Pēteris Vasks • Da pacem, Domine

Nach dem kammermusikalischen „Castillo interior“ geht es heute mit einem etwas üppiger besetzten Werk von Pēteris Vasks weiter. Da pacem, Domine für gemischten Chor und Streichorchester gehört zu Vasks‘ neueren Werken. Typisch ist die mit eher sparsamen Mitteln erzielte Intensität. 

Auch wenn die Unterschiede nicht gewaltig sind, zumal es sich ja auch um die selben Interpreten handelt, habe ich hier gleich zwei der (wenigen) verfügbaren Versionen eingefügt. Die erste Aufnahme stammt von der Uraufführung des Werks am 16. April 2016 im Dom zu Rīga zum 70. Geburtstag des Meisters. Die zweite Aufnahme fand im Jahr darauf mit der gleichen Besetzung in der Johanniskirche (Svētā Jāņa baznīca) in Rīga statt und wurde auf CD herausgegeben.

Pēteris Vasks • Da pacem, Domine
(für gemischten Chor und Streichorchester nach der gregorianischen Antiphon aus dem 9. Jahrhundert)

Sinfonietta Rīga & Latvijas radio koris • Sigvards Kļava (Leitung)


Pēteris Vasks • Da pacem, Domine

Sinfonietta Rīga & Latvijas radio koris • Sigvards Kļava (Leitung)


Diese Komposition wurde beim Schott Verlag vor einiger Zeit als Werk der Woche vorgestellt. Im folgenden Artikel ist einiges über das Werk und vor allem auch über den Komponisten zu erfahren:
https://de.schott-music.com/werk-der-woche-peteris-vasks-da-pacem-domine?noredirect=de_DE


Die früheren Beiträge mit Werken von Pēteris Vasks sind hier zu finden:
Höchster Baum… (enthält zwei Versionen von „The Fruit of Silence“)
Pēteris Vasks • Musica serena
Pēteris Vasks • Tālā gaisma
Pēteris Vasks • Viatore
Pēteris Vasks • Castillo Interior


Titelbild © Random Randomsen

 

11 Gedanken zu “Pēteris Vasks • Da pacem, Domine

  1. Karin sagt:

    “ Es geht um Ideale, um Glauben und um Liebe. Das sind die Botschaften meiner Musik, die ich den Menschen mitteilen muss. Und wie ich das mache, so bin ich – das ist mein Charakter. –Vasks“ -das habe ich mir herausgepickt aus dem Artikel bei Schott.
    Und je mehr ich von ihm höre, umso verständlicher wird mir seine Musik und ergreift mich auf eine Art und Weise, die ich bisher noch nicht kannte. Es ist nicht dieser gefühlsmäßige Aufruhr – ich würde es eher als klösterliche Einkehr definieren. Mir fehlen immer die Worte, das zu beschreiben -:(((.
    Als Sol Gabetta vorgestern ihre sicher nur wenigen bekannte Zugabe Dolcissimo gab, war es mucksmäuschenstill im Saal und als auch noch ihre Stimme ertönte, bekamen sicher viele eine Gänsehaut. Der Kritiker vom HR2 erzählte am nächsten Morgen in der Frühkritik, dass ihm dieses Werk noch nicht bekannt war und es ihn überhaupt nicht mehr los ließ.
    Das Lobe den Herrn zu Deinem Bild? – im Moment lodert die Welt wie dieser Himmel, Ideale, Glaube und Liebe geraten leider ins Hintertreffen.
    Einen friedlichen und trotz allem optimistischen Gruß in Deine Berge sendet Dir Karin vom Dach.

