Die Worte der Dirigentin


Weniger ist manchmal mehr.

Eigentlich wollte ich im letzten Beitrag noch einige Sätze der Dirigentin, Tone Bianca Sparre Dahl, einfügen. Sie leitet den 1964 gegründeten Chor Schola Cantorum seit bald 20 Jahren. Unter ihrer Leitung hat sich der bereits zuvor hochklassige Chor konstant weiter entwickelt und verfügt über ein enormes und breit gefächertes Repertoire von einfachen Volksweisen bis zu anspruchsvollen Chorwerken aus verschiedenen Epochen. Dieser letzte Beitrag enthielt aber ohnehin schon reichlich Text. Und so entschied ich mich, die Worte der Dirigentin für eine Extraausgabe aufzuheben. Sie sagt in wenigen Sätzen viel Wesentliches über ihr Musizieren. Und man hört, was sie hier anspricht, auch in der Musik. Aber man hört es vielleicht noch ein wenig besser, wenn man diese Sätze kennt:

„I love the choir — this instrument which is so unpredictable, so personal. Each member sings with his or her own voice, communicating their own personal story, and my objective is to collect it all, unify and purify it, and hopefully make the Eros, the profound and inherent love, shine brightly by way of the instrument. Whether the music is complex or simple, the objective remains equal: to cultivate an energy and a timbre which merge with the composition, elevating it to something larger than the sum of all its individual elements. It is during this encounter, where each individual forms part of something larger than themselves, that musical magic arises. This is what I seek. Those moments when the eyes of both the performers and our audience glow. This is the moment I know that we have succeeded.“
Tone Bianca Sparre Dahl

Diese Extraausgabe bietet mir zudem eine schöne Gelegenheit, mit Trond Kverno einen vielleicht nicht gar so bekannten norwegischen Komponisten vorzustellen.


Stabat Mater Dolorosa
Trond Hans Farner Kverno

Schola Cantorum (Oslo) • Tone Bianca Sparre Dahl (Leitung)

Das Titelbild der CD ist übrigens der Ausschnitt aus einer von mehreren Darstellungen der Sacra Famiglia des Malers Pompeo Batoni. Über den folgenden Link ist es größer zu bewundern:
https://cdn.shopify.com/s/files/1/0557/3853/2023/products/image_30b2afee-48a0-422a-a0ad-ddb32befd185_1024x1024@2x.jpg?v=1618222037


Mehr ist manchmal mehr.

Bei aller akustischen Schönheit ist es ein feines Erlebnis, den Chor und seine Leiterin auch optisch zu genießen.

Ave Maria
Anton Bruckner

Schola Cantorum (Oslo) • Tone Bianca Sparre Dahl (Leitung)

Titelbild © Random Randomsen

15 Gedanken zu “Die Worte der Dirigentin

  1. Ulrike Sokul sagt:

    Mir scheint, aus Deinen Beitragsfoto leuchtet Blütennachwuchs aus den Prachtwinden-Samen, die ich Dir im Frühjahr geschickt habe. Es ist Dir ausgezeichnet gelungen, das wunderbare Leuchten und die Geometrie dieser Blüte einzufangen.
    Die Dirigentin, Tone Bianca Sparre Dahl, wirkt sehr sympathisch und musikalisch hingebungsvoll und das architektonische Ambiente spielt auch sehr harmonisch mit. Mir gefällt das Ave Maria besonders gut. 🎶🎶🎶
    Nachtaktive Grüße von mir zu Dir 😀

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    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank für deine bild- und klangerfreute Resonanz. 🙂
      Du hast es ganz richtig erkannt: diese Blüte verdankt ihre Existenz dem Solinger-Saatgut. 🙂 Hier zeigt sich auch ein Vorteil balkonischer Gewächse. Denn man kann sich ja leicht einen Moment mit besonders guten Lichtverhältnissen aussuchen.
      Bei dieser Dirigentin haben, wie ich finde, die Bewegungen auch eine ästhetische Komponente, ohne dass die Klarheit der Zeichengebung dabei zu kurz käme. Und, ja, dieses Ave Marie wirst du schwerlich in einer schöneren Version finden. 🙂
      Mit einem klangvoll-herzlichen Spätabendgruß 🐻

      Gefällt 1 Person

  2. Karin sagt:

    Erst heute komme ich dazu, mit Genuss und Freude diesem Chor und ihrer der Musik bis in die Fingerspitzen ergebenen Dirigentin zu lauschen. Ein Einstieg in den Morgen, wie ich es mir wünsche. Mit lieben Grüssen und Dank, Karin

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    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank für dein klangerfreutes Echo. 🙂
      Tone Bianca Sparre Dahl hat ja auch ein Buch darüber geschrieben, wie man das anstellt, dass es so klingt wie es hier eben klingt. Aber die Frage nach dem, worum es ihr eigentlich geht, finde ich spannender. 🙂
      Zum köstlichen Klangfrühstück habe ich hier noch einen Nachtisch, der für dich passen könnte:

      Mit einem herzlichen Gruß aus dem Morgennebel 🐻

      Gefällt 1 Person

  3. Karin sagt:

    Auch das wieder wunderschön – es paßt zum ersten dunklen Morgen hier, die erste Kerze brennt auf dem Frühstückstisch, der Herbst kommt, auf den ich mich aber auch wieder freue, weil es mehr Drinnen bedeutet und den Genuß solcher Musik.
    Habe Dank auch für dieses Bild, zu dem es wieder eine Geschichte gibt, Blogranken real -:))

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    1. Random Randomsen sagt:

      Ja, da kann man sehen, welche Blüten die Blogosphäre hervorbringen kann. 😀
      Das Stück von Ola Gjeilo stand für mich auch in der engsten Auswahl. Letztlich habe ich mich nicht zuletzt deshalb für Trond Kverno entschieden, weil ich ihn noch nie im Programm hatte. 🙂
      Für mich bedeutet die kommende Zeit mehr Draußen. 😉 Aber der Sommer war moderat, und der Unterschied wird nicht riesig sein.

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  4. PPawlo sagt:

    Deine blaue Blüte leuchtet von innen, wie wenn ein glänzender Edelstein oder Schatz hervorschaut. Dazu passt das Leuchten der Musik, das tatsächlich für mich im zweiten Video noch an Wärme und Glanz gewinnt, auch eben durch Tones bezaubernde, mitreißende Präsenz. Die Atmosphäre glüht …Und gerade sehe ich noch einmal in ihrem Text, dass sie tatsächlich von Glühen spricht. Ein voller Erfolg also 😊

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    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank für dein schönes Echo. 🙂
      Deine Beobachtung zur Blüte freut mich sehr. Denn genau diese Wirkung wollte ich hier einfangen – als würde hier etwas aus einer ganz anderen Dimension auftauchen. Und genau das fand ich eben auch in der Musik.
      Leider gibt es nur wenige solcher Videos – denn diese Präsenz ist wirklich eine Bereicherung für das Musikerlebnis. 🙂
      Mit einem herzlichen Abendgruß 🐻

      Gefällt 1 Person

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