Musica dolorosa

Es war von Anfang an meine Absicht, zu Bild Nr. 3 aus Myriades Juli-und-August-Impulswerkstatt

© Myriade

…noch ein weiteres Musikwerk einzustellen, allerdings war ich längere Zeit unentschieden, welches es denn sein sollte. Letztlich habe ich mich für die Musica dolorosa von Pēteris Vasks entschieden. Zum einen finde ich, dass sich die Musik sehr gut mit dem Ausdruck der hier abgebildeten Frau vereinbaren lässt. Zudem ist es für mich sehr wichtig, dass diese Musik – obwohl der Titel natürlich Programm ist – nicht trost- und hoffnungslos ist, sondern den Dornen gleichsam auch Rosen schenkt…


Musica dolorosa
Pēteris Vasks

Svenska Kammarorkestern
Katarina Andreasson • Leitung

4 Gedanken zu “Musica dolorosa

  1. Myriade sagt:

    Ich kann nicht wirklich sagen warum, wahrscheinlich wegen des vorgegebenen thematischen Zusammenhangs und auch wegen des Fotos, mich erinnert dieses Stück an einen Todesmarsch. Zwei oder dreimal klingt es so, als hätte es jemand geschafft entweder zu überleben oder dem Horror durch den Tod zu entkommen.
    Vielen Dank für dieses Stück, das ich emotional ziemlich herausfordernd finde und das ich, wenn ich mein Foto ansehe gut im Hintergrund hören kann.
    Und mein Kompliment für die immer so gut gewählte Musik !!

    Gefällt 3 Personen

    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank für deine spannende Resonanz. Ja, emotional herausfordernd ist diese Musik so oder so. Für mich war es der Versuch einer Annäherung an die abgebildete Frau. Und da lässt sich auch der thematische Zusammenhang – obwohl er hier nicht im Vordergrund stehen sollte – nicht ausblenden. Obwohl die Dissonanzen aus der Musik nie verschwinden, finde ich darin auch eine innere Stärke. Und diese Kombination schien mir gut zum Bild zu passen.
      Mit einem herzlichen Montagmorgengruß 🐻

      Gefällt 2 Personen

  2. PPawlo sagt:

    Für mich endet dieses Stück mit einem Schmerzensschrei. Trost wie bei Bruckner, an den diese Musik mich stellenweise erinnert, spüre ich hier kaum, vielleicht um 7.32 beim Bass eine Art Stütze, später sogar etwas brucknerisch Lichtes um 10.20 , sonst eher Verzweiflung, zerreißenden Schmerz , Protest, aber auch ein stetiges Sich Aufraffen und Weiter . Das ist sehr aufwühlend, obwohl ich’s ja schon oft gehört habe und passt zum Bild, in dem sich ja nicht nur der Kummer und die Erinnerungen spiegeln, sondern der einsperrende Zaun (der vielleicht sogar zu einer Krone wird?)

    Gefällt 1 Person

    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank für deine aufschlussreiche Resonanz. Für mein Empfinden ist hier eine innere Stärke zentral. Auch wenn es emotional auf Biegen und Brechen geht, ist da etwas, das sich weder (ver)biegen noch brechen lässt. Allerdings sehe ich das hier – im Gegensatz zu Bruckner, bei dem solche Passagen in einem größeren Kontext stehen – als Momentaufnahme. Den Schmerz erkennen und anerkennen – ohne zu verdrängen. Das ist ja oft eine ganz wichtige Phase, die den Boden für Neues bereitet. Wie es weitergeht, bleibt bei diesem Stück allerdings offen.
      Mit einem herzlichen Montagmorgengruß 🐻

      Gefällt 1 Person

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