Bağlamaklangreise mit Muhlis Berberoğlu


Irgendwann ist meistens nie.

Aus dem, was Menschen „irgendwann“ tun wollen, wird fast immer nichts. Denn „irgendwann“ ist ganz einfach zu unverbindlich und kraftlos. Irgendwie im Stil: man würde zwar gerne mögen – aber man mag nicht wirklich wollen.

In dieser Hinsicht kommt mir Bild Nr. 1 aus Myriades Juni-Impulswerkstatt

© Myriade

…wie gerufen. Denn „irgendwann“ wollte ich Muhlis Berberoğlu mit seiner Bağlama hier im Blog auftreten lassen. Und typischerweise ist aus diesem „irgendwann“ immer und immer wieder nichts geworden. Und so hätte es ganz bequem und problemlos bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag weitergehen können. Nun aber hat Myriades Bild den entscheidenden Impuls geliefert – und aus dem „irgendwann“ ist ein „jetzt“ geworden.

Denn zumindest für mein Empfinden passt die Musik ganz gut zum Bild. Und in den beiden Videos ist zudem ein bemerkenswertes Detail zu sehen. Der Musikus sitzt auf einer Reisekiste (was ja auch irgendwie zur Stimmung des Bildes passt). Offensichtlich ist er startklar. Die Klangreise kann beginnen. Nicht irgendwann. Jetzt. 🙂

Allı Turnam
Trad. Türkei
Arr. Muhlis Berberoğlu

Muhlis Berberoğlu • Bağlama

Iğdır’ın Al Alması
Trad. Türkei
Arr. Muhlis Berberoğlu

Muhlis Berberoğlu • Bağlama

13 Gedanken zu “Bağlamaklangreise mit Muhlis Berberoğlu

  1. PPawlo sagt:

    Schön, dass du dem Wort „irgendwann“ seine urprüngliche Bedeutung zurückgibst! 😉
    Und irgendwann kommt man auch in dieser Musik voll künstlerischer Sehnsucht, Fern-oder Heimweh an wie das Segelboot auf dem Bild. Oder landet im Heute und Jetzt. Einen herzerfreuenden Sommertag heute, Petra

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    1. Random Randomsen sagt:

      Ja, dieses „irgendwann“ ist einfach in gewisser Weise schon ein Sammelbecken unverwirklichter Ideen. Auch bei mir im Blog gibt es durchaus mehrere Langzeitkandidaten, die dann eben irgendwann zu hören sein sollten. 😉
      Umso mehr freut es mich, wenn bei dem jetzt erschienenen Beitrag die Musik ins Hier und Jetzt zu leiten vermag. 🙂
      Mit einem herzlichen Gruß zum zauberhaften Abend 🐻

      Gefällt 2 Personen

  2. Myriade sagt:

    Das ist für mich „Landschaftsmusik“, in dem Sinn, dass die Landschaft aus der die Musik stammt irgendwie im Hintergrund auftaucht und in diesem Sinn und in diesem Sinn passt sie ja allgemeingeografisch und durch den Namen des Musikers durchaus zum Bosporus. Obendrein gefällt sie mir sehr gut, am Lagerfeuer in einer kühlen Gebirgsnacht ……. *seufz* Dass dein Beitrag nicht irgendwann sondern jetzt auftaucht um für etwas Abkühlung zu sorgen, ist überaus willkommen. Vielen Dank dafür !

    Gefällt 2 Personen

    1. Random Randomsen sagt:

      Ja, ich würde durchaus sagen, dass bei dieser Musik ihre Landschaftlichen Wurzeln deutlich spürbar sind. Die „Ecke“ wird möglicherweise nur in einem weiteren Sinne zur abgebildeten Region gehören. Aber Musik und Mobilität gehören ja oft zusammen – die Reisekiste illustriert es sehr schön. 🙂
      Die Vorstellung einer kühlen Gebirgsnacht mit höchst willkommenem Lagerfeuer gefällt mir jedenfalls im Zusammenhang mit dieser Musik sehr gut. 🙂
      Mit einem klangvollen Abendgruß 🐻

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  3. Ulrike Sokul sagt:

    Sehr schön! Diese Art Musik und der spezielle Saitenklang der Bağlama berühren meine orientalische Seelensaite sehr. 🙂
    Herzensdank für den Lauschreise, die Du mir vermittelt hast.
    Eines meiner IRGENDWANNS ist tatsächlich der Beginn einer CD-Sammlung mit traditioneller türkischer Musik. Ich finde einfach keinen Anfang und kenne viel zu wenig – dabei fühle ich mich immer magisch angezogen, wenn meine Feenohren dann doch gelegentlich von solcher Musik erfüllt werden. 🎶🎶🎶🎶🎶🎶🎶

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    1. Random Randomsen sagt:

      Lieblichen Dank für deine klangverzauberte Resonanz. 🙂 Bei mir ist es eher ein ganz breit gefächertes Interesse an Lauteninstrumenten aller Art, das eben die Bağlama auch einschließt.
      Die Problematik hinter deinem „Irgendwann“ kann ich gut nachvollziehen. Mir sind zwar inzwischen einige türkische Musiker bekannt – die ich allesamt sozusagen unterwegs „eingesammelt“ habe (d.h. sie sind mit mir bekannten Musikern aufgetreten und ich habe dann recherchiert, was die sonst so machen). Allerdings habe ich den Eindruck, dass in deren Musik zwar durchaus auch traditionelle Elemente vorkommen – aber eben auf eine Weise, die man nicht mehr als „traditionelle türkische Musik“ bezeichnen kann. Daran ist natürlich nichts verkehrt – aber es ist eben nicht das, was man sucht, wenn man dem ursprünglichen musikalischen Wurzelwerk auf die Spur kommen möchte. Ich kenne mich da auch zu wenig aus. Vielleicht könnte dieser Musikus hier eine heiße Spur für einen Anfang sein:

      Mit klangvollen Grüßen 🐻

      Gefällt 1 Person

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