Berufkraut

Hin und wieder begegnet man zwar der Bezeichnung „Berufskraut.“ Und der Name wäre ja auch irgendwie interessant. Kraut von Beruf. Wie es ja auch, beispielsweise, Berufsmusiker gibt. Oder Berufspolitiker und Berufsverbrecher (suche die kleinen Unterschiede und wundere dich nicht, wenn du in Einzelfällen keine findest). Allerdings ist „Kraut“ ja nicht wirklich ein Beruf…

Tatsächlich ist es so, dass die hübsche Pflanze auf dem Titelbild mit bürgerlichem Namen Berufkraut heißt. Und das ist nun ein Name, der sich einem nicht so ganz selbstverständlich erschließt. Was es mit dieser Bezeichnung auf sich hat (und noch einiges mehr) erfahren wir im folgenden Video aus berufenem Mund:

Wolf-Dieter Storl: Das Berufkraut – eine Zauberpflanze

Hier der direkte Vergleich der Blüten von Berufkraut und Gänseblümchen. [Von ihrer tatsächlichen Größe her sind sich die Blüten übrigens durchaus ähnlich.]

Daisy

Auch das Gänseblümchen ist ja eher filigran beblütenblättert. So im direkten Vergleich versteht man aber besonders gut, dass das Berufkraut auch „Feinstrahl“ genannt wird.


Und hier einige weitere Berufkraut-Impressionen.

Hier noch ein besonders feinstrahliges Beispiel von meinem früheren Wohnort. Dort ist es mir höchst ausnahmsweise begegnet. Hier (BW) treffe ich es dagegen erfreulich oft. Die größten Pflanzen haben dabei mit einer Höhe von gegen 2 m fast schon Baum-Ambitionen. 😉


Das ausgewählte Klangbild soll die verschiedenen Aspekte des Berufkrauts irgendwie akustisch repräsentieren. Die filigranen Blütenblätter, die beeindruckende Vitalkraft der Pflanze, ihre heilpflanzlichen Aspekte und auch den Hauch von Zauberei, der hinter der deutschen Bezeichnung liegt.

Klangbild:
Samuelito • Respiración (Rondeña)

Samuelito • Gitarre
Juan Manuel Cortés • Calabash


Titelbild © Random Randomsen

12 Gedanken zu “Berufkraut

  1. PPawlo sagt:

    Ja, man muss gar nicht so weit in die Ferne schweifen und nicht einmal phantastische, auffallende Rosenbüsche um sich haben! Wer gute Augen hat und Zeit mitbringt, trifft auf diese kleine ausstrahlende Zauberpflanze ! Du hast ihr samt Musik eine schöne, bezaubernde Hommage gewidmet! Nun bin ich gespannt auf den Herbst: die letzten Blumen, die dann bei uns im Garten buschartig blühen, sehen auch wie Gänseblümchen und ihr ganz ähnlich oder genau so aus!? Ihren Namen kenne ich allerdings nicht! Mit einem ganz herzlichen Sonntagabendgruß, Petra

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    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank für deine feinstrahlige Resonanz. 🙂 Ja, Zauber und Schönheit muss man nicht an exotischen Plätzen suchen, mann kann sie leicht vor der eigenen Nasenspitze finden. Ich erinnere mich sehr genau, wie ich das Berufkraut erstmals bewusst wahrgenommen hatte. Ich hielt es zunächst für eine Art Kamille. 😀 Das letzte Bild im Beitrag stammt noch von meinem früheren Wohnort. Das war ein Berufkraut, das bis weit in den Oktober noch geblüht hat. Die hier anzutreffende Art erscheint mir ähnlich, aber nicht ganz gleich. Gut möglich, dass auch in deinem Garten eine „Version“ des Berufkrauts gedeiht. 🙂
      Mit einem herzlichen (und, o Glück, regenerfrischten) Sonntagabendgruß 🐻

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  2. Karin sagt:

    Welcher unprosaische Mensch hat sich denn wieder diesen Namen ausgedacht??? lt. Tante Guggle Butterweed im Englischen, Katzenschweif – das laß ich mir gefallen – weiße Dürrwurz ist auch schrecklich, So was Zartes und Entzückendes, der Schöpfer dreht sich im Grabe rum!!! -:)))
    Zu diesser Musik würden alle Stiele und Blütchen tanzen.
    Abendgruß vom Dach aus kaum Gewitter und Regen, wir wurden wieder vernachlässigt, Karin

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    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank für dein blütenfreundliches Echo. 🙂 Zum Glück gibt es ja kein Naturgesetz, wonach die Blümchen nicht hübscher sein dürfen als ihre Namen. 😉 Immerhin ist „Feinstrahl“ eine schöne und passende Bezeichnung.
      Ja, so ein Ballett der Feinstrahlblüten samt „Anhang“ würde sich zu dieser Musik ausgesprochen gut ausnehmen. 🙂
      Ich hatte ja beim zunächst fernen Donnergrollen auch geargwöhnt, dass das Wetter sich spurlos davonschleichen wolle. Aber es hat dann durchaus in der Nähe auch gegrollt. 😀 Ich habe ja noch Nachschub bestellt und bin nun gespannt, ob das mit der Lieferung klappt. 😉
      Mit einem herzlichen Abendgruß aufs Dach 🐻

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  3. Ulrike Sokul sagt:

