Ein Serpent im Klängegarten

Der Serpent gehört zu jenen Musikinstrumenten, die man selten sieht und noch seltener hört. Es handelt sich dabei eigentlich um ein mit Leder überzogenes, hölzernes Blechblasinstrument. D.h. es wird mit einem Kesselmundstück angeblasen, wodurch es eben in die Kategorie der Blechblasinstrumente gehört, obwohl der namensgebende, schlangenförmig gewundene Klangkörper aus Holz besteht. Zu behaupten, das Instrument sei nicht ganz einfach zu spielen, dürfte eine maßlose Untertreibung sein. Mit Unmengen an Talent und Fleiß ist es aber möglich, dem Serpent wahre Zauberklänge zu entlocken – wie in den folgenden Aufnahmen bewiesen wird…

Giovanni Pierluigi da Palestrina • Tota pulchra es

Patrick Wibart • Serpent
Romain Falik • Theorbe
Justin Glaie • Erzlaute


Michel Corrette • Sonate Nr. 1 – Les Délices de la Solitude
I · Fuga
II · Aria
III · Allegro

Patrick Wibart • Serpent
Romain Falik • Theorbe
Martin Bauer • Gambe
Marie van Rhijn • Cembalo


Dario Castello • Sonata Prima

Patrick Wibart • Serpent
Bruno Teixeira Martins • Cembalo


Titelbild © Random Randomsen

8 Gedanken zu “Ein Serpent im Klängegarten

    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank für dein positives Echo. 🙂 Der Serpent ist leider lange Zeit in der Versenkung verschwunden. Wohl nicht zuletzt, weil es auch recht schwierig ist, diesem Instrument musikwürdige Töne zu entlocken. So ist der Serpent höchstens hin und wieder in Museen anzutreffen – und meist in unspielbarem Zustand. Für diese Aufnahmen wurde denn auch ein nach „alter Rezeptur“ neu gebautes Instrument verwendet. Vielleicht wird man solche schönen Klänge in Zukunft (wieder) häufiger hören. 🙂

      Gefällt 1 Person

  1. PPawlo sagt:

    Was für einen seltenen, für mich bisher unbekannten Klang du da heute eingefangen hast! Ein bisschen erinnert er mich an die Stimme der Kormorane. Dein Baumbild windet sich ja ganz ähnlich wie der Serpent! Da wäre jetzt interessant zu erfahren, wie die Musiker sich ausgerechnet für dieses schwierige Instrument entschieden haben! Vielleicht hat das sogar etwas mit den Rundungen des Instruments zu tun, die sich haptisch und in den Bewegungen wohltuend übertragen?? Jedenfalls ganz herzlichen Dank für das neue Mosaiksteinchen im Klängegarten !

    Gefällt 2 Personen

    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank für deine serpentverzauberte Resonanz. 🙂
      Das positive Echo auf einen Beitrag mit der Theorbe brachte mich auf die Idee, weitere Instrumente vorzustellen, die mit zunehmendem Interesse für alte Musik vermehrt wiederbelebt werden. Sowohl bei Musikern, als auch bei Instrumentenbauern ist eine wachsende Begeisterung für solche Instrumente festzustellen.
      Du stellst eine interessante Frage, wobei ich hier nur spekulieren kann. Aber ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass der „gefühlige“ Aspekt hier durchaus eine Rolle spielt. Denn es ist ja durchaus ein Instrument, bei dem man die Musik sehr unmittelbar spürt und mit dem man eins werden kann.
      Das Baumbild schien mir passend. Eben durch die Windungen, aber auch, weil der Baum – wie das Instrument – einen ganz ausgeprägt eigenen Charakter hat. Und zudem strahlt der Baum – wie der Instrumentenklang – eine besondere Wärme aus.
      Mit einem klangvollen Abendgruß 🐻

      Gefällt 2 Personen

  2. Ulrike Sokul sagt:

    Und wieder vermittelst Du mir eine interessante neue Bekanntschaft.
    Für das Erlernen dieses Instruments braucht man bestimmt in jeder Hinsicht einen langen ATEM.
    Mir scheint, der Serpent hat einen ganz speziellen, irgendwie warmhändigen Mit- und Nachklang …
    Gutenachtgruß von mir zu Dir 🙂

    Gefällt 1 Person

    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank für deine harmonische und treffsichere Resonanz. 🙂
      Ja, die Sache mit dem langen Atem stimmt in mehrfacher Hinsicht. Denn die besten Chancen, mit diesem Instrument zurecht zu kommen, haben Musiker, die zunächst ein Instrument wie Tuba oder Euphonium erlernen. Vor diesem Hintergrund ist jemand dann bereits mit dieser Art von Mundstück vertraut und hat auch die Atemtechnik drauf. Und selbst bei diesen Voraussetzungen versteift sich der Serpent zunächst darauf, katzenmusikalische Klänge von sich zu geben. Selbst ein blechbläserischer Vollprofi muss also bereit sein, zunächst wieder zum Anfänger zu werden. Das ist dann schon die hohe Schule des langen Atems. Der Lohn ist aber – wie man hier hören kann – ein besonders „humaner“ Bläserklang. „Singen auf einem Instrument“ könnte man das nennen, was mit dem Serpent im besten Fall möglich ist. 🙂
      Mit einem klangvollen Morgengruß 🐻

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  3. Ulli sagt:

    So schön und nahezu still, so passend zu dieser ZwischenZeit!
    Ich danke dir, Random für die Vorstellung eines mir unbekannten Instruments.
    Ich wünsche dir von Herzen Gutes, jetzt und im neuen Jahr.
    Herzliche Grüße
    Ulli

    Gefällt 1 Person

    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank für deine harmonisch mitschwingende Resonanz und die guten Wünsche. 🙂
      Ja, vielleicht könnte sogar jemand eine Raunächte-Suite schaffen für Serpent und wechselnde (sparsame) Begleitung. 🙂
      Ich wünsche dir von Herzen eine freudenreiche Zeit, die Herz und Seele nährt.
      Mit einem klangvollen Wintermorgengruß 🐻

      Gefällt 1 Person

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