Unterstellen will ich…

…rein gar niemandem rein gar nichts.

Aber so ganz abwegig scheint mir ja bei Bild Nr. 3 aus Myriades April-Impulswerkstatt

© Myriade

…der Gedanke nicht, dass sich da folgendes abgespielt haben könnte:

Ein Wassermann (Nöck) steigt in Gestalt eines wunderschönen weißen Pferdes aus dem Wasser und verlockt einen Jungen dazu, auf seinem Rücken zu reiten. Sobald ihm dies gelungen ist, verschwindet er samt dem Jungen im Wasser.

Dass der Junge dabei einen Schuh verliert, scheint mir nicht weiter verwunderlich.


Als Klanggemälde klingt die Geschichte so:

Nykken (Op. 187)
Geirr Tveitt

Stavanger Symphony Orchestra • Ole Kristian Ruud

Und beim Maler Theodor Kittelsen schaut das dann so aus:

Theodor Kittelsen: Nøkken

Theodor Kittelsen: Nøkken som hvit hest

Theodor Kittelsen: Gutt på hvit hest

18 Gedanken zu “Unterstellen will ich…

    1. Random Randomsen sagt:

      Hab lieben Dank für dein harmonisch einstimmendes Echo mit weiterführendem Link. 🙂
      Man müsste wohl die bekannte Redewendung noch durch die Variante „sich aufs falsche Pferd setzen“ ergänzen. 😉
      Ich freue mich immer, wenn meine Beiträge einen Domino-Effekt bewirken. Das Stöbern bei Kittelsen lohnt sich auf jeden Fall. Und der von dir verlinkte Dokumentarfilm 😉 zeigt, dass der von mir beim Impulsbild vermutete Hintergrund wirklich nicht gänzlich abwegig ist…
      Mit einem blass-sonnigen Vormittagsgruß aufs Dach 🐻

      Gefällt 4 Personen

  1. PPawlo sagt:

    Och nee! Bis zum Schluss hab ich darauf vertraut, dass die beiden Seegeisterle , die man vorne im Bild sehen kann, den Buben noch retten, oder dass das Pferd nur einen Schabernak treiben will. Zwar sieht die Lage unheimlich für den Buben aus, aber das Pferd,sieht doch nett und gutwillig aus! . Oder ist im ersten Bild doch der Junge schon an der Oberfläche des Wassers zu sehen? Der Schreckensschrei am Ende der Musikerlaubt da allerdings keine Illusionen! Also nichts mit: Und wenn sie nicht gestorben sind, leben sie heute noch! ? 😉

    Gefällt 3 Personen

    1. Random Randomsen sagt:

      Auf dem ersten Bild taucht der Nöck in seiner wirklichen Gestalt auf – da scheint er wohl die Lage zu sondieren. Dass die Pferdegestalt freundlich ausschaut, gehört freilich zur „Trickkiste“ des Nöck. Geirr Tveitt lässt hier wirklich keinen Zweifel daran aufkommen, wie die Geschichte ausgeht. Es gibt allerdings auch Volkserzählungen und Weisen, in denen der Nöck genötigt wird, die geraubten Menschen wieder herauszurücken.
      Mit einem klangvollen Abendgruß 🐻

      Gefällt 2 Personen

  2. Myriade sagt:

    Ich hab mich gerade über Wassergeister informiert, eine sehr beachtliche Vielfalt davon gibt es in ganz Europa und sicher auch anderswo .. Dass sie sich auch verwandeln können, zB in Pferde ist mir neu und eröffnet große Horizonte der Mythologie. Leider muss man wohl befürchten dass die Sache hier für den Reiter nicht gut ausgeht, sowohl die Musik als auch die Bilder sind da ziemlich eindeutig 😉
    Theodor Kittelsen war mir auch unbekannt muss ich gestehen.Seine Bilder würde ich mir nicht unbedingt an die Wand hängen, aber ich finde sie interessant und lehrreich zum Thema Mythologie.
    Überhaupt liebe ich deine Beiträge, weil ich immer wieder Neues nicht nur über Norwegen erfahre !!
    Ganz herzlichen Dank für deine gesamtkunstwerklich konzipierten Beiträge !!