    Das Berufkraut wächst in der Nähe meines Domizils auf der Brachfläche des stillgelegten, inzwischen abgerissenen Bahnhofs. Trotz oder gerade wegen des eher kargen, steinigen Untergrunds (ein Teil der Fläche ist noch mit vom Bagger umgegrabenen Kopfsteinpflastersteinen gepflastert) wachsen dort viele schöne wilde Blühpflanzen u.a. Natternkopf, Königskerze, Weidenröschen und Flockenblumen. Ich habe dort schon gelegentlich Samen geerntet und für die Baumscheibenbepflanzung genutzt. Die Berufkrautsamen habe ich bisher allerdings immer verpaßt.
    Nach der Lektion von Herrn Storl, habe ich mir nun einen Merkzettel gemacht.
    Herzensdank für Deine animierende botanische und musikalische Darbietung. 🙂

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    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank für deine blühpflanzenbegeisterte Resonanz. 🙂
      Ja, solche Ruderalflächen sind eine Einladung an viele Pionierpflanzen und dadurch oft auch sehr einladend für naturfreundliche Menschen. Einer solchen Fläche verdanke ich auch viele meiner Wegwarten-Bilder. Auch das ist ja eine Pflanze, die nahezu von Luft und Liebe leben kann. 😉
      Die Berufkrautsamen sind sehr reisefreudig, was die Ernte erschwert. Allerdings meine ich, dass die Samen auch an bereits abgetrennten Blüten noch ausreifen können. Du könntest also auch einige abgeblühte Köpfchen ernten und die Samen dann ohne „Fluchtgefahr“ reifen lassen. Ich kann nichts garantieren – aber einen Versuch wäre es wert.
      Mit einem herzlichen Gruß zur zauberreichen Woche 🐻

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      1. Ulrike Sokul sagt:

        Ja, diese Samennachreifeüberlebensstrategie aus dem Pflanzenreich ist mir bekannt. Ich werde demnächst einmal schaun, ob schon abgeblühte Blüten zu finden sind und es einfach ausprobieren.
        Dir wünsche ich ebenfalls eine zauberhafte Woche! 🙂

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        1. Random Randomsen sagt:

          Heute habe ich mich extra mit dem Blick des potentiellen Samenernters umgesehen. Aber ich habe nur blühende Blüten getroffen, oder solche, bei denen das Saatgut bereits ausgeflogen war. Fast zufällig bin ich aber an einer Grünfläche vorbeigekommen, die jemand mit dem Mäher bearbeitet hat. Dort habe ich einige Blüten aufgehoben, und nun werde ich mal schauen, wie sich das entwickelt. Vielleicht waren diese Blüten aber noch zu jung und unbestäubt…

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  4. kopfundgestalt sagt:

    Danke für den Hinweis auf Storl.
    Ein angenehmer Mensch. Klar, er war ja in Gegenden unterwegs, in denen es ganz andere Verbindungen zur Natur gab als gewöhnlich bei uns. Also eine eigentlich buddhistische Natur.
    Ich muß zugeben, daß ich ihn offensichtlich mit einem „Kollegen“ verwechselt hatte, der unlängst einen Rant auf unsere Regierung veröffentlichte. Nun fand ich heraus, daß es Storl nicht war.

    Ich habe ja zur Zeit Handekzeme, sehr sehr sehr lästig, ich mache ja fast nichts mehr mit Ton, leider.
    Storl weiß da auch offenbar nichts, aber das macht nichts. Ich muss da einfach mehr in Alternativmedizin gehen, die bieten eher Chancen als „unsere“ Medizin, jedenfalls in DIESEM Fall.

    Waldbald:
    Ich war ja zuletzt 6-8 mal beim Wasserdost im Wald. Das beruhigt ungemein. Ich bin bei meinen Insekten, da ist reges Leben… und RUHE!

    Zur Musik:
    Ich habe in den letzten Wochen meinen Katalog an Musik etwas durchgearbeitet, bin nicht völlig durch, aber habe 10 neue ds downgeloadet, von Leuten, deren Material ich – offenbar – nachwievor schätze. Dazu vielleicht ein eigener Artikel.

    Gruß
    Gerhard

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    1. Random Randomsen sagt:

      Wolf-Dieter Storl hat durch seinen Werdegang eine ganz besondere Sicht auf die Natur, die ich als sehr bereichernd empfinde. Ich habe auch etliche seiner Bücher gelesen, und es kam mir sehr gelegen, dass er in einem kurzen Video etwas über das Berufkraut erzählt. 🙂

      Es kann auf jeden Fall hilfreich sein, die Möglichkeiten alternativer Medizin hier zu prüfen. Unter Umständen eine Sache, die Geduld erfordert – denn es geht ja um Ursachen und nicht um oberflächliche Symptombekämpfung.

      Angeregt durch deine Beiträge habe ich in letzter Zeit auch nach dem Wasserdost Ausschau gehalten und ihn auch an verschiedenen Stellen gefunden. Solche insektenbelebten Stellen können zu richtigen Oasen im Alltagsleben werden.

      Ja, ein Musikbeitrag wäre mal wieder eine feine Sache. 🙂 Bei dir gibt es Klänge, die man nicht alle Tage hört (und auch nicht so ohne weiteres findet). 🙂

      Mit einem herzlichen Abendgruß 🐻

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