Klang im Puls

Dies ist mein erster Versuch, Myriades Einladung zur Impulswerkstatt zu folgen. Naturgemäß auf meine Weise. Nicht ganz unerwartet sind die Impulse dabei klanglicher Natur. Und zwar habe ich einfach mal zu jedem Bild eine Musikaufnahme ausgewählt, die mit meinen Eindrücken beim Betrachten der Bilder harmoniert. Interessanterweise fand ich gleich zu allen vier Bildern etwas Passendes unter den Préludes Op. 28 von Frédéric Chopin – allerdings spielen dabei die durchaus eigenwilligen Interpretationen eine ganz wesentliche Rolle.

Zunächst war ich in Versuchung, zumindest in Stichworten etwas darüber zu schreiben, warum das jeweilige Stück für mich eine Geschichte zum Bild erzählt. Letztlich fand ich es aber besser, wenn die Musik allein die Erzählerin ist. Denn – um eine bekannte Redensart zu adaptieren – wenn zwei das Gleiche hören, ist es noch lange nicht dasselbe. Und falls jemand doch gerne etwas mehr wissen möchte: es gibt ja immerhin noch die Kommentarsektion.


I

© Myriade

Prélude in c-moll • Op. 28, Nr. 20
Frédéric Chopin

Maria João Pires • Klavier


II

© Myriade

Prélude in g-moll • Op. 28, Nr. 22
Frédéric Chopin

Martha Argerich • Klavier


III

© Myriade

Prélude in F-Dur • Op. 28, Nr. 23
Frédéric Chopin

Grigory Sokolov • Klavier


IV

© Myriade

Prélude in Fis-Dur • Op. 28, Nr. 13
Frédéric Chopin

Ivo Pogorelich • Klavier

21 Gedanken zu “Klang im Puls

    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank für dein harmonisches Echo. 🙂
      Mir schien das auch als Experiment interessant: wie wirken Bilder und Musik im Verbund? Vielleicht sieht man die Bilder durch die Klangbegleitung anders – oder man hört die Stücke mit Bezug auf ein Bild irgendwie neu.
      Mit einem klangvollen Sonntagsgruß 🐻

      Gefällt 4 Personen

  1. Karin sagt:

    Meine subjektiven Empfindungen von hinten aufgerollt:
    Bei Stück IV passt schon das Cover zur Musik – die Sehnsucht einzusteigen in die Geborgenheit und Heimeligkeit eines Zimmers.
    Bei Stück III plätschert und quirlt es in den Tönen und Tasten – goldene Lebendigkeit und Leichtigkeit.
    Bild II Tastenkapriolen – Streetdance auf dem Klavier
    Bild I Käse und Chopin – das bringe ich kaum zusammen – hast Du rollende Laiber vor Augen gehabt?
    Du wirst uns aber noch erzählen, was Dich – nicht so unseriös wie ich – dazu bewogen hat. -:))
    Trotz Regen,Regen,Regen gut gelaunte Sonntagsgrüße vom Dach, Karin miWbsK

    Gefällt 5 Personen

    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank für deine eindrucks-volle Resonanz. 🙂
      Bei IV hast du genau einen Punkt getroffen, der mir wichtig war. Ein Raum der Wärme und Geborgenheit. Deshalb auch Pogorelich, der hier ganz Hingabe und Seelen-Ruhe ist. Ob man das Fenster dabei als Aus-Blick sehen will, ein träumerisches in-die-Ferne-Schweifen, oder symbolisch für einen Ein-Blick ansehen will, die Klangwelt als Fenster zu Herz und Seele, darf dabei den persönlichen Präferenzen überlassen bleiben.
      Bei III hast du bereits vieles ausgesprochen, was mir hier wesentlich war. Die Version von Sokolov bringt besonders schön auch diese goldenen Schimmer zur Geltung und vergisst in ihrer feinen Gestaltung auch nicht die Muster des Schattens.
      Bei II habe ich eine der sportlichsten Versionen überhaupt gewählt. So kann der Schatten fast schon so etwas wie ein Eigenleben bekommen. Denn hier finden wir Energie und Lebendigkeit für zwei.
      Bei I ist die Auswahl wohl am wenigsten durchschaubar. Der Käse ist – das passt wohl auch zur Erscheinung des Bildes – für mich hier Sinn-Bild. Es geht mir hier darum, dass man zunächst von einem großen Ganzen nahezu überwältigt wird und sich dann aber auf Details konzentriert, ohne dass die Bandbreite der Eindrücke schmaler wird. In Bezug auf den Käse würde das bedeuten, dass man sich aus der überwältigenden Fülle ein Stück herauspickt und dem Geruch und Geschmack nachspürt. Musikalisch gesehen werden die Noten ja nicht weniger. Es bleiben Akkorde. Und die Empfindung wird dabei zunehmend subtiler und reicher.
      Mit einem herzlichen Sonn(mnja)tagsgruß aufs Dach 🐻

