XXII • En stjärna gick på himlen fram

Das schwedische Lied En stjärna gick på himlen fram ist recht eigentlich ein „trettondagspsalm“ – es ist also traditionell für den 13. Weihnachtstag, d.h. den 6. Januar vorgesehen (was ich hier nun aber aus naheliegenden Gründen außer Acht lasse). Inhaltlich erzählt es denn auch vom Stern von Bethlehem, der die Weisen aus dem Morgenland zu Jesus führte, ihre große Freude über den vom Himmel herabgestiegenen König und von den Gaben, die sie ihm darbrachten (und je nach Textfassung noch einiges mehr). 

Während der Stern von Bethlehem offensichtlich klar und deutlich zu sehen war, blickt man bei den Quellen dieses Liedes nicht so klar durch. Als ursprünglicher Verfasser des schwedischen Textes wird Laurentius Jonae Gestritius genannt, der dabei möglicherweise auf lateinische Quellen zurückgegriffen hat. Dabei wird als Ursprung manchmal „Puer natus in Bethlehem“ genannt. Das allerdings ist ein anderes Lied (das es auch in einer schwedischen Version gibt*), das aber manchmal zur gleichen Melodie gesungen wird. Im Lauf der Jahrhunderte wurde der Text mehrfach bearbeitet, so dass man heute gar nicht mehr genau sagen kann, wer wann was daran gemacht hat. Es sind auch heute verschiedene Textfassungen im Gebrauch. Das musikalische Material dürfte aus dem Mittelalter stammen, wobei diese Musik teilweise auch für andere Lieder verwendet wurde und auf der anderen Seite wohl in unterschiedlichen Varianten tradiert wurde. Ungeachtet dieser „urheberischen Grauzonen“ ist es ein ganz faszinierendes Lied, von dem ich gleich zwei ausgesprochen spannende Versionen anbieten möchte.   


En stjärna gick på himlen fram

Text • Laurentius Jonae Gestritius
Musik • Trad. (Arr. Gunnar Idenstam)

Ulrika Bodén • Gesang, Flöte
Sandra Marteleur • Violine
Gunnar Idenstam • Orgel
S:t Jacobs Kammarkör • Gary Graden (Leitung)

En stjärna gick på himlen fram

Text • Laurentius Jonae Gestritius
Musik • Trad.

Karin Lindqvist • Gesang

* Die schwedische Version von „Puer natus in Bethlehem“ trägt den Titel „Ett barn er födt i Bethlehem“ – nicht zu verwechseln mit „Ett barn er födt på denna dag,“ das eine schwedische Version von Martin Luthers „Vom Himmel hoch“ ist.


Über folgenden Link ist die Gesamtübersicht der bisher veröffentlichten Julekalender-Beiträge verfügbar:
Julekalender 2016 • 2017 • 2018 • 2020


Titelbild © Random Randomsen

2 Gedanken zu “XXII • En stjärna gick på himlen fram

  1. PPawlo sagt:

    Das sind ja wirklich zwei voll verschiedene Interpretationen von diesem superben Lied!
    Da wird im ersten ja vollends aufgefahren , alle Register sehr beeindruckend gezogen und auch Raum und Zeit ausgefüllt. Einfach herrlich und spannend! Und mit Gunnar Idenstam!!! 😊 Im zweiten liegt dagegen in der Kürze und der Klarheit die Würze und die schöne Engelsstimme berührt und hallt lange nach. Mit einem weiterklingende Abendgruß, Petra

    Gefällt 3 Personen

    1. Random Randomsen sagt:

      Lieblichen Dank für deine klangbezauberte Resonanz. 🙂 Die erste Version ist nicht nur auffallend strophenreich – sie ist vor allem vom musikalischen Aspekt her von unglaublichem Reichtum. Da merkt man, dass Gunnar Idenstam seine Hand im Spiel hatte. 🙂
      Im Prinzip ist man ja mit der ersten Aufnahme zuhörerisch auch bereits voll ausgelastet. Dennoch fand ich diese zweite Version auch sehr beeindruckend. Sie geht neben der ersten auch nicht unter – sie ist einfach auf ganz andere Weise reich. 🙂
      Mit einem herzlichen Abendgruß 🐻

      Gefällt 3 Personen

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