Entspannung zum Geburtstag

Der Musik Kalender der edition momente bietet für mich immer wieder Ausgangspunkt für etwas, das ich als kalenderinspiriertes Musikprogramm bezeichne. Über die Vorzüge des Musik Kalenders 2020 habe ich ja kürzlich unter dem Titel Eine runde Sache zum runden Geburtstag bereits berichtet. Auch dieses Jahr möchte ich anhand eines Beispiels zeigen (und hörbar machen), wie der Kalender sozusagen als klangliches Kochbuch verwendet werden und das Musikhören im Alltag anregend bereichern kann.

Mein Musikprogramm ist dem heutigen Geburtstagskind, Ludwig van Beethoven, gewidmet. Zu der um diese Jahreszeit häufig veranstalteten grauenvollen Hektik findet man bei Beethoven ein passendes Antidot: bei Satzbezeichnungen, die ein „adagio“ oder „andante“ enthalten, ist man definitiv auf der richtigen (Ton)Spur.

Bei den ersten drei hier ausgewählten Aufnahmen sind Interpreten zu hören, denen im Musik Kalender 2020 ein Kalenderblatt gewidmet ist. Aber natürlich darf auch ein kalenderinspiriertes Musikprogramm über den Geburtstagskuchentellerrand hinaus reichen…

Da bei der Besprechung des Kalenders auch Wiederholungen ein Thema waren, möchte ich an dieser Stelle meinen Hinweis wiederholen:
Auf der Websaite von Ulrike „Bücherfee“ Sokul gibt es – wohlwortgewebt und herzerwärmend ans Herz gelegt – weitere Kalender der edition momente zu entdecken:
Der Literatur Kalender 2020
Der Kinder Kalender 2020


Ludwig van Beethoven
Sonate für Violine und Klavier Nr. 10 in G-Dur, Op. 96
II – Adagio espressivo

Isaac Stern* • Violine
Eugene Istomin • Klavier


Ludwig van Beethoven
Sinfonie Nr. 6 in F-Dur, Op. 68
II – Szene am Bach: (Andante molto mosso)

Chicago Symphony Orchestra • Sir Georg Solti*


Ludwig van Beethoven
Klaviersonate Nr. 29 in B-Dur, Op. 126

II – Adagio sostenuto

Claudio Arrau* • Klavier


Ludwig van Beethoven
Streichquartett Nr. 15 in a-moll, Op. 132
III – Molto adagio

Danish String Quartet
– Rune Tonsgaard Sørensen • Violine
– Frederik Øland • Violine
– Asbjørn Nørgaard • Viola
– Fredrik Schøyen Sjölin • Cello


* Ist im Musik Kalender 2020 auf einem Kalenderblatt porträtiert

 


Titelbild © 2019 by edition momente GmbH, Raabe + Vitali, Zürich-Hamburg

27 Gedanken zu “Entspannung zum Geburtstag

  1. Karin sagt:

    Danke!!!! und mehr!!! lieber Random,mehr!!! mein Herz geht auf, denn ich werde dieses Jahr nicht müde werden, ihn immer und immer wieder zu hören, seine Musik hat mich ja zur Klassik gebracht und zugleich bin ich traurig, dass ich all meine schlummernden Schätze nicht mehr hören kann, weil mir zum Plattenspieler die Anlage fehlt. Da ich in den 60er Jahren ausrangierte Platten bei Sony/CBS kaufen konnte, Klassik wollte damals niemand haben, die suchten alle Pop, kam ich für einen Appel und ein Ei an so wunderbare Cassetten mit den Trios für Klavier,Violine und Violincello mit Istomin,Stern/Rose, die 9 Sinfonien mit Bernstein und den New Yorker Philharmonikern, den Klaviersonaten mit Kempf und Gulda,Francescatti und Casadesus, Einzelplatten von Bruno Walter, Casals, Richter, Serkin usw.usf.
    Ich muß mich doch auf den Weg zu Saturn machen und mir Hilfe holen, wie ich die wieder abspielen kann – leider ist kein alt-oder jungmännisches Fachpersonal um mich herum , das mich beraten kann.
    Seufz……
    Deine hier letzte Vorstellung wird mich heute noch öfter durch den Tag begleiten.
    Mit entrückt entzückten Morgenrüßen, Karin

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    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank für deine freudig-entzückt mitschwingende Resonanz. 🙂 Nun wird es ja in den nächsten Monaten wohl besonders viele Gelegenheiten geben, sich an Beethovens Wohlklängen sattzulauschen. 😉 Es wird sich bestimmt lohnen, diese Schätze wieder hörbar zu machen. Vinyl wird ja auch wieder populärer – und so dürfte auch die technische Ausstattung verfügbar sein. Die Sinfonien mit Bernstein und die Sonaten mit Gulda gehörten auch zu meinen ersten Beethoven-Gesamtzyklen. Sehr prägend waren für mich auch die Klavierkonzerte mit Ashkenazy/Solti.
      Eine kleine Zugabe habe ich noch vorrätig. Denn es muss ja nicht unbedingt „adagio“ oder „andante“ sein. Ein „Largo e mesto“ passt auch zu diesem Reigen:

      Mit einem klangvollen Gruß zum Frühlingsanfang (?!?)… 🐻

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      1. Karin sagt:

        Petrus scheint verwirrt zu sein, der hat seine Windsbräute und Wetterhexen nicht mehr im Griff und Frau Holle ist ebenfalls saumselig. Verrücktes Wetter!
        Da bist Du auch so spät wie ich zur Klassik gekommen, oder war es nur zu Beethoven?
        Anfang des Jahres hat die Alte Oper gleich alle Sinfonien und die Klavierkonzerte (mit Buchbinder) im Programm und vermutlich wird der Rheingauer Festspielsommer auch beethövlich, das Programm kommt aber erst in den nächsten Tagen raus. Ich werde beethovennimmersättlich lauschen -:))
        Dankeschönknicks für die erste?! ! Zugabe und zum Fest gibt es diesmal anstelle von Glühwein und Bratapfel Eiswein und Gelati -:))) und schau, was mich im Februar erwartet:

        https://www.reservix.de/tickets-hr2-kulturlunch-bekenntnisse-der-frau-schnaps-matinee-in-frankfurt-am-main-hr-sendesaal-am-23-2-2020/e1355447

        mit beethovenschwangeren lieben Grüßen, Karin

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        1. Random Randomsen sagt:

          Ja, selbst hier, wo sich Frau Holle fleißig zeigt, verschwindet der Winterzauber jeweils wieder binnen weniger Tage…
          Mit Beethoven habe ich meine eigene Entdeckungsreise begonnen. Einiges aus meiner Kindheit hat mich allerdings sehr geprägt. Ballettmusik, Opern von Verdi und Rossini (obwohl mir die „ewige Singerei“ bei Opern heute noch manchmal zuviel wird), oder so charakteristische Stimmen wie die von Fritz Wunderlich oder Hermann Prey.
          Ja, das Jahr wird bestimmt mit einigen Beethövlichkeiten aufwarten. Sowohl im Konzertsaal, als auch im CD-Sektor.
          Das Programm im Februar wird bestimmt unterhaltsam sein und – aufgrund der Quellen – auch neue Einblicke ins Leben des Meisters bieten (zumindest für alle, die nicht bereits sieben Dutzend Beethoven-Biografien gelesen haben – und das dürften doch einige sein).
          Eine zweite Zugabe hätte ich auch noch anzubieten. Eine Cavatina (Adagio molto espressivo):

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  2. finbarsgift sagt:

    Ein feiner bunter Musikstrauß des Megakomponisten!
    Mit ihm wurde ich im Elternhaus groß …
    und bis heute wertschätze ich seine großartigen Werke
    auf fast allen Gebieten der Musikkunst!
    Herzlichen Dank fürs Präsentieren 🙂
    LG vom Lu

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    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank für dein freudig mitschwingendes Echo zum Beethoven-Geburtstags-Klangschmaus. 🙂 Ich habe zwar erst mit ca. 17 Jahren zu Beethoven gefunden. Aber wen „Meister Ludwig“ mal am Wickel hat, den lässt er nicht mehr los (und man würde sich das Losgelassenwerden auch nachdrücklich verbitten). 😀
      Mit einem klangvollen Mittagsgruß 🐻

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  3. PPawlo sagt:

    Wunderbar, dass du dich wieder Beethoven widmest! Zwar habe ich hier bisher nur das erste und letzte Stück angehört. Aber das öffnet bereits ein breites Spektrum und der alte Zauber bricht überall hervor! Für Beethoven ist ja Musik „höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie“ und das drückt sich ja auch ganz direkt aus. Beim Danish String Quartet hatte ich den Eindruck (vor allem zu Beginn) , dass sie diesem Stück ganz ihren Stempel aufdrücken und in der Musik Beethovens selbst gut erkennbar bleiben. Eine tief berührende Interpretation , (die mir Tränen in die Augen trieb). Auf den Satz der Pastorale freue ich mich schon. War sie in jungen Jahren doch lange Zeit meine Lieblingsmusik und ich habe sie jetzt länger nicht angehört! Liebe Grüße und hab’s gut heute! Petra

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    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank für deine freudig berührte Resonanz. 🙂
      Ja, wenn man auf einer solchen Ebene musiziert, tritt diese „höhere Offenbarung“ sehr deutlich zutage.
      Beim DSQ mag auch eine Rolle spielen, dass die eben auch in anderen Genres zuhause sind. Das bringt dann oft auch einen frischeren Zugang zu den Klassikern mit sich.
      Die „Pastorale“ war für mich der Ausgangspunkt für das Abenteuer Beethoven. Mit mehr Glück als Sachverstand bin ich damals auf eine ganz herausragende Aufnahme (unter der Leitung von Carlo-Maria Giulini) gestossen.
      Ich wünsche auch dir einen zauberhaften Tag. 🐻

