Die Seelenruhe…

…eines Vogelfütterers.

Das zweite Bild aus Myriades April-Impulswerkstatt bringt mich zu einem Thema, das mich seit Jahrzehnten immer wieder beschäftigt und erfreut: das besondere Erlebnis, Tiere zu füttern. Dabei geht es mir nicht zuvörderst um spektakuläre Ereignisse, wie etwa das buchstäblich einmalige Erlebnis, einen Eisbären mit dem eigenen Körper zu füttern. 😉 Sondern es geht mir hier primär darum, dass es auch für die Menschen ein nährendes Erlebnis ist, Tiere mit Nahrung zu versorgen und der Nahrungsaufnahme beizuwohnen. Bei mir geht das so weit, dass ich tierische Nahrungsaufnahme oft auch akustisch als attraktiv empfinde. Auch die Nahrungsvorlieben verschiedener Tierarten oder individueller Tierpersönlichkeiten sind ein nahezu unerschöpfliches Thema. Erst kürzlich hat mir jemand davon erzählt, wie sehr sich Esel für Wassermelonen begeistern können…

© Myriade

Zum Bild habe ich eine Musik ausgewählt, die zwar kaum auf die von mir hier beschriebene Thematik gemünzt ist. Aber sie passt. Sie drückt genau diese seelenfriedliche Ruhe aus, die für mich zum Füttern von Tieren gehört – und es fließen auch Elemente des äußeren Geschehens ein. Die friedensreiche Grundstimmung bleibt selbst dann bestehen, wenn es zwischendurch mal „flatterhaft“ zugeht (Hat eine Möwe die Tauben aufgeschreckt?). Dass das Harmonium klanglich an ein Schifferklavier erinnert, passt ja auch ganz gut zum Bild…


Das Stück ist hier zunächst als Studioaufnahme zu hören. In der zweiten Aufnahme ist die seelenfriedliche Atmosphäre zusätzlich auch im Bild zu erleben.

Bachslått
Gjermund Larsen

Gjermund Larsen • Violine
Andreas Utnem • Harmonium
Sondre Meisfjord • Kontrabass
Gjermund Larsen • Violine
Andreas Utnem • Harmonium
Sondre Meisfjord • Kontrabass

12 Gedanken zu “Die Seelenruhe…

  1. Myriade sagt:

    „Seelenfriedlich“ passt ganz genau und obendrein stimmt es auch noch heiter … Alles was ich hier bisher an „nordischer“ Musik gehört habe, fand ich sehr eindrucksvoll und zu Herzen gehend.
    Ich habe kürzlich eine Doku über Elefanten gesehen. Da gab es einen Elefanten, der einmal im Jahr an einem Ort vorbeikommt, wo ihm einmal Menschen eine Wunde behandelt haben. Er erinnert sich an diese Menschen und kommt sie anscheinend besuchen. In der Doku sieht man, wie ein junger Mann dem Elefanten aus einem Gartenschlauch Wasser in den Rüssel laufen lässt und dabei ganz selig aussieht. So ein Kontakt mit wilden Tieren ist schon etwas sehr bewegendes. Allerdings sollte man sich dabei auf vegetarische Tiere beschränken, weil die Sache mit dem Eisbären (ich liebe deine Art des Humors)…. Auch von Eisbärenseite gibt es da viele Fragen. Wie sieht es mit dem Nährstoffgehalt von Goretex aus ? Sollte man Menschen vor dem Genuss schälen? etc
    Danke für diesen und alle anderen schönen Beiträge !

    Gefällt 1 Person

    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank für dein erfreuliches Echo. 🙂
      Ja, der Kontakt mit Wildtieren ist immer etwas Bewegendes. Und möglicherweise wird dies noch durch den Seltenheitswert verstärkt. Die meisten Wildtiere haben ja doch eine Tendenz, Menschenbegegnungen zu meiden. Bei Eisbären ist das etwas anders. Da geht es um die Frage: wie kann ich mit möglichst wenig Energieaufwand zu einer möglichst großen Energiezufuhr kommen? Verpackungstechnisch sind Menschen sicher nicht das optimale Futter (allerdings auch eine Ausnahme). Wobei sich Eisbären eh ungesund ernähren: die bevorzugt verspeisten Robben haben ja ernährungsbedingt auch schon einiges an Schadstoffen angesammelt.
      Mit einem herzlichen Nachmittagsgruß 🐻

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  2. Karin sagt:

    Ich finde, sie streiten sich musikalisch doch ganz schön um’s Futter – friedlich? Allerdings denke ich auch nicht an herumflatternde Eisbären, eher an die Wildtiere, die sich hier oben bei mir tummeln – Amseln zetern, der Specht klopft und die Meisen schimpfen auch und das Rotkehlchen schmettert schon am frühen Morgen seinen Revierbehauptungssang.. Lediglich die Tauben sind im Moment im Koserausch miteinander und gurren aufs Zärtlichste. Die Hinterlasseschaftenmeiner Wildtiere – weil der Teller nicht ordentlich leer gegessen wurde im Winter – sprießen jetzt überall aus den Ritzen der Platten – Gras, Sonnenblumen würden bald einen Teppich bilden – Wildwuchs -:))) Dazu paßt die Musik auch .
    Friedliche Grüße vom Dach mit im Hungerstreik befindlichen Kater – der nimmt die Fastenzeit scheint’s ernst – Karin

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    1. Random Randomsen sagt:

      Ja, es kommen durchaus auch die Turbulenzen der Vogelwelt zum Ausdruck – aber irgendwo bleibt für mein Empfinden die seelenfriedliche Grundstimmung, die ich dem Vogelfütterer zuschreibe. 🙂
      Solche Ritzengewächse habe ich in den letzten Jahren auch immer erlebt. Hier dürfte dergleichen nicht vorkommen.
      Der Kater, scheint mir, hat Humor. Erst verschläft er die Fastenzeit im Waschbecken. Und hinterher bekommt er plötzlich Appetit aufs Fasten. 😉
      Mit einem friedensreichen Abendgruß 🐻

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  3. PPawlo sagt:

    Ja, diese Musik bringt einen Augenblick an Glück mit sich und das können Tiere tatsächlich auch.
    Ich nehme mal an, du erlebst das mit den kleinen Wildschweinchen, die du uns ja schon in Bloghausen vorgestellt hast ? Für mich sind’s die Vögel und manchmal die Enten im Garten. Ich habe da den Eindruck Fütterungen folgen einem regelrechten Ritus: wenn die Futterstellen leer sind, fliegen sie erst einmal auffällig häufig am Fenster vorbei und setzen sich dann auf den Busch vor das Haus und warten. Wenn ich komme, ist erst einmal Stille. Sobald ich das Futter hole, fangen sie an, wunderschön zu singen. Und es gibt einen Vogel mit Lockruf , als ob er rufen würde: Kommt her!! Jetzt gibt’s endlich was!!Und wenn ich dann zurück ins Haus gehe, plötzliche Stille, vielleicht Spannung, dass es jetzt gleich etwas gibt? Jedenfalls bin ich dabei auch ganz glücklich!

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    1. Random Randomsen sagt:

      Herzlichen Dank für deine sehr schöne und spannende Beschreibung der Abläufe deiner Vogelfütterungen. Vor diesem Hintergrund kannst du freilich die von mir hier angesprochene „Seelenruhe eines Vogelfütterers“ sehr gut nachvollziehen. Und auch bei dir finde ich die Bestätigung, dass man beim Füttern auf einer gewissen Ebene ebenfalls genährt wird.
      Mit einem klangvollen Abendgruß 🐻

      Gefällt 1 Person

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