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    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank für dein interessiertes und berührtes Echo. 🙂
      Diese Mosaiksteine mit Informationen über Pēteris Vasks und sein Werk finde ich eben auch sehr hilfreich, weil sie eben immer wieder dazu beitragen, die Musik noch einen Schritt weiter zu erschließen. Vasks frühe Werke sind oft etwas experimenteller und in verschiedener Hinsicht auch sperriger. Zunehmend wirkt seine Musik aber wie eine Form von „Gebet“, wobei man dies nicht zu sehr einschränken sollte (obwohl der Text des heute präsentierten Werks freilich dazu verleitet). Vielmehr geht es um einen Austausch mit dem Alles-Was-Ist jenseits von Worten und denkbaren Begriffen. Diese Art von Austausch kann ja durchaus auch bei einer klösterlichen Einkehr stattfinden (wobei man auch hier die Definition nicht zu eng sehen sollte).
      Ich habe mich bei deinem böhmischen Programm sehr darüber gefreut, dass Sol Gabetta als „alte“ Vertraute von Vasks als Botschafterin seiner Werke auftritt. Denn Vasks ist in den Konzertprogrammen bis heute eher dürftig repräsentiert. Auch im zweiten Cellokonzert „Klātbūtne“ (häufiger unter dem englischen Titel „Presence“ geführt) kommt eine Gesangseinlage vor. Und noch in einem weiteren Werk, dessen Titel ich aber hier nicht verraten möchte, weil es demnächst auf meinem Programm steht. 😉
      Mein Titelbild hat eigentlich zwei Gesichter. Auf der einen Seite die vordergründige Weltuntergangsstimmung. Dunkle Bergketten, kahle Zweige, die düster in den Himmel ragen, der von dunklen Wolken und feuersbrunstähnlicher Glut geprägt ist. Aber dieses Abendrot ist ja häufig ein Versprechen für den kommenden Tag. Und wenn man es auch auf dem Bild kaum erkennen kann: die Zweige sind voll von prallen Knospen. Und die Berge im Hintergrund sind schneebedeckt – das bedeutet auch lebensspendendes Schmelzwasser für den Sommer. 🙂
      Vor diesem Hintergrund kann ich dann doch getrost deinen optimistischen Gruß erwidern. 🐻

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  2. PPawlo sagt:

    Das ist wieder ein sehr berührendes, herrliches Werk! Und ich freue mich so, dass ich es in ein paar Tagen auf einer CD in meinen Händen halten werde! Dann kann ich all die Feinheiten heraushören, die mir jetzt noch verborgen geblieben sind. Eine bezaubernde Melodie durchzieht das Stück. Sie schwingt sich mit dem Chor in die höchsten Höhen. Dabei kommt Brüderlichkeit auf, ein gemeinsamer Weg. Ich bin z.Zt. in einer Art VasksRausch, so wie ich es auch mit Arvo Pärt erlebt habe, den ich schwieriger finde. Peteris Vasks hat mit seinen schönen Melodien für mich etwas Schmeichelnderes, „Gefälligeres“ im besten Sinn des Wortes. So habe ich alle CDs erstanden, die du empfohlen hast und autsch, es sind noch mehr geworden! Aber wie ich mich kenne, widme ich mich ihnen allen mit der Zeit und ich freu mich drauf!!! Dir noch einmal lieben Dank und einen musikdurchfluteten Abend, Petra

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    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank für dein ebenso genießerisches wie vorfreudiges Echo. 🙂
      Ja, die zweite Version ist auf der CD zu hören – und freilich wird das Klangerlebnis dabei noch ein gutes Stück transparenter, reicher und lebendiger sein. 😀 Da wirst du nun in nächster Zeit auf eine spannende und sicher in vielfältiger Weise erfüllende Klangreise gehen. Freilich gibt es auch bei Vasks Werke, die beim ersten Lauschkontakt etwas sperriger wirken mögen. Aber auch das muss ja langfristig ganz und gar kein Nachteil sein. 🙂 Vasks‘ Musik hat für mein Empfinden oft die Aura von etwas Naturgeborenem. Fast wie man es im Wald oder am Meer empfinden kann, die ja zeitweise auch düster und bedrohlich erscheinen mögen, einem aber grundsätzlich immer ein Gefühl des Aufgehobenseins vermitteln („aufgehoben“ im doppelten Sinn – also geborgen aber auch in die Höhe gehoben).
      Ich finde es spannend, dass die Empfehlungen gleich noch einige Begleiter gefunden haben. Wie und wann sich die Klangschätze im einzelnen entfalten, mag dabei getrost noch in den Sternen stehen. 🙂
      Mit einem klangvollen Abendgruß 🐻

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      1. PPawlo sagt:

        Ja, die Natur schwingt und klingt für mich da auch mit. „Aufgehoben“ geborgen und gehoben, das empfinde ich auch so. Das ist eine schöne, treffende Assoziation und Wortschöpfung! Mit herzlichem Gruß zum regenverhangenen Tag, Petra 🐻

        Gefällt 2 Personen

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