Vögguvísