Entdeckerfreude

Wenn ein neuer Lebens-Raum dieser Bezeichnung gerecht wird, erlebt man auch immer wieder Momente der Entdeckerfreude. Und wenn man dabei, wie ich, Glück hat, geschieht dies sogar recht ausgiebig. Einiges davon mag einem noch gänzlich unbekannt sein. Anderes hingegen ist wohlbekannt, vielleicht sogar vertraut – und dennoch sieht man es in der neuen Umgebung auf eine andere Weise.

Ähnliches lässt sich auch in der Musik erleben. Es gibt die Freude, wenn Neues sich als echte Entdeckung entpuppt. Und es gibt das freudige Erstaunen, wenn Bekanntes sich auf neue Weise zeigt. Bei der folgenden Musikaufnahme trifft dies für mich gleich in doppelter Hinsicht zu. Trevor Pinnock ist mir seit Jahrzehnten ein Begriff. Allerdings ist er mir bisher ausschließlich im Bereich der Barockmusik begegnet. Und die zweisätzige h-moll Sinfonie von Franz Schubert ist mir durch zahlreiche (teilweise legendäre) Versionen vertraut. Und doch: diese Aufnahme hier ist von einer dergestalt klangschönen Intensität, dass ich das Werk irgendwie gänzlich neu kennenlerne…


Franz Schubert  •  Sinfonie in h-moll D 759

Chamber Orchestra of Europe • Trevor Pinnock


Manchmal gibt es ganz nebenbei auch humorvolle Seiten des Internets zu entdecken. Als ich etwas mehr über das Chamber Orchestra of Europe wissen wollte, erschien bei den Suchmaschinenergebnissen ganz oben eine Anzeige:
Chamber Orchestra günstig kaufen bei XY…

Ja, lasst uns mal so ganz nonchalant ein Kammerorchester kaufen. 😉 Vielleicht könnte man das zusätzlich mit zwei, drei Streichquartetten aufhübschen. Und ein Chor als Beigemüse wäre auch ganz nett. Gemischt, wenn’s recht ist.
Auf zum sonntäglichen Früh-Shoppen. 😀
[Ich bin ja immer dankbar für inspirierende Anregungen.]


Titelbild © Random Randomsen

4 Gedanken zu “Entdeckerfreude

  1. PPawlo sagt:

    Mir kommt auch hier die Symphonie als alter Bekannter daher, sicher mit neuen Schattierungen der Interpretation so wie auf deinem erfrischenden Foto. Was ist es wohl, das so neu ist für dich? Ich hab mal versucht, mich in deine Entdeckerfreude hineinzuversetzen und siehe da, der erste Satz ist davon voll, einfach mit dieser Freude des Entdeckens und der 2. voll Dankbarkeit über all das schöne Neue! Ist es das? Na, dann einen weiteren, sonntäglichen Tag mit schönen Entdeckungen! Liebe Grüße, Petra

    Gefällt 2 Personen

    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank für deine entdeckerfreudige Resonanz. 🙂
      Für mich wesentlich ist hier zunächst mal eine besondere Transparenz des Klangbildes. Dadurch hört man hier besonders gut, was die einzelnen Instrumente (bzw. Register) genau anstellen. So hört man Details, die sonst kaum auffallen. Dann finde ich beispielsweise die dramatischen Passagen besonders intensiv. Das mag auch mit dieser Transparenz zusammenhängen. Zudem erscheint mir das Klangbild besonders farbenreich. Dies einige wesentliche Punkte, die für mich das Klangerlebnis erfrischend neu machen.
      Mit einem klangfarbenfreudigen Gruß zum zauberreichen Sonntag 🐻

      Gefällt 1 Person

  2. Karin sagt:

    Die genau passende Musik für den ersten Tag des Sommers, die heute nochmal meinen Abend draußen begleiten wird, erinnert mich doch diese Sinfonie an meine Anfänge, klassische Musik zu hören, die damalige Platte habe ich immer noch. Trug sie mich doch weg aus allem Alltagsgeschehen, stimmte hoch, tröstete und gab Seelenfrieden.
    Die Kameraführung gefällt mir bei dieser Aufnahme – ich meine, den Dirigenten nicht nur vor dem Orchester, nein auch hinter der Kamera tätig zu sehen. Fingerspitzengefühl bei allen – wie sagt man dazu bei den Bläsern?
    Einen sonnigen Sommersonntagsgruß vom Dach, und Dir sonnenschattige Erkundungen unter dem Blätterdach, Karin

    Gefällt 2 Personen

    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank für deine erinnerungsfroh mitschwingende Resonanz. 🙂
      Solche prägenden Musikerlebnisse behalten ihren Stellenwert ein Leben lang. Wobei es oft gerade bei solchen Werken besonders schwierig ist, andere Interpretationen zu wertschätzen, weil man die erstgehörte Version sozusagen zum „wahren Jakob“ idealisiert. 🙂
      Ob der Dirigent auch in die Bildregie hineindirigiert hat, kann ich nicht sagen. Es ist durchaus möglich, dass sich Bild- und Tonkünstler hier einfach auf Augen- bzw. Ohrenhöhe begegnet sind. 😉
      Bei den Bläsern ist es vielleicht das Zungenspitzengefühl. 😉 Wobei hier ja auch die Lippen ein wichtiges „Wörtchen“ mitzureden haben.
      Mit einem angenehm halbschattigen Sonntagsgruß aufs Dach 🐻

      Gefällt 2 Personen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.