Pēteris Vasks • Vientuļais eņģelis

Von der Familie Savall geht es heute wieder zurück zu Pēteris Vasks. Aufgrund der bisherigen Erfahrungen gehe ich davon aus, dass das Interesse an meiner Vasks-Promenade nach wie vor lebendig ist. Heute geht es weiter mit einem Werk, das zu meinen ganz besonderen Favoriten gehört. Wobei ich ausdrücklich betonen will, dass dies eine rein emotionale Präferenz ist.

Vientuļais eņģelis (einsamer Engel), eine Meditation für Violine und Streichorchester, ist eine Komposition, die in einer ersten (nicht aufgeführten) Fassung aus dem Jahr 1999 stammt. Pēteris Vasks hat das Werk im Jahr 2006 revidiert – und in dieser Version wurde es im selben Jahr mit Gidon Kremer als Solist uraufgeführt.

Das heutige Lauschangebot umfasst gleich drei Aufnahmen von Vientuļais eņģelis. Ich beginne auch hier mit meiner persönlichen Präferenz.

Pēteris Vasks Vientuļais eņģelis
(Meditation für Violine und Streichorchester)

Mari Samuelsen • Violine
Konzerthausorchester Berlin • Jonathan Stockhammer (Leitung)


Weiter geht es mit einer etwas versteckten Aufnahme (sie taucht bei den Ergebnissen der Suchmaschinen nicht auf – ich habe sie erst durch eine direkte Suche auf SoundCloud gefunden), die im Gegensatz zu den beiden anderen bisher auch nicht auf CD erschienen ist.

José Maria Blumenschein • Violine
WDR Sinfonieorchester Köln • Otto Tausk (Leitung)


Die dritte Aufnahme ist auf YT gleich mehrfach verfügbar. Dieses Video bietet eine attraktive Zugabe – es ist mit Bildern der algerischen Künstlerin Faiza Maghni gestaltet.

Alina Pogostkina • Violine
Sinfonietta Rīga • Juha Kangas (Leitung)


Hier noch der übliche Link zum Werk auf der Seite des Verlegers:
https://de.schott-music.com/shop/vientulais-engelis-einsamer-engel-no223822.html


Die früheren Beiträge mit Werken von Pēteris Vasks sind hier zu finden:
Höchster Baum… (enthält zwei Versionen von „The Fruit of Silence“)
Pēteris Vasks • Musica serena
Pēteris Vasks • Tālā gaisma
Pēteris Vasks • Viatore
Pēteris Vasks • Castillo Interior
Pēteris Vasks • Da pacem, Domine


Titelbild © Random Randomsen

 

 

 

6 Gedanken zu “Pēteris Vasks • Vientuļais eņģelis

  1. PPawlo sagt:

    Das ist ein tief ergreifendes Stück, das ich nun schon mehrmals angehört habe! Eine zauberhafte Musik! Ich hab sie inzwischen daheim.😊
    Die Botschaft, wenn sie von der Einsamkeit eines Engels spricht, ist geheimnisvoll. Da ist für mich eine Melodie, die immer wieder weit hoch hinaus will. In ihrem Streben hat sie keine Begleitung, aber die zweite dunklere Melodie ist wie ein gespanntes, mitschwingendes Sicherheitstuch und folgt ihr unten auf Schritt und Tritt ( um sie aufzufangen?) Und schafft es manchmal auch ganz schön hoch, vor allem gegen Schluss um dann einen Augenblick loszulassen. Und die erste hat sich beruhigt und löst sich nach einem beruhigten Schweben weit oben auf. So zumindest ist mein Eindruck. Lieben Dank! Hab noch einen schönen Sonntagabend! Mit liebem Gruß, Petra

    Gefällt 2 Personen

    1. Random Randomsen sagt:

      Herzlichen Dank für deine harmonisch mitschwingende Resonanz. 🙂 Ich bin mir sicher, dass du mit deinen neuen Vasks-Klangschätzen viel Freude hast und noch haben wirst.
      Die Klangbotschaft scheint mir in der Tat geheimnisvoll. Zumal ich auch nicht sicher bin, ob das lettische „vientuļais“ genau dem deutschen „einsam“ oder dem englischen „lonely“ entspricht. Jedenfalls wirkt es auf mich nicht wie eine trostlose Einsamkeit. Vielleicht ist es ein Engel, der sich bewusst von der Außenwelt zurückgezogen hat, um neue Seelenräume zu erkunden?
      Mit einem herzlichen Gruß zur klangfrohen neuen Woche. 🐻

      Gefällt 1 Person

  2. PPawlo sagt:

    Deine Assoziation des bewussten Rückzugs spricht mich sehr an!
    Dein schönes Bild dazu könnte ein Schmetterling sein, der sich über all das Dunkel in die Höhen schwingt. Es ist allerdings eine Wickenblüte, die sich in all ihrer Schönheit zeigt, oder?
    Das 3. Video hat in seinen wunderschönen Bildern auch mit Schönheit zu tun. Gibt es da wohl eine Geschichte dahinter? Deinen Link unter dem Text habe ich gestern Abend erst später gelesen und war überrascht, dass die Musik zum Schluss im „Nichts“ verschwindet. Vielleicht, wenn Nichts „Alles“ bedeutet?
    Warum nicht einfach das Geheimnis lassen? Damit bekommt diese Musik einen ganz besonderen Zauber. Auch dir einen wohlklingenden Wochenanfang mit einem herzlichen Gruß 🐻

    Gefällt 1 Person

    1. Random Randomsen sagt:

      Diese Assoziation ergibt sich für mich eben aus den Klängen dieser Musik. 🙂
      Diese Blüte habe ich genau deshalb ausgewählt, weil sie an ein sanft gefärbtes, geflügeltes Wesen erinnert. Was das für eine Blüte ist, weiß ich nicht. Ich habe sie in einem Gewächshaus fotografiert. Und da wäre bestimmt irgendwo ein Schild gewesen. Aber ich habe nicht darauf geachtet. 😉
      Es ist beim 3. Video angegeben, wer die Künstlerin ist – aber zur Wahl der Bilder wird nichts gesagt.
      Beim Text auf der Verlagsseite handelt es sich wohl um die persönlichen Impressionen eines Redaktors. Es gibt hier keine Äußerungen zu Hintergründen und Absichten des Komponisten. Aber eben – letztlich spricht diese Musik für sich selbst. 🙂
      Mit einem klangvollen Abendgruß 🐻

      Gefällt 1 Person

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