Fr-o-Sch Fantasie

Bei Bild Nr. 4 aus Myriades Juni-Impulswerkstatt

© Myriade

…ist die interessante Situation entstanden, dass sich gleich zwei Impulse hintereinander eingestellt haben. Einer auf den ersten und der andere auf den zweiten, genaueren Blick. Nun war ich zunächst geneigt, nur den zweiten Impuls in einen Beitrag zu verwandeln. Denn der erste passt irgendwie schon nur auf den ersten Blick – im Grunde genommen hat er letztlich wenig mit dem Bild gemein. Aber Impuls ist Impuls. Und der erste Impuls war nun eben der, dass mich das Bild an die Fr-o-Sch erinnert hat. Und zwar an eine ganz bestimmte Stelle aus der Fr-o-Sch, wenn die Stimme des roten Falken singt: „…der Kaiser muss versteinen…“ Und auch von der Amme und der Kaiserin ist in der Folge diese düstere Prophezeiung im ersten Akt der Oper Die Frau ohne Schatten von Richard Strauss zu hören. In der Oper wird der Kaiser letztlich des Versteinenmüssens enthoben. Und ich nutze den Impuls nun einfach, um hier die von Richard Strauss über Themen der Oper geschaffene Orchesterfantasie vorzustellen – ein Fr-o-Sch Konzert, sozusagen. Und letztlich passt diese Musik in verschiedener Hinsicht dann doch ganz gut zum Bild. Bereits das zentnerschwere Keikobad-Motiv am Anfang wirkt ja wie ein akustisches Pendant zur Skulptur. Und in dieser Figur steckt ja auch viel Dramatisches – wie in der Musik. Und sogar das „er wird zu Stein“-Motiv aus der Oper taucht in der Orchesterfantasie auf.

[Die Bezeichung Fr-o-Sch für Die Frau ohne Schatten stammt übrigens nicht von mir. Richard Strauss war, aus naheliegenden Gründen, schneller. 😉 ]


Die Frau ohne Schatten (Orchesterfantasie)
Richard Strauss

World Orchestra for Peace • Valery Gergiev (Leitung)

11 Gedanken zu “Fr-o-Sch Fantasie

  1. Stefan Kraus sagt:

    Eine Ambivalenz ergibt sich bei dem Bild auch für mich. Auf den ersten Blick ist die Skulptur so mächtiger Wirkung, doch dann fällt die Bettelgeste auf. Scheingröße, die um Anerkennung bettelt?

    Ambivalent empfinde ich auch Gergiev. Ein so großartiger Dirigent, aber bei seinem Denken beschleicht mich ein unangenehmes Gefühl…

    Dir ein schönes Wochenende!

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    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank für deine spannende Resonanz. 🙂
      Zwar kenne ich die Hintergründe dieser Skulptur nicht. Aber ich gehe schon davon aus, dass ein nicht zu knappes Unbehagen von ihrem Urheber durchaus beabsichtigt ist. Eine Figur, an der man sich reibt, die einem keine Ruhe lässt. Ein vom Schicksal Getroffener, der in seinem Unglück erstarrt ist. Oder auch ein Mahn-Mal – in Stein gehauen und somit als dauerhafte Erinnerung an etwas, was in der Geschichte tausendfach wiederholt wird.
      Spannend finde ich deinen Hinweis auf die Ambivalenz in Bezug auf Gergiev. Denn ich hatte die Aufnahme aus musikalischen Gründen ausgewählt. Das ist dann doch ganz interessant, dass sie auch auf andere Weise passt.
      Auch dir ein zauberhaftes Wochenende 🐻

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          1. Random Randomsen sagt:

            Ja, durchaus vielfältig denk-würdig. So wird es wohl nicht beim bereits angekündigten zweiten Impuls bleiben, sondern noch einen dritten Klangimpuls geben. [Und natürlich plaudere ich das absichtlich jetzt schon aus, um die Sache ein wenig spannend zu machen.]

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  2. Myriade sagt:

    Mit der Fr-o-sch Abkürzung ist dir Richard Strauss aber sicher nur aus Gründen der frühen Geburt zuvor gekommen, sonst bin ich sicher, dass dir diese Abkürzung oder etwas noch Besseres eingefallen wäre 😉 Dass die Figur versteinert wurde und nun die Betrachter um Erlösung bittet, ist eine Interpretation, die mir sehr passend erscheint. So eine Versteinerung gab es auch beim allerersten Durchgang der Impulswerkstatt im Oktober 20.
    Herzliche Grüße in deine vielfältig musikalischen Hallen !

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    1. Random Randomsen sagt:

      Ja, diese Fr-o-Sch Abkürzung würde schon zu mir passen – aber es ist ja auch schön, wenn man nicht alles selber machen muss. 😉
      Irgendwie wäre es ja auch eine ganz originelle Wendung, wenn die Fr-o-Sch die versteinte Person küssend erlösen würde. 🙂
      An diese frühere Versteinerung erinnere ich mich – allerdings war ich damals noch nicht Impulswerktätig.
      Mit einem herzlichen und klangvollen Nachmittagsgruß 🐻

      Gefällt 1 Person

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