im modernen Gewand verknüpft auch die Zeiten, über denen immer wieder die Sonne aufgeht, und ließ mich den Sonnengesang des Franz von Assisi assoziieren, wobei wir bei einer Verknüpfung von buddhistischen und christlichen Mönchen, und damit von Religionen wären. Über allen Zeiten und Menschen geht die Sonne auf. Lichterfüllte Zeit – eine große Hoffnung.

    Letzte Nacht hatte ich einen Albtraum von Krieg und Weltuntergang, und dem Liegeort der Nachttischlampe heute früh nach zu urteilen, dabei offenbar wild um mich geschlagen. Diese Zeiten von Krieg, Umweltzerstörung und Leid in der Welt bedrücken viele von uns sehr. „May the sun shine on my small children; on mountains and trees; on people and cattle; on fields and meadows; on house and home; and on the Virgin Mary’s bed of silk.“ Danke dir, lieber Random.

    Hab einen schönen Tag. ☀️ Liebe Grüße an dich. 🙂

    Gefällt 3 Personen

    1. Random Randomsen sagt:

      Herzlichen Dank für deine berührte Resonanz. 🙂
      Du hast sehr schön die verschiedenen Bögen beschrieben, die dieses Chorstück spannt. Nicht ohne guten Grund ist es um ein Vielfaches länger geworden, als das Original. Sozusagen ein „heliozentrisches Klangbild“ mit vielen Facetten ist daraus geworden. Die nährende Kraft der Sonne ist und bleibt die Konstante, welche Lebensanschauungen/Religionen auch auf- und untergehen mögen…
      Der schlichte Text trägt in sich die Kraft des Wohlwollens und erinnert daran, dass auch wir lichte Sonnenkräfte in uns tragen, wirkt es doch recht eigentlich wie ein Morgensegen.
      Mit einem herzlichen Gruß zum lichtvollen Sonntag 🐻

      Hier noch eine schöne Zugabe – auch ein lichterfüllter Sonnen-Segen:

      Gefällt 4 Personen

  2. PPawlo sagt:

    Allein schon deine herrliche Sonnenblume lässt das Licht durch. Die Obertöne sind dazu betörend. Licht, Farbe, Klang. Eins der Mysterien, wie unsere Welt funktioniert und wohin unser Leben führt. Danke! Liebe Grüße, Petra

    Gefällt 2 Personen

    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank für deine berührte Resonanz. 🙂
      Die Sonnenblume behagte mir als Titelbild auch durch ihre Symbolik – materialisiert sie doch die nährende Kraft der Sonne. Hier erfreuen sich Hummeln an dem, was die Blüte zu bieten hat. Später werden die Kerne vielleicht Vögel nähren. Und Ähnliches gilt ja auch für Licht, Farbe und Klang, die unter günstigen Voraussetzungen einen sehr hohen Nährwert haben können. 🙂
      Mit einem herzlichen Abendgruß 🐻

      Gefällt 1 Person

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