Der zweite Blick…

…auf Bild Nr. 4 aus Myriades Juni-Impulswerkstatt

© Myriade

…weckte bei mir, wie bereits erwähnt, etwas andere Assoziationen als der erste Blick. Dazu lasse ich zunächst nun einfach die Musik sprechen.

Konzert für Klavier und Orchester in D-Dur
Maurice Ravel

Jean-Efflam Bavouzet • Klavier
hr-Sinfonieorchester • Juraj Valčuha (Leitung)

Mit dieser Musik dürfte auch die Assoziation klar werden – denn die Skulptur erinnert (zumindest mich) doch stark an einen Kriegsversehrten. Und das Klavierkonzert hier wurde durch Paul Wittgenstein, der im ersten Weltkrieg aufgrund einer Verletzung seinen rechten Arm eingebüsst hatte, in Auftrag gegeben. Allerdings sehen wir hier doch auch einen deutlichen Kontrast zur abgebildeten Skulptur. Denn Paul Wittgenstein ließ sich durch diesen schwerwiegenden Verlust nicht davon abhalten, seine Laufbahn als Pianist fortzusetzen. So arrangierte er Werke für die linke Hand allein und gab eben auch einschlägige Kompositionen in Auftrag. So auch dieses Klavierkonzert von Maurice Ravel. Zwar verlief die Zusammenarbeit zwischen Komponist und Pianist nicht unbedingt harmonisch. Das ändert aber nichts daran, dass da ein überaus faszinierendes Werk entstanden ist.

9 Gedanken zu “Der zweite Blick…

  1. Myriade sagt:

    Faszinierend der einhändig spielende Pianist ! Was ich hier immer lerne, großartig! Im Schatten von Ludwig Wittgenstein, ist mir sein Bruder Paul völlig entgangen. Peinlich, aber wahr. Dabei finde ich es sehr imponierend nach dem Verlust eines Arms als Pianist weiterzumachen wenn auch der beträchtliche finanzielle Rückhalt durch die Familie sicher nicht geschadet hat.

    Gefällt 3 Personen

    1. Random Randomsen sagt:

      Das ist schon ein faszinierendes Konzert – und der Solist ist hier wirklich brillant. 🙂
      Auf Paul Wittgenstein wird man eigentlich am ehesten über die berühmtesten Auftragswerke aufmerksam. Eben dieses Konzert hier und das vierte Klavierkonzert von Sergei Prokofiew. Sicher war die pekuniäre Rückendeckung ein Vorteil – dennoch finde auch ich es bewundernswürdig, wie er sein Schicksal in diese eine Hand genommen hat.

      Gefällt 3 Personen

    1. Random Randomsen sagt:

      Großartig, einmalig und edel – da hast du, wie ich finde, einige ganz wesentliche Merkmale genannt, die irgendwie auf Ravels gesamtes facettenreiches Œuvre zutreffen. Klangwunderwelten, an denen man sich kaum genug sattfreuen kann. 🙂
      Mit einem klangvollen Nachmittagsgruß 🐻

      Gefällt 2 Personen

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