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      1. PPawlo sagt:

        Das Schöne ist ja auch, dass diese Offenbarung auch ohne Musizieren, mit einfachen Lauschen erkennbar wird. Beethoven war sich dessen ja bewusst, dass diejenigen, die diesen Zugang finden, damit leichter durchs Leben gehen. Liebe Abendgrüße, Petra🐻

        Gefällt 1 Person

  4. Ulli sagt:

    Beethovenmusik höre ich schon seit meiner Kindheit immer wieder gerne und du hast eine wunderbare Auswahl getroffen, lieber Random, danke dafür, tut mir gerade richtig gut diesen Tönen zu lauschen.
    Herzliche Grüße
    Ulli

    Gefällt 2 Personen

    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank für deine freudige und bewegte Resonanz. 🙂 Beethoven hat in der Tat einen reichen Fundus an Balsam für Herz und Seele anzubieten. Ein besonderes Juwel in dieser Hinsicht ist auch in der letzten Sinfonie zu finden (nicht der bekannteste, aber für mein Empfinden schönste Satz dieses Werks). Da ich bisher in der Kommentarsektion erst zwei Zugaben hatte, hier noch eine besonders klangfeine Version:

      Mit einem wohlklingenden Abendgruß 🐻

      Gefällt 3 Personen

  5. chris sagt:

    Ich bin nicht so der große Beethoven-Fan.
    Darf man das hier sagen ? Dafür Bach,
    Bach und Bach – Mozart und Beethoven
    geben mir nicht so viel…sorry. Aber
    natürlich waren es tolle Komponisten.
    Ist halt Geschmackssache. 🙂

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    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank für deine klare Ansage. 🙂 Musikalische Qualität und persönlicher Geschmack sind einfach zwei paar Schuhe. Die Rechnung: „das ist gut, also muss man das auch mögen,“ geht einfach nicht auf. Wir sind ja auch in der glücklichen Lage, aus einem immens großen musikalischen Angebot auswählen zu können. Da kann und darf man sich getrost auf das konzentrieren, was einen wirklich anspricht. Große Namen hin oder her… 🙂

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      1. chris sagt:

        Mir geht ehrlich gesagt das Beethovenjahr-Gedöns auf den Wecker. Wer ihn mag, wird ihn sowieso hören und die anderen muss man nicht damit „belästigen“. Ohnehin gibt es keinen Tag, oder Jahr mehr, wo nicht irgendwas abgefeiert wird (Fontane lässt grüßen) – aber was solls… 😉

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        1. Random Randomsen sagt:

          Es möchte halt auch möglichst viele Akteure was vom Kuchen abhaben, wenn so ein runder Geburts- oder Todestag ansteht. Es können dabei aber auch spannende Projekte entstehen, die sonst nicht zustande gekommen wären. Und im Musikbereich kann es auch mal Neuauflagen längst verschwundener Kostbarkeiten geben. 🙂

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  6. Karin sagt:

    Zu Chris Statement: jeder hat seine Götter, denen er huldigt und das ist meiner Meinung nach keine Frage des Geschmacks, dieser Begriff hat für mich einen negativen Bei-Geschmack, sondern einfach des Bedürfnisses, was man in der Musik sucht, was sie einem gibt – für einen Moment, für immer, egal ob der Komponist „toll“ ist.Bach’s Musik ist für mich Kopf-/Verstandesmusik, die der anderen erreichen mich meist sofort über das Gefühl. Nur einem Gott zu huldigen, wäre mir viel zu einseitig.
    Ich habe gerade hier bei Dir für mich oft unbekannte, mich total überraschende neue Komponisten, Musikarten, Musik in fremden Sprache gesungen , entdeckt, habe mich mit ihnen auseinandergesetzt und es war fast immer eine Bereicherung.
    Das alles trifft für viele andere Sparten auch zu, sei es Kunst, Literatur – wir können aus einem Übermaß von allem schöpfen – ist doch beneidenswert?
    Grauhimmeliger lieber Gruß aus dem Frühlingsadvent, Karin

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    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank für deine Ausführungen. 🙂 Ungeachtet einiger unbestreitbarer Widerwärtigkeiten unserer Zeit sind wir doch in verschiedener Hinsicht sehr privilegiert. Und es gibt so vieles, was uns nähren und bereichern kann. Vor diesem Hintergrund wäre es schade, sich zu lange mit dem aufzuhalten, bei dem man keine positive Resonanz verspürt. Was mich nicht glücklich macht, werde ich nie zu meinem Glück zwingen können. 😉
      Mit einem vorsichtig-sonnigen Gruß 🐻

      Gefällt 1 Person

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