Pēteris Vasks • Castillo Interior

In der heutigen Folge meiner Promenade durch das Werk von Pēteris Vasks ist ein kammermusikalisches Werk zu hören, und zwar ein Duo für Violine und Violoncello. Obwohl die Komposition neueren Datums ist, findet man davon erfreulich viele Einspielungen. Zwei davon sind in meiner Auswahl „hängen“ geblieben. Die erste wollte ich auf jeden Fall bringen – und auf die zweite mochte ich keinesfalls verzichten. Man wird hoffentlich hören, warum das so ist. 🙂

Pēteris Vasks • Castillo Interior

Kristine Balanas • Violine
Margarita Balanas • Violoncello


Diese Komposition für Violine und Cello entstand 2013 auf Anregung von Sol Gabetta. Anfang 2014 verbrachte ich einige Zeit in einem Meditationshaus in einem entlegenen Ort an der Ostsee. Dort erhielt das Streichduo schließlich seinen Titel. In Verehrung für die große Mystikerin und Heilige Teresa von Avila habe ich die Komposition „Castillo interior“ genannt. Die meditative Komposition wird zweimal von schnellen, energischen Sechzehntel-Passagen unterbrochen. Die spirituelle Vertikale, der Weg zum ewigem Licht, und genau daneben die Welt – so vielgestaltig und voller Widersprüche. (Pēteris Vasks, 2014)


Die von Pēteris Vasks erwähnte Sol Gabetta hat diese Komposition nicht nur angeregt, sondern natürlich auch gespielt…

Pēteris Vasks • Castillo Interior

Patricia Kopatchinskaja • Violine
Sol Gabetta • Violoncello


Die früheren Beiträge mit Werken von Pēteris Vasks sind hier zu finden:
Höchster Baum… (enthält zwei Versionen von „The Fruit of Silence“)
Pēteris Vasks • Musica serena
Pēteris Vasks • Tālā gaisma
Pēteris Vasks • Viatore


Titelbild © Random Randomsen

33 Gedanken zu “Pēteris Vasks • Castillo Interior

  1. versspielerin sagt:

    ein ganz wunderbares stück, welch sphären! die unterbrechungen durch die schnellen passagen verstärkt das meditative noch. ich finde die interpretation der balanas sisters noch um einiges intensiver als die andere version, aber vielleicht liegt das auch daran, dass sie in einem weiten raum ohne publikum spielen. danke für diesen genuss!
    herzliche grüße aus tanzenden schneeflocken (hab ich gar nicht mehr mit gerechnet!)
    diana

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    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank für dein klanggenießerisches Echo. 🙂 Ja, das ist eine traumhafte Komposition, die durch diese kontrastierenden Elemente eindeutig gewinnt. Es mag sicher eine Rolle spielen, dass die Aufnahmebedingungen bei der zweiten Version eher suboptimal waren. Vieles liegt aber wohl auch daran, dass die Balanas Sisters ganz buchstäblich ein eingespieltes Team sind, was bei einer solchen Komposition doch eine sehr große Rolle spielt.
      Mit einem herzlichen Gruß aus einem (am Berg nicht ganz unerwarteten) Winterwunderland. 🐻

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      1. versspielerin sagt:

        … es hat auch etwas von endzeit-stimmung… je nachdem aus welcher stimmung heraus man das stück hört. auf jeden fall ungeheuer intensiv. werde mal weiter stöbern, nach vasks, aber auch den balanas. herzliche grüße, heute ohne schnee, aber mit musik!

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        1. Random Randomsen sagt:

          Ja, wenn man sich ganz auf diese Klangwelt einlässt – was eigentlich immer und bei Vasks ganz besonders zu empfehlen ist – eröffnen sich etliche Deutungsmöglichkeiten. Für mich passt hier auch Akzeptanz gegenüber den lebensläufigen Drehungen und Wendungen. Und zwar nicht im Sinn einer schicksalsergebenen Resignation. Sondern als gereifte Erkenntnis (die es, wie man hört, nicht ganz umsonst gibt), dass in diesem oft rätselhaften Leben doch ein klares Muster erkennbar ist: Sinn erfüllt…

          Nun wünsche ich dir viel Freude beim Stöbern. 🙂 Zum Thema „Vasks“ und zu meiner aktuellen Umgebung passt übrigens das hier ganz ausgezeichnet:
          https://11sternschnuppe11.wordpress.com/2020/02/27/white-scenery/