    Gefällt 3 Personen

    1. Random Randomsen sagt:

      Ja, die Wassergeister bevölkern die Volkserzählungen (und im Gefolge auch Musik und Malerei) in mannigfaltigen Gestalten. Manchen wird sogar nachgesagt, dass sie Menschengestalt annehmen können – wobei sie aber daran zu erkennen sein sollen, dass ein Zipfel ihres Gewandes immer nass ist.
      Die Tonsprache von Geirr Tveitt ist, was den Ausgang der Geschichte angeht, durchaus eindeutig.
      Ein verwandtes und in der norwegischen Sagenwelt häufiges Thema ist, dass jemand „bergtatt / bergteken“ wird. Die betroffenen Personen werden dann beispielsweise von einem Bergkönig ins Bergesinnere gelockt (oder auch gewaltsam entführt). Das hat sogar als metaphorische Wendung Einzug in den Sprachgebrauch gehalten, wenn beispielsweise jemand sagt: „Jeg ble helt bergtatt av musikken.“ (um auszudrücken, dass man von der Musik wie verzaubert war)
      Dass sich mit dem „Nykken / nøkken“ gleich Musik und Malerei verbinden ließ, war freilich ein schöner Glücksfall. 🙂
      Mit einem klangvollen Abendgruß 🐻

      Gefällt 2 Personen

        1. Random Randomsen sagt:

          Ja, beides ist sprachlich immer wieder spannend. Eben, dass in einer Sprache ein Vorgang ein eigenes Wort bekommt, während er in anderen Sprachen umschrieben werden muss. Und dann eben die Frage von Doppelbedeutungen.
          Die norwegische Sprache hat noch eine weitere schöne Wortkreation in der Zauberkiste. „Å trollbinde noen“ bzw. „å være trollbunden.“ Ausgangspunkt ist das Substantiv „trolldom“ für übernatürliche Kräfte (gerne schwarzmagische Zauberkräfte). Wer diese Kräfte beherrscht, kann dann „kaste trolldom på noen“ (die Verwandschaft zum englischen „cast a spell“ wird hier sichtbar). Und wer mit diesem Zauber „beworfen“ wurde, ist dann eben „trollbunden.“ Das funktioniert dann eben auch metaphorisch. Wenn etwa Kinder gebannt (!) einer Erzählung lauschen, können sie „sitte som trollbunden.“ Da sind wir dann wieder ganz in der Nähe von „bergtatt“ in seiner übertragenen Bedeutung.

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            1. Random Randomsen sagt:

              Ja, bei einem Ausdruck wie „visdom“ wird die Nähe noch deutlicher.
              Bei der Frage nach den Trollen muss ich eine „im Prinzip ja, aber…“ Antwort geben. Denn Trolle sind in Volkserzählungen und im traditionellen Liedgut sehr präsent. Allerdings haben diese mit den „touristischen Trollen“ wenig gemein. Der klassische Souvenirtroll schaut ja oft aus wie ein etwas zotteliger aber gutmütiger Kobold. Der Traditionstroll dagegen ist so potthässlich, dass es einer Sau graust, stinkt, dass es einer Sau graust und ist von dergestalt abgrundtiefer und hinterhältiger Bosheit, dass es sogar den Menschen graust.

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    1. Random Randomsen sagt:

      Norwegen (und was damit sprachlich und kulturell zu tun hat) gehört für mich zu einem „früheren Leben.“ Trotz der inzwischen beachtlichen räumlichen Distanz ist vieles noch sehr präsent. Deshalb schöpfe ich auch hier auf WP immer wieder gerne aus diesem Fundus.
      Sprachliche Vielfalt wurde mir auch sozusagen in die Kinderstube gelegt. Und sprachliche Themen waren gewissermaßen auch meine „Einstiegsdroge“ in die WP-Welt. 😉
      Mit einem sprachbegeisterten Gruß in deine Richtung 🐻

      Gefällt 2 Personen

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