Hübsches Rauptier

Kürzlich ist mir eine Schmetterlingsraupe über den Weg gelaufen, die man – obwohl die Art nicht unbedingt selten ist – nicht alle Tage sieht. In ihrer natürlichen Umgebung ist sie recht gut getarnt, und sie bewegt sich in flottem Tempo. Das erleichtert die Beobachtung nicht unbedingt. Bei näherer Betrachtung erweist sich diese Raupe als ausgesprochen hübsch. Und man kann auch einige charakteristische Merkmale erkennen.

Auf den Bildern ist eine erwachsene Raupe mit einer Körperlänge von rund 40mm zu sehen. Von der Grundfärbung her gehört die hier gezeigte Raupe zu den helleren Exemplaren ihrer Gattung.


Vorderteil

Typische Merkmale sind hier der hellgraue, dunkel gepunktete Kopf und der schwarze Fleck auf dem zweiten Brustsegment. Gut zu sehen ist auch die kräftige Behaarung.

Raupe2

Raupe 2a.JPG


Hinterleib

Sehr schön zu erkennen sind hier die charakteristischen orangeroten Trichterwarzen auf dem 6. und 7. Hinterleibssegment. Ebenfalls typisch ist der helle Sattelfleck auf dem 5. Hinterleibssegment, der bis in die angrenzenden Segmente reicht.

Raupe3


Raupe im Schatten

Raupe4


Raupe in der Sonne

Raupe5

Ein kleines Detail möchte ich noch erwähnen. Es handelt sich hier um die Raupe der Nonne (Lymantria monacha), eines Nachtfalters.


Klangbild:
Robert de Visée • Chaconne in G-Dur

Daniel Zapico • Theorbe


Bilder © Random Randomsen

12 Gedanken zu “Hübsches Rauptier

    1. Random Randomsen sagt:

      Ja, da gibt es etliche, die sich bei näherem Hinschauen als Hingucker entpuppen. 😀
      Diese Art hier ist in ihrem Raupenleben ein Baumbewohner – daher begegnet man ihnen nicht so oft auf Augenhöhe. 😉
      Mit einem herzlichen Morgengruß 🐻

      Gefällt 3 Personen

  1. Karin sagt:

    Als ich das erste Bild sah, wollte ich sofort schreiben, die paßt in ein Cabaret mit Frou Frou mit ihrer Borstenfederboa. Zum Nachtfalter wäre das ja richtig gedacht, nur Nonne? -:)))
    Toll, dass Du sie so für Dich und uns einfangen konntest, sie ist wirklich ein entzückendes Rauptier , dem auch Warzen nichts von seiner Schönheit nehmen , für mich sind das eher grains de beauté , und bei der Musik hatte ich sie am Stamm hochflitzend vor Augen.
    Erfreute Grüße ob dieses eyeandearcatchers, Karin

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    1. Random Randomsen sagt:

      Ja, diese „Pointe“ mit der Nonne habe ich mir extra für das Beitragsende aufgehoben – damit ein gewisser Überraschungseffekt gelingen möge. 😉
      Möglicherweise war sie hier unterwegs zu einem geeigneten Platz für ihre Verpuppung. Und sie hat sich so „chaconneflott“ bewegt, dass die Musikauswahl eigentlich von Anfang an feststand. 😀
      Mit einem klangvollen Morgengruß 🐻

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    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank für dein positives Echo. 🙂
      Dieser extralange Hals ist für die (offen gespielten) Basssaiten bestimmt, die durch ihre beachtliche Länge besonders tief und lang anhaltend klingen. Man bekommt damit ein schönes „Bassfundament,“ wie es bei anderen Lauteninstrumenten nicht möglich ist. Die Melodiesaiten sind dagegen von „lautenüblicher“ Länge und werden auch über ein „normal“ spielbares Griffbrett gespielt.
      Beim obigen Video sind die Details nicht wirklich zu erkennen. Das folgende Video bietet einen deutlicheren Einblick in Bau- und Spielweise.

      Gefällt 3 Personen

  2. Karin sagt:

    Die Nonnentracht bei den Zweibeinern ist ja auch eine Art von Verpuppung und die erhoffen sich dann ein Schmetterlingsdasein im Himmel, ob das aber so klappt wie bei den Raupen und Schmetterlingen hienieden , das ist sehr ungewiß.

    Gefällt 2 Personen

    1. Random Randomsen sagt:

      Ja, mit den handelsüblichen Himmelsvorstellungen könnte so manch eine(r) eine verteufelte Überraschung erleben, um es mal salopp auszudrücken. 😉
      Wichtig scheint mir zuvörderst, dass jemand einen für sich stimmigen Lebensweg einschlägt. Das ist gewiss auch in einem Orden möglich. Wer sich allerdings durch „jenseitige Lohnvorstellungen“ zu einem wesensfremden Weg verleiten lässt, ist tendenziell eher sehr auf dem Holzweg…

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  3. PPawlo sagt:

    Diese „chaconneflotte“ Raupe ,wie du sie nennst, hat die Natur ja bereits wunderbar geschmückt! Du hast sie auch richtig schön portraitiert. Und trotzdem, ich bevorzuge Schmetterlinge und Tagesfalter . 🦋🦋🦋 Liebe Grüße, Petra

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    1. Random Randomsen sagt:

      Selber finde ich die Kreuchthiere und die Fleuchthiere 😉 gleichermaßen faszinierend. Und nicht minder ihre Verwandlung von der einen zur anderen Form. Aber da sind die Vorlieben eben unterschiedlich. 🙂
      Mit einem herzlichen Nachmittagsgruß 🐻

      Gefällt 2 Personen

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