          Mit klangvollen Grüßen 🐻

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            1. Random Randomsen sagt:

              Das hatte ich total vergessen. 😀 Vielleicht magst du da ja mal anklopfen – ich bin mir sicher, dass dir die Hüterin der Seite die Pforte öffnen wird. Ich habe so ein Gefühl, dass es dir dort behagen könnte – nicht nur des verlinkten Beitrags wegen. 🙂

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  2. PPawlo sagt:

    Das ist ein herrliches Stück! Und ich stimme dem Vergleich der beiden Fassungen von Diana zu. Ich male inzwischen mit der Musik von Peteris Vasks! Am liebsten würde ich mir ganz viel von ihm kaufen, um es mit CDPlayer und es nicht mit Computer im Raum anzuhören. Besitzt du eine Ausgabe von ihm? Welche würdest du mir empfehlen?
    Dein Bild ist wunderschön! Gehört es zu deinen Eisbildern?
    Die beiden sich wiederholenden Hauptthemen des Stücks sind sehr kontrast-und spannungsreich. Es kommen mir so viel Assoziationen, dass ich sie hier gar nicht aufzählen kann. Die beständigste von allen: Die 1.Stimme entspricht einer liebevoll mitfühlenden, melancholischen aber gelassenen Präsenz, die das 2.Thema der Verzweiflung und der Zerrissenheit erhebt und bis zum Schluss auflöst. Und was für ein Schluss! Ich bin so froh, diese Musik durch dich kennenzulernen. Peteris Vasks ist ein ganz großer Künstler für mich!

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    1. Random Randomsen sagt:

      Herzlichen Dank für deine klangbegeisterte Resonanz. 🙂 Da es eben eine Aufnahme mit Sol Gabetta gibt, wollte ich darauf nicht verzichten. Auf der anderen Seite ist die erste Aufnahme eben schon einzigartig. Ich habe mir einige weitere Versionen angehört – aber keine reicht da auch nur annähernd heran.
      Pēteris Vasks auf CD ist, wie ich finde, ein schwieriges Thema. Die Auswahl ist leider nicht besonders groß. „Castillo interior“ ist mir bisher noch gar nicht auf CD begegnet. Etliche schöne Aufnahmen sind auf Sammelalben gemeinsam mit Werken anderer Komponisten erschienen. So z.B. Vientuļais eņģelis in der unvergleichlichen Version von Mari Samuelsen. Da muss man sich dann entscheiden, ob man wirklich das ganze Album möchte. Meine Lösung ist inzwischen eher: die gewünschten Werke als Download erwerben und selber auf CD brutzeln. Einige CDs die aus meiner Sicht eine gute Basis für eine Vasks-Sammlung bilden könnten, werde ich in einem separaten Kommentar verlinken.
      Ja, Pēteris Vasks ist ein ganz großer Künstler. Das würde ich so unterschreiben. 🙂
      Das heutige Titelbild zeigt Quarzkristalle in einer Achat-Scheibe. Aber die Ähnlichkeit mit den Eiskristallen ist schon bemerkenswert. Das eine so beständig – das andere so dauerhaft, und optisch doch so nahe beieinander.
      Mit einem herzlichen Gruß aus dem Schneegestöber 🐻

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      1. Random Randomsen sagt:
          1. Random Randomsen sagt:

            🙂
            Das ging recht fix, weil ich mich hier auf einige „sichere Werte“ beschränkt habe. Allerdings ist die Palette reiner Vasks CDs (leider) auch recht überschaubar. Einiges aus diesen Programmen ist auch auf YT verfügbar – so für ein erstes Probehören als Entscheidungshilfe. 🙂

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            1. PPawlo sagt:

              Es ist sehr nett von dir, dich so dafür einzusetzen! Ich schätze das sehr. Es wird sicher auch andere interessieren. Als Musikus hast du doch die besseren Ohren. Ja, auf YouTube habe ich schon viel von Vasks gehört . Aber eben das hat mich dann doch etwas verwirrt. Da gibt es ja schon so viele verschiedene Interpretationen. Jetzt habe ich so etwas wie eine Richtschnur. Deswegen noch einmal lieben Dank! 🌟☀️🌟

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      2. PPawlo sagt:

        Lieben Dank für deine interessante Info!
        Ja, dann warte ich noch den weiteren Kommentar ab. Aber das stimmt, als Download kaufen und dann auf CD ist eine gute Lösung. Das geht mit meinem neuen Computer nicht mehr (nur mit zusätzlichem Gerät), aber mit dem alten doch noch!
        Ein Kuriosum habe ich hier von einer sehr intensiven Interpretation des Stücks gefunden : es ist viel kürzer und entpuppt sich erst in der Kommentarsektion als Teil des Ganzen aus Gründen der TVPlanung:

        Bei meiner Interpretation habe ich den Titel ganz außer Betracht gelassen. Ich bleibe trotzdem dabei! 😊
        Liebe Grüße aus dem Frühlingsschnee 🐻

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        1. Random Randomsen sagt:

          Für mich hat sich die Methode seit einiger Zeit gut bewährt. So hat man eben doch die gewohnt gute Klangqualität – aber die „Materialschlacht“ wird doch etwas geringer. 🙂
          Das ist in der Tat ein Kuriosum. Klanglich interessant. Aber dass man aus Gründen des TV-Programms sozusagen eine Zusammenfassung bringt, ist irgendwie schon krass. 😉

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  3. Karin sagt:

    Am Anfang hatte ich Orgelspiel von Streichern im Ohr, das Meditative, die Stille eines Klosters und auf die Welt, die da hineinbricht, hätte ich gern verzichtet. Aber er wollte ja den Gegensatz zeigen.
    Durch Zufall gibt es bei mir auch bald etwas von ihm, bei dem ich erst später entdeckte, wer es komponiert hat. Ich habe auch eine zweite Aufnahme dazu gesellt.
    Das Petra zu dieser Musik malt, finde ich großartig. Herzlichen Dank auch von mir zu den Links, da schnuppere ich demnächst rein.
    Lieber Gruss vom westlichen Sonnenschein,östlichem Weltuntergangshimmel, über uns ein Schneeschauer und am Himmel ein Regenbogen 🤗🐈

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    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank für deine harmonische Resonanz. 🙂 Ja, hier sollte eben dieser Kontrast erfahrbar werden. Es gibt bei Vasks allerdings auch einiges, bei dem das Meditative die alleinige Hoheit innehat.
      Auf den Zufalls-Vasks bin ich gespannt. Das ist ja manchmal ganz interessant, wie man von bestimmten Klängen sofort fasziniert ist – und wenn man feststellt, wer der Urheber ist, wundert einen gar nichts mehr. 😀
      Zwei Kostproben aus den verlinklisteten CDs waren hier auch schon zu hören: und zwar die zweite „Fruit of Silence“ Version und der orchestrale „Viatore“.
      Mit herzlichen Grüßen aus typischem Februar-Wetter (wobei das Typische hier auch seltener wird). 🐻

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    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank für dein berührtes Echo. 🙂 Pēteris Vasks ist in der Tat ein Magier der Klangwelten. Und seine Magie beruht nicht auf Blendwerk und faulem Zauber, sie ist vielmehr wie ein mächtiger Baum – tief verwurzelt und mit Ästen, die weit in den Himmel reichen. Da darf man sich getrost anlehnen. 🙂
      Mit einem herzlichen Abendgruß 🐻

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      1. Videbitis sagt:

        Wenn man ürigens Musik von Youtube herunterladen möchte, weil man sonst nicht drankommt, kann ich diese Adresse empfehlen, ich habe bisher nur gute Erfahrungen damit gemacht:
        https://notube.net/convert-de/de
        Eigentlich bin ich auch eher dafür, die Künstler zu bezahlen für ihre wunderbare Arbeit, aber wenn es die Vorführung gar nicht gibt auf CD, oder wenn ich mir nicht sicher bin, was ich davon halten soll, lade ich mir die Stücke gern herunter und brenne sie, damit ich sie mir über meine Musikanlage anhören kann. Manchmal entscheide ich mich dann später dafür, mir die Original-CD zu kaufen, sofern vorhanden.

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        1. Random Randomsen sagt:

          Lieben Dank für deinen Hinweis. 🙂 In der Tat gibt es eben auf YT immer wieder Aufnahmen, deren man im Handel gar nicht habhaft werden kann. Manchmal sind es beispielsweise Raritäten aus Vinyl-Zeiten die jemand aus seiner Sammlung hochlädt und auf deren Wiederveröffentlichung man bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag warten könnte. Oder es können Konzertaufnahmen sein, die gar nicht auf CD erscheinen. So wie diese hier:

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