Scarlatti auf dem Fortepiano

Domenico Scarlattis Cembalosonaten machen, nicht ganz unerwartet, auch auf anderen Instrumenten eine gute Figur. Besonders auf dem modernen Konzertflügel scheinen sie sozusagen eine zweite Heimat gefunden zu haben. Dagegen sind sie eher selten auf dem Fortepiano (im Deutschen häufig Hammerklavier oder Hammerflügel genannt) zu hören. Möglicherweise fällt das Fortepiano hier schlichtweg zwischen Stuhl und Bank. Die einen legen Wert auf den originalen Cembaloklang. Und die anderen entscheiden sich gleich für den klangfülligeren Konzertflügel. Emilia Fadini hat mehrere Scarlatti-Alben aufgenommen. Und für eines davon hat sie das Fortepiano gewählt. Bei diesen Aufnahmen schöpft sie die besonderen klanglichen Vorzüge des Hammerflügels aus und setzt auch durch ihre Interpretation deutliche Akzente. Ein außergewöhnliches Hörerlebnis. 🙂

Domenico Scarlatti  • Sonaten

Emilia Fadini • Fortepiano

  1. (00:01) Sonate in E-Dur, K.531
  2. (03:35) Sonate in E-Dur, K.380
  3. (08:58) Sonate in E-Dur, K.381
  4. (13:31) Sonate in e-moll, K.402
  5. (18:29) Sonate in E-Dur, K.403
  6. (22:15) Sonate in E-Dur, K.206
  7. (31:32) Sonate in D-Dur, K.400
  8. (34:31) Sonate in D-Dur, K.401
  9. (38:16) Sonate in D-Dur, K.490
  10. (44:14) Sonate in D-Dur, K.491
  11. (49:11) Sonate in D-Dur, K.492
  12. (54:03) Sonate in f-moll, K.466
  13. (58:28) Sonate in f-moll, K.467
  14. (1:01:48) Sonate in f-moll, K.462
  15. (1:08:36) Sonate in f-moll, K.463

Das Programm ist mit 15 Sonaten zwar recht umfangreich. Aber aufgrund einiger Domino-Effekte werden hier in nächster Zeit nur sporadisch neue Beiträge erscheinen. Und da kommt es ja sehr gelegen, wenn ein einzelner Beitrag einen Vorrat an Lauscherlebnissen bietet. 😉


Titelbild: Nasturtium © Random Randomsen

24 Gedanken zu “Scarlatti auf dem Fortepiano

    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank für deine harmonische Resonanz. 🙂
      Ja, selbst wenn man mit dem Scarlattiversum schon sehr vertraut ist, findet man hier ein erfrischend neuartiges Klangerlebnis. 🙂
      Mit einem klangvollen Sonntagsgruß 🐻

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        1. Random Randomsen sagt:

          Ja, da spielt sicher die Hörgewohnheit eine Rolle. Für passionierte „Hammerflügler“ sieht die Sache anders aus. 😉 Aber ich jedenfalls höre Konzertflügel oder Cembalo doch wesentlich häufiger als den Hammerflügel. Hinzu kommt wohl auch, dass man in Cembalo- oder Klavierklänge einfach eintauchen kann, während man dem delikaten Klang des Hammerflügels gleichsam auf halbem Wege entgegenlauschen muss, damit sich das reiche Füllhorn seiner feinen Klangfacetten erschließt.
          Danke für den Hinweis auf Linda Nicholson, die ich noch nicht kannte. 🙂
          Auch dir noch einen zauberhaften Sonntag 🐻

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          1. PPawlo sagt:

            Wahrscheinlich hat YouTube irgendein Cookie gesetzt, dass mir gleich mein jetziges Thema gezeigt wird? Soeben war wieder ein Johann Johannsson als erstes da. Kilroy is watching you. 😐

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  1. PPawlo sagt:

