Zuversicht am Ende eines Weges

Bei Bild Nr. 1 aus Myriades November-und-Dezember-Impulswerkstatt ist mir vor allem ins Auge gefallen, dass hier der Weg auf festem Grund nur noch ein kurzes Stück weiter geht, aber irgendwie ins Licht zu führen scheint. Und da ist der Weg nicht mehr weit zum Gedanken, dass jemandes irdische Reise endet, aber nicht in Düsternis und Sorgen, sondern in lichtvollem Vertrauen.

© Myriade

Es gibt ein Lied des schwedischen Troubadours Lars Demian, das diese Thematik sehr eindrücklich behandelt. Der irdische Weg ist beschwerlich geworden. Aber es herrscht Zuversicht und ein Vertrauen darauf, dass man Ruhe und Frieden finden wird. Wenn auf der irdischen Seite die Sonne untergeht, geht sie auf der anderen Seite auf. Es besteht kein Grund zur Trauer. Die Freunde sollen nicht weinen, sondern die guten Erinnerungen lebendig erhalten. Es gibt nichts, was wirklich stirbt. Und die lichtvolle „andere Seite“ wirkt wie ein Zuhause, der Weg dahin wie eine Heimkehr…

Das Lied ist vor etwas mehr als dreißig Jahren entstanden. Aber wie es der glückliche Zufall will, gibt es davon auch eine ganz neue Version. Ganz anders als das Original. Und doch auf diese andere Weise genau so stimmig. Deshalb sind hier nun beide Versionen zu hören: die neue Aufnahme mit Annelie Lockneman und das Original mit Lars Demian.


På den andra sidan
Lars Demian

Annelie Lockneman • Gesang, Klavier

På den andra sidan
Lars Demian

Lars Demian • Gesang

Titelbild © Random Randomsen

9 Gedanken zu “Zuversicht am Ende eines Weges

  1. Myriade sagt:

    Also, mir gefällt das Original besser, wegen der Stimme von Lars Demian 😉
    Deine Interpretation des Weges der ins Licht führt, ist eine auf die ich nie gekommen wäre, die mir aber absolut schlüssig erscheint und gut gefällt. Ich glaube ja nicht daran, aber es ist verlockend, dass es auf „der anderen Seite“ auch irgendeine Form von Bewusstsein geben könnte. Und „Zuversicht“ gehört zu meinen Lieblingswörtern. Zuversicht im Sinne von (eigentlich durch nichts gerechtfertigtes) Vertrauen.
    Vielen Dank für diesen Beitrag an einem düsteren, windigen und regnerischen Novembertag ❤

    Gefällt 2 Personen

    1. Random Randomsen sagt:

      Ja, diese Stimme hat schon was. Und die Version von Lars Demian klingt auch sehr überzeugend. 🙂
      Das ist, finde ich, eben auch sehr spannend an diesen Impulsbildern, dass da Assoziationen auftauchen, an die jemand anderes nie im Leben gedacht hätte. Mir gefällt es, wenn man ein ganz und gar irdisches Bild eben als Sinn-Bild verwenden kann für eine Thematik, wie sie hier im Lied angesprochen wird.
      Zuversicht ist eine sehr elementare Kraft, die ich ebenfalls sehr schätze. 🙂
      Mit herzlichen Grüßen aus herbstlichem Aprilwetter 🐻

      Gefällt 2 Personen

  2. o)~mm sagt:

    Hui, diese Frau schafft aber eine richtig gute Gänsehaut bei mir! Sie erinnert mich an das Lied von Gabriela im Film: Wie im Himmel
    Herr Demian löst ganz andere Emotionen mit seinem Gesang aus. Hier denke ich an schottischen Folkrock, wenn ich die Sprache wegnehme und durch das Gälische ersetze. Die Stimme klingt älter als er auf dem Cover aussieht.

    Hm, klar sehr laienhaft ausgedrückt, zeigt für mich wieder, wie uns unterschiedliche Interpretationen doch beeinflussen können. Ist etwa so wie in der Medizin, da wird auch verglichen, hier komme ich nicht um die musikalischen „Vergleiche“, die sich mir auftun beim Hörschmaus.

    Für diesen feinen danke ich,
    Syntaxia

    Gefällt 1 Person

    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank für deine erfreute und vielsaitige Resonanz. 🙂
      Man könnte fast auf die Idee kommen, es handle sich um zwei Lieder, die sich dem selben Thema widmen. Und doch: es ist ein Lied in zwei völlig unterschiedlichen Interpretationen. Irgendwie erinnert das auch daran, wie zwei Menschen an der Schwelle des Todes zwar ein gutes Stück weit die gleichen Bedürfnisse haben, aber ganz unterschiedliche Wünsche, wie die Erfüllung dieser Bedürfnisse gestaltet werden soll.
      Lars Demians Stimme ist ein eigentümliches Phänomen. Sie scheint rückwärts zu altern. 😉 In der Aufnahme hier hören wir die Stimme eines 33-Jährigen.
      Mit herzlichen Abendgrüßen 🐻

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  3. PPawlo sagt:

    Dies ist wieder ein sehr tief berührender, sehr stimmiger Beitrag für mich ! Dass die erste bezaubernde Fassung ebenfalls mit einem Steg endet , ist ja erstaunlich! Oder ist es das doch nicht? Ist das Wasser, ein Flussufer, ein Steg, ein Schiff oder eine Fähre nach drüben nicht allgemeines Bildergut? Jedenfalls habe ich schon manches Mal davon geträumt und auch Bilder dazu gemalt, wenn es ums Sterben ging. Und Schmetterlinge gehören ja auch dazu. Beide Versionen mag ich auf ihre Weise. Für diesen Beitrag danke ich dir ganz besonders herzlich! Liebe Grüße, Petra

    Gefällt 1 Person

    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank für deine berührte Resonanz. 🙂
      Wir haben hier auf jeden Fall eine schöne Koinzidenz. Aber es stimmt schon, der „Zufall,“ der dazu geführt hat, ist über Jahrhunderte hinweg kontinuierlich genährt worden. Die Vorstellung eines wie auch immer gearteten Wasserweges auf die andere Seite ist ja uralt und in vielen Variationen weit verbreitet. Für mich ist aber auch der Schmetterling hier sehr vielsagend. Deshalb habe ich hier zum „Impulsbild“ noch ein eigenes Foto als Titelbild eingefügt. Denn beides ist auf seine Weise stimmig – wie die so unterschiedlichen Interpretationen des Liedes.
      Mit einem herzlichen Abendgruß 🐻

      Gefällt 1 Person

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