      Gefällt 4 Personen

      1. Karin sagt:

        Dann war mein Empfinden gar nicht so weit weg von Deinem und jetzt verstehe ich auch Deine zum Stück eins – wäre aber nicht selber darauf gekommen -:))
        Es werden ja noch hoffentlich mehr Kommentare eintrudeln, auf die ich mich auch schon freue.
        Mit-es-regnet-noch-immer-Gruß , Karin

        Gefällt 2 Personen

            1. Random Randomsen sagt:

              Aha! Der Saharastaub ist nach Nordosten gezogen. 😀
              In meiner Erklärung schwingt ja auch noch die Begründung für die Auswahl genau dieser Interpretation mit. Da wird es ganz naturgemäß schwierig, noch etwas hinzuzufügen. 🙂

              Gefällt 2 Personen

    1. Random Randomsen sagt:

      Das ist seltsam. Bei mir funktioniert es klaglos. Und zwar nicht nur auf meiner Seite, sondern auch im Reader. Als Notlösung würde sich dann nur noch anbieten, via rechte Mausitaste die Video-URL zu kopieren und gesondert in den Browser zu pappen.
      Auch dir einen zauberhaften Sonntag 🐻

      Gefällt 1 Person

  2. Olpo Olponator sagt:

    Zu deiner Wahl lasse ich mich gerne überreden, im Bezug der Musik zu den Bildern. Oder umgekehrt halt. ‚Die Archerich‘ stellt eines meiner geliebtesten Feindbilder dar: ich mag ihr ‚Gehacke‘ nicht, doch wäre es zum Bild gar nicht unpassend gewesen – allerdings hab ich es diesmal gar nicht so empfunden – leider 😉 … Das letzte Bild scheint auch dir eher sanfte, positive Gefühle zu vermitteln, ich finde es beeindruckend.

    Gefällt 2 Personen

    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank für dein positives Echo. 🙂
      Ja, beim letzten Bild überwiegt für mich die Empfindung von Geborgenheit. Deshalb auch der (hier) seelenruhige Pogorelich. Andere Interpretationen haben hier durchaus eine Aura der inneren Unruhe, der Sehn-Sucht. Aber ich empfinde hier eben eher „die schlichte Schönheit des Da-Seins,“ wie sie hier klanglich rüberkommt.
      Beim zweiten Bild kam mir spontan der Gedanke, dass der Schatten hier ein Eigenleben entwickeln und seinen eigenen Tanz aufführen könnte. Deshalb fiel meine Wahl auf die argerichsche Version, die in ihrem Ungestüm diese Hyper-Aktivität (Mensch und Schatten bewegen sich im jeweils eigenen Rhythmus) sehr deutlich werden lässt.

      Gefällt 4 Personen

  3. Myriade sagt:

    Entschuldigung für den nicht pingenden Ping. Das Problem war nicht er sondern die abwesende Hand der Chefin: ich schalte ihn händisch frei.
    Ich freu mich ganz riesig über den ersten musikalischen Widerhall bei diesem Projekt !! Der Käse erscheint und kllngt aus in die Unendlichkeit, der junge Mann hoppelt, das goldene Wasser wird lebendig, das Fenster wird umhüllt. Einfach schön, wie sich alles verbindet und zu einem neuen Ganzen wird !
    Besonders herzlichen Dank zu diesem neuen Impuls in der Impulswerkstatt ❤

    Gefällt 3 Personen

    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank für deine freudig mitschwingende Resonanz. 🙂
      Es freut mich sehr, wenn dieser Musikalische Widerhall Anklang findet. 🙂 Für mich war es eine Möglichkeit, mich auf vertrautem Terrain zu bewegen und zugleich eine neue Facette in die Impulswelt zu bringen. Und vielleicht ergibt sich ja sogar ein Domino-Effekt, wenn jemand durch die Klangbilder zusätzliche Impulse erhält?
      Mit einem herzlichen Sonntagsgruß 🐻

      Gefällt 2 Personen

      1. Myriade sagt:

        Oh ja, er findet sehr positiven Anklang !! Das ist meine Vorstellung von so einem Projekt: gegenseitige Inspiration. Und je mehr verschiedene Lebensbereiche bzw Kunstbereiche angesprochen werden desto besser. Nochmals herzlichen Dank !

        Gefällt 2 Personen

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