Milder als Muskatenwein?

Es ist nicht immer alles so, wie man auf den ersten Blick glaubt. Beispielsweise dachte ich, es würde sich bestimmt um einen Kaffee handeln, der bei Bild Nr. 1 aus Myriades Mai-Juni-Impulswerkstatt unter die Haube gekommen sei. Und dazu fiel mir auch gleich eine passende Musik ein.

© Myriade

Ei, wie schmeckt der Coffee süße
Johann Sebastian Bach

Elly Ameling  Sopran
Collegium Aureum

Obwohl es nicht gänzlich unnaheliegend wäre, in einer Meinl-Kaffeetasse einen Kaffee zu vermuten, war im begleitenden Text allerdings zu erfahren, dass sich ein besahnehaubter (oder sahnebehaubter) Kakao in der Tasse befunden habe, und kein Kaffee. Auch gut. Die passende Musik ist auch hier alsbald gefunden.

Ei, wie schmeckt der Coffee süße
Johann Sebastian Bach

Christine Schäfer  Sopran
Bach-Collegium Stuttgart Helmuth Rilling (Leitung)

Auf den ersten Blick ist das Passende dieser Arie vielleicht nicht zu erkennen. Denn was, bitte, soll das wiederholte „Coffee, Coffee, Coffee…“ mit einem Kakao zu tun haben? Man achte aber auf einige Details des Textes. Bereits das „süße“ ist ja sehr verdächtig. Seit wann schmeckt ein richtiger Kaffee süß? Vor allem aber hat ein Kaffee ein kraftvoll-herbes Aroma zu entfalten und ganz gewiss nicht „milder als Muskatenwein“ zu schmecken. Das kann sich nie und nimmer um Kaffee handeln. Kaffee predigen und Kakao trinken – so wird’s gewesen sein. 😉

Offen bleibt allerdings die Frage, was es mit meinem Titelbild auf sich hat. Denn auch das hat – zumindest ein wenig um die Ecke gedacht – mit dem Thema zu tun.


Titelbild © Random Randomsen

19 Gedanken zu “Milder als Muskatenwein?

  1. Stefan Kraus sagt:

    Wenn ich manche Leute beim Süßen ihres Kaffees beobachte, liegt geschmacklich der Kakao vielleicht tatsächlich nicht so fern.
    Die Kaffeekantate habe ich in meiner Jugend das letzte Mal gehört. Das hilft mir allerdings auch nicht weiter, das Rätsel um das Bild zu lösen.
    Dir einen schönen Sonntag und liebe Grüße an dich! 🙂

    Gefällt 1 Person

    1. Random Randomsen sagt:

      Ja, oft ist es so oder so ein Zuckerwasser, je nach Vorliebe mit ein wenig Kaffee- oder Kakaoaromen versetzt. 😉
      Des Rätsels Lösung: das Bild zeigt die Blüte einer Wegwarte – Cychorium intibus. Und Zichorienwurzeln wurden (und werden noch) zur Herstellung von „Zichorienkaffee“ verwendet. Der ist von Natur aus leicht süßlich – und das könnte erklären, warum der Coffee in der Kantate so süß und lieblich schmeckt. 😀
      Mit einem herzlichen Gruß zum zauberhaften Sonntag 🐻

      Gefällt 2 Personen

  2. Myriade sagt:

    Zunächst beeindruckt mich wieder einmal deine intime Kenntnis österreichischer Verhältnisse, die dich das Meinl-Logo erkennen lässt. Womöglich gibt es das auch anderswo, das würde mich aber wundern. Weiters fällt mir auf, dass du einen Doppel-Tag hast: zweimal Kaffee-Kantate, aber auch zweimal gepingt 🙂
    Interessant ist ja auch, dass es zu Bachs Zeiten „Coffee“ hieß, was dann in den deutschen Kaffee mit Betonung auf der ersten Silbe übergegangen sein musst. Wie du sicher weißt, wird diese Betonung in Ö als barbarisch empfunden 😉 🙂 Wir wollen aber hier natürlich keine Kulturkämpfe betreiben 🙂
    Das Geheimnis der blauen Blüte erschließt sich mir leider auch nicht. Wie ich bei dieser Gelegenheit gelernt habe, sind die Blüten des Kaffeestrauchs weiß.
    Ich warte gespannt auf die Lösung des Rätsels und danke für den wie immer anregenden Beitrag !

    Gefällt 1 Person

    1. Random Randomsen sagt:

      Das Logo schien mir erwähnenswert, weil es doch recht eigentlich ein Charakterkopf ist. 🙂
      Die zwei Versionen der Arie waren beabsichtigt, das doppelte Ping dagegen nicht. Es wird daran liegen, dass ich den Copyright-Hinweis beim Bild diesmal auf den Beitrag und nicht, wie sonst, auf die Startseite verlinkt habe.
      In D kommen beide Varianten der Betonung vor. In Norwegen dagegen wird konsequent auf der ersten Silbe betont, was sich auch in den Schreibweisen „kaffe“ oder „kaffi“ zeigt.
      Des Rätsels Lösung: das Bild zeigt die Blüte einer Wegwarte – Cychorium intibus. Und Zichorienwurzeln wurden (und werden noch) zur Herstellung von „Zichorienkaffee“ verwendet. Der ist von Natur aus leicht süßlich – und das könnte erklären, warum der Coffee in der Kantate so süß und lieblich schmeckt. 😀
      Mit einem herzlichen Gruß zum zauberhaften Sonntag 🐻

      Gefällt 2 Personen

    1. Random Randomsen sagt:

      Bingo! 😀
      Genau das ist des Rätsels Lösung. Das Bild zeigt die Blüte einer Wegwarte – Cychorium intibus. Und Zichorienwurzeln wurden (und werden noch) zur Herstellung von „Zichorienkaffee“ verwendet. Der ist von Natur aus leicht süßlich – und das könnte erklären, warum der Coffee in der Kantate so süß und lieblich schmeckt. 😀
      Mit einem herzlichen Gruß zum zauberhaften Sonntag 🐻

      Gefällt 2 Personen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..