    Das ist eine schöne Idee und „Zugabe“! Auch dass man den Anfang der einzelnen Stücke durch die Markierungen gut finden kann. So weiß ich jetzt, dass mich bisher die Sonate K.206 ganz besonders aufhorchen lässt. Bis dahin habe ich mich inzwischen vorgepirscht. 🙂 Und Scarlattis Musik leuchtet ja durch den Alltag wie deine Brunnenkressenblüte, die wunderbar von innen heraus strahlt! Ein Überstrahlen der Dunkelheit. In der Hoffnung, dass du bald wieder regelmäßiger dabei bist! Aber klar: die Zeit, die du brauchst, nimmst du dir auch. Hab’s derweil gut! Liebe Grüße, Petra

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    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank für freudig mitschwingendes Echo. 🙂
      Ja, die Markierungen kommen einem besonders gelegen, wenn man eben in Etappen hören will. Oder auch, um einen besonderen Favoriten wiederholt anzuhören. 🙂
      Das Blütenbild war ein Glücksfall, weil das Sonnenlicht nur an genau diesem Punkt durch das Blattwerk drang. Und das innere Leuchten von Scarlattis Musik kommt ja mit dem delikaten Fortepiano-Klang auch besonders gut zur Geltung.
      Es wird wohl einige Monate dauern, bis bei mir wieder Normalbetrieb herrscht. Dies vor allem auch deshalb, weil nun für mich die Zeit für einen Wohnortswechsel gekommen ist. Aktuell favorisiere ich den Schwarzwald oder das Allgäu, was ja doch ein gutes Stück von meinem heutigen Wohnort entfernt liegt. Dadurch wird bereits eine einfache Wohnungsbesichtigung recht zeitaufwendig. Im Moment steckt aber das ganze Projekt noch in den Kinderschuhen, und es steht noch in den Sternen, wie sich das entwickeln wird. 🙂
      Mit einem sonnigen Montagsgruß 🐻

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      1. PPawlo sagt:

        Ja, die Markierungen habe ich auch schon genutzt um noch einmal reinzuhören.
        Ja, es ist erstaunlich, was die Sonne alles zaubert und welche Formen, Plätze oder Stellen plötzlich im strahlenden Fokus stehen. Ich hab auch schon manches Mal gewartet, um das zu erleben.
        Wohnortwechsel? Das klingt spannend! Mit dem Allgäu würdest du ja unserem Ort ziemlich nahe rücken oder gar auf der Suche öfter mal vorbeifahren? Vielleicht warst du da schon da? Vielleicht lernen wir uns dann doch mal kennen? Aber ich kann mir gut vorstellen, dass Umzug organisieren allein genügt und alles Weitere nervt und dass ein digitaler Gedankenaustausch dir eh voll genügt. Es hat alles seine Vor-und Nachteile.
        Jedenfalls sind das 2 schöne Gegenden, die dir vorschweben! Bin gespannt, wo du landest! 🐞🐞🐞

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        1. Random Randomsen sagt:

          Ja, beide Gegenden bieten sehr viel von dem, was mir für meinen Lebensraum wichtig ist. Ich bin selber sehr gespannt. 😀
          Wenn sich die geografische Distanz verringert, lädt das, wie ich finde, schon dazu ein, neue Möglichkeiten auch zu nutzen. 🙂

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      2. PPawlo sagt:

        Nun wollte ich gerade die letzten Scarlatti Sonaten noch mal anhören. Aber das geht nicht mehr „Video nicht verfügbar“ Stattdessen führte mich der Pfeil zu meiner Erstaunung zu „Ascension“ als Hommage zu Johann Johannsson, was gleich am Anfang ein passendess Zitat von ihm zeigt: Er will mit seiner Musik die Emotionen der Menschen direkt ansprechen! „Music should resonate with people on an emotional level.“ Damit werde ich mich meiner Malerei und seiner Musik wieder „wortloser“ zuwenden. 😉 Herzlich, Petra

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        1. Random Randomsen sagt:

          Das ist nun freilich ärgerlich – weil ja der ganze Beitrag nur an diesem einen Video hängt. :/
          Das Zitat von Jóhann Jóhannsson passt durchaus zu Musik ganz allgemein – und zu seiner eigenen Musik ganz besonders. Denn auch bei Stücken, die man bereits gut zu kennen glaubt, kann die persönliche Reaktion immer wieder anders ausfallen. Das lässt sich teilweise auch verbal ausdrücken – aber das wird dann immer eine Momentaufnahme sein. 🙂

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  2. Videbitis sagt:

    Och – gibt’s doch gar nicht! Gib zu, in die Blume hast Du eine Taschenlampe eingebaut.;-) Tolles Foto!
    Ein wirklich interessanter Klang, als wären Cembalo und Klavier in einem Instrument. Der Begriff Hammerklavier ist mir bisher nur bei der Hammerklaviersonate von Beethoven begegnet, und da die ja heutzutage immer auf einem normalen Flügel gespielt wird, hatte ich keine Vorstellung davon, daß Hammerklavier tatsächlich besonders klingt. Danke dafür.

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    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank für deine positive Resonanz. 🙂 So ein Bild ist freilich ein Glücksfall. Genau der passende Lichteinfall – und manchmal sieht sowas auf dem Foto auch gar nicht mehr so toll aus wie in natura.
      Ja, das ist ein klanglich höchst attraktives Instrument. Es verfügt über einen Obertonreichtum, der eher in Richtung Cembalo geht – und die Hammermechanik erlaubt eine dynamische Anschlagstechnik, was einen besonders „vielfarbigen“ Klang ergibt. Klar hat der moderne Konzertflügel viele Vorzüge – aber das Hammerklavier ist eben auch nicht zu verachten. 🙂

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  3. Karin sagt:

    Dann wünsche ich Dir, dass die Kinderschuhe sich zu Siebenmeilenstiefeln mausern und Du rasch ein neues von Klängen und Schönheit erfülltes Zuhause findest und bin gespannt auf Deine Entscheidung: der Schwarzwald ist dunkel, geheimnisvoll, das Allgäu lieblicher, lichterfüllter, aber vielleicht entdeckt der Pfadfinder in Dir noch ganz andere Gegenden.Die Sprache ist in beiden Gegenden gewöhnungsbedürftig -:))
    Deinem Scarlattireigen werde ich nach und nach lauschen, muss nach der Enkelfratzbesichtigung auch erst wieder landen.
    Viel Glück bei der Suche und Deine Hörer und Leser werden sicher alle geduldig warten, bis Du wieder mehr Zeit hast.
    Mit einem herzlichen Gruß vom Dach, Karin

    PS:Bei dem Kapuzinerkresseblütchen, in dem die Blütenfee Licht angeknipst hat, mag ich sogar Gelb -:)))

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    1. Random Randomsen sagt:

      Herzlichen Dank für deine guten Wünsche. 🙂 Ja, nachdem die Sache nun unaufhaltsam ins Rollen gekommen ist, wäre es mir auch recht, wenn alles zügig und stolpersteinfrei vorangehen würde. Beide Gegenden haben ihren bestimmten Zauber, der mir sehr behagt. Im Lauf der Jahre haben sich ganz bestimmte Eigenschaften herauskristallisiert, die ein passender Lebensraum haben muss. Das findet man nicht in jeder Ecke. Was die Dialekte angeht bin ich allerdings mittlerweile nicht mehr so leicht zu erschrecken. 😉
      Der Scarlattireigen eignet sich prima als Naschtüte für zwischendurch. 😀
      Das Blütenbild stammt übrigens aus dem Allgäu. So viel also zum Thema lieblich und lichterfüllt. 🙂
      Mit einem herzlichen Gutenachtgruß 🐻

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