Der junge Mann und die alte Musik

Das Virginal gehört zu jenen Tasteninstrumenten, die man nicht besonders häufig zu hören bekommt. Das mag zum einen ganz praktische Gründe haben. Viele Werke der Tasteninstrumentalmusik überfordern ein Virginal bereits vom Tonumfang her. Auf der anderen Seite gäbe es zwar durchaus Literatur, die für das Virginal geeignet wäre, teilweise sogar explizit für dieses Instrument komponiert wurde, aber diese Musik wird vergleichsweise selten gespielt. Und wenn dies doch geschieht, kommt häufig das Cembalo zum Einsatz. Dabei hat das Viriginal durchaus seinen eigenen Charme und seine eigenen Klangqualitäten. Sein Tonumfang mag eher bescheiden sein – an der Klangfülle ist nichts auszusetzen.

Glücklicherweise hat Jean Rondeau für sein neuestes Album mit alter Musik einige Stücke auf einem Virginal eingespielt. Und zwar auf einem noch (oder wieder) spielbaren Instrument aus dem 16. Jahrhundert. Und noch glücklichererweise sind diese Aufnahmen sogar als Videos verfügbar.   


Melancholy Pavan
John Bull

Jean Rondeau • Virginal

Pavana
Orlando Gibbons

Jean Rondeau • Virginal

Titelbild © Random Randomsen

13 Gedanken zu “Der junge Mann und die alte Musik

    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank für dein positives Echo. 🙂
      Bei mir ist das Interesse an alter Musik sehr gewachsen, seit zunehmend die dazu passenden Instrumente wieder spielbar gemacht oder rekonstruiert werden. Wie weit die heute übliche Spielweise dem damaligen Musizieren entspricht, ist freilich eine andere Frage. Allerdings ist ja auch der Hintergrund unserer Hörerfahrungen heute ein gänzlich anderer – d.h. selbst wenn es so klänge wie damals, würden wir es sozusagen „anders hören“ als dies anno dunnemals der Fall war.
      Mit herzlichen Grüßen 🐻

      Gefällt 3 Personen

  1. finbarsgift sagt:

    Die britischen Virginalisten haben damals schon sehr gehaltvolle, ästhetisch wundervolle Musik komponiert (erstaunlich bei dem relativ geringen Tonumfang), hier zwei herrliche Beispiele, gespielt von einem meiner Lieblingsinterpreten 🙂
    Dankeschön fürs Präsentieren, und wow, was für ein traumhaftes Florafoto eingangs!
    HG vom Lu

    Gefällt 2 Personen

    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank für deine klangverzauberte Resonanz. 🙂
      Ja, diese Komponisten haben sozusagen die besonderen Qualitäten des Instruments zelebriert und sich nicht von dessen Begrenzungen in ihrer Kreativität einengen lassen. Und bei Jean Rondeau ist diese Musik buchstäblich in besten Händen.
      Dazu habe ich auch mein Titelbild ganz gezielt ausgewählt, weil das Gänseblümchen ja eher bescheiden wirken mag, sich aber – ins rechte Licht gerückt – durchaus nicht verstecken muss.
      Mit herzlichen Grüßen 🐻

      Gefällt 1 Person

  2. PPawlo sagt:

    Hier in deinem Photo wird ein Gänseblümchen zum Highlight!
    Aber auch die Musik ist faszinierend! Ich dachte, das erste Stück habe ich schon mal hier bei dir gehört, aber ich hab’s nicht gefunden. Dabei kommt es mir so bekannt vor.
    Liebe Grüße, Petra

    Gefällt 1 Person

    1. Random Randomsen sagt:

      Hab‘ lieben Dank für deine positive Resonanz zu Bild und Klängen. 🙂
      Genau das schätze ich sehr an der Fotografie – dass eben Einsichten oder Aussichten möglich sind, die man unbehilfsmittelten Auges nicht bekäme.
      Meines Erinnerns war das Stück bei mir noch nie zu hören. Aber eine lückenlose und präzise Übersicht habe ich inzwischen nicht mehr. 😉
      Mit einem herzlichen Abendgruß 🐻

      Gefällt 1 Person

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