Papillons

Als Musikliebhaber kann man ja verschiedene Arten von Sternstunden erleben. Immer wieder werden neue Werke geschaffen, die einen erfreuen und begeistern. Oder eine gelungene Bearbeitung zeigt einem überraschende Facetten eines Werks, das man doch gründlich zu kennen glaubte. Oder es kann auch der Originalton sein. Beispielsweise Robert Schumanns Papillons auf dem Klavier. Legionen pianistischer Legenden haben das Werk gespielt. Man hat Dutzende hervorragender Versionen gehört. Und plötzlich taucht jemand auf, spielt es auf seine Weise (ohne es zwanghaft anders oder gar „besser“ machen zu wollen) – und die Gänsehäute stehen Schlange. So ergeht es mir jedenfalls bei der folgenden Konzertaufnahme mit Alexander Ullman.

Robert Schumann hat die Sache mit den Schmetterlingen im Titel bekanntlich metaphorisch gemeint. Aber so, wie die Musik bei Alexander Ullman klingt, passt ein Schmetterlingstitelbild für mein Empfinden doch ganz ausgezeichnet.
[Und selbst wenn man es nicht passend fände, würde man meines Erachtens gut daran tun, sich nicht des Eindrucks zu erwehren, dass Falter und Blüte hübsch seien, und sich folgerichtig des Bildes zu erfreuen, was, nebenbei bemerkt, einfacher ist, als es hier ausgedrückt wird. 😉 ]


Papillons, Op. 2
Robert Schumann

Alexander Ullman • Klavier

Titelbild © Random Randomsen

6 Gedanken zu “Papillons

  1. Karin sagt:

    Für mich sind es keine Sommervögelein, die da notenmäßig fliegen, es sind die des Herbstes, nochmal taumelnd das Leben genießen, der Vergänglichkeit bewußt, das kurze Dasein bejahen, allem ein trotzdem entgegensetzen.
    Die Aufnahme ist wunderschön wie auch Dein Bild….
    mit herzlichen Grüßen vom novemberdunklen Dach zu Dir , Karin
    habe ich gefunden:

    Klicke, um auf 0105.pdf zuzugreifen

    Gefällt 2 Personen

    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank für deine erfreut mitschwingende Resonanz und die anhängliche Zugabe. 🙂
      Ja, deine Vorstellung passt jedenfalls auch besser zur Jahreszeit. Wobei die Herbstvögelein jetzt schon ein (bildlich gesprochen) dickes Fell brauchen. 😉
      Für Robert Schumann war es in gewisser Weise so etwas wie ein früher Flug mit kaum trockenen Flügeln. 🙂
      Mit einem kerzenlichten Abendgruß 🐻

      Gefällt 3 Personen

  2. PPawlo sagt:

    Ich hab das Spiel von Alexander Ullman sehr genossen, wie er auf den Tasten mal verspielt, mal gefühlvoll-romantisch, mal energisch Töne zaubert. Da entpuppt sich ein exzellenter Pianist. Dazu passt dann auch dein schöner Schmetterling auf vielblättriger Blume. 😉

    Gefällt 1 Person

    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank für deine klanggenießerische Resonanz. 🙂
      Alexander Ullman zeigt eine wundervolle Begabung als Geschichtenerzähler. Denn genau so stelle ich mir eine gelungene Interpretation vor: bildlich gesprochen ein lebendiges Geschichtenerzählen und nicht nur ein fehlerfreies Sprechen wie in einer Nachrichtensendung. 🙂
      Mit einem herzlichen Abendgruß 🐻

      Gefällt 1 Person

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