Jonis Hiobsbotschaft

In der Kommentarsektion habe ich dies ja bereits frühzeitig ausposaunt: zu Bild Nr. 4 aus Myriades Juni-Impulswerkstatt

© Myriade

…hat sich alsbald noch ein dritter musikalischer Impuls eingestellt. Und zwar lässt mich diese Skulptur auch an ein Meisterwerk von Joni Mitchell denken: The Sire of Sorrow mit dem vielsagenden Untertitel Job’s Sad Song. Als Pfarrer dürfte der bildhauernde Schöpfer dieser Figur mit dem biblischen Hintergrund, in dem dieser meisterhafte Text verwurzelt ist, durchaus vertraut gewesen sein – und in seiner Berufstätigkeit sind ihm gewiss auch die darin geschilderten Gedankengänge und Gefühlslagen begegnet. Auch wenn er bei der Gestaltung dieser Skulptur durchaus anderes im Sinn gehabt haben mag, dürfte ihm die Hiobs-Assoziation möglicherweise nicht gänzlich abwegig erschienen sein.

Der Text ist unter folgendem Link zu finden:
Joni Mitchell: The Sire of Sorrow

The Sire of Sorrow
Job’s Sad Song
Joni Mitchell

Joni Mitchell • Gesang, Gitarre, Tasteninstrumente
mit u.a. Wayne Shorter (Saxofon)

Joni Mitchell • Gesang
Vince Mendoza • Arrangement und Orchesterleitung

11 Gedanken zu “Jonis Hiobsbotschaft

    1. Random Randomsen sagt:

      Vor allem finde ich diesen wortvirtuosen Text faszinierend. 🙂
      Mit dem Sax habe ich ja oft meine liebe Mühe, weil man doch häufig das zu hören bekommt, was ich Bandnudelgedudel nenne. Bei Wayne Shorter ist das ganz anders. Oft scheint mir, als forme er aus jedem Ton eine kleine Klangskulptur. Das ist auch hier der Fall. Edel. 🙂
      Mit einem klangvollen Mittagsgruß 🐻

      Gefällt mir

  1. Myriade sagt:

    Das ist ein starker Text !! Hiob gehört für mich zu den interessantesten Gestalten der Bibel. Als Ungläubige ist mir seine Haltung so wenig nachvollziehbar, dass ich immer wieder einmal darum herum kreise und versuche, ihn irgendwie zu verstehen. Ist mir – bis jetzt jedenfalls – nicht gelungen. Vielen Dank für diese Assoziation mit dem Steinmann …

    Gefällt 2 Personen

  2. Random Randomsen sagt:

    Da ergibt sich sogar noch eine Parallele zum Bild, an die ich gar nicht gedacht hatte. Denn die biblische Gestalt des Hiob ist ja in verschiedener Hinsicht ein „schwerer Brocken“ – wie auch diese Skulptur (ich gehe davon aus, dass sie in etwa lebensgroß sein dürfte). Dass sich jemand dieser Gestalt auf diese Weise in einem Songtext nähert, hätte man kaum für möglich gehalten.
    Mit einem klangvollen Gruß 🐻

    Gefällt 1 Person

  3. PPawlo sagt:

    Ja, dass diese Skulptur dich an Hiob erinnert, versteh ich gut. Ich mag Joni Mitchells Stimme, wundere mich aber über die lässige Stimmung, die bei diesem harten Text, rüberkommt. Hast du die Musik von Stefan Kraus zum gleichen Thema gehört? Seinen Psalm 22 ? Da geht es an die Knochen!
    Leider ist das ja immer wieder eine Situation, die wir Menschen durchgehen müssen. Mit einem herzlichen Abendgruß, Petra

    Gefällt 1 Person

    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank für diese anregende Resonanz. 🙂
      Was Joni Mitchells Musik zu ihrem Text angeht, kann ich nur mutmaßen. Aber die Grundstimmung und der Untertitel „Job’s sad song“ verleiten mich zu der Annahme, dass hier eine gewisse Resignation zum Ausdruck kommen soll. Also weniger ein heftiges Aufbegehren, sondern eher schon nüchternes Summieren von Gedanken und Empfindungen.
      Lieben Dank für deinen Hinweis auf das Werk von Stefan Kraus. Ich kannte das Werk bisher nicht, werde dem aber gerne nachgehen.
      Ja, wir begegnen hier auf jeden Fall Themen, die sich kreuz (!) und quer durch Lebensgeschichten ziehen.
      Mit einem herzlichen Sommerabendgruß 🐻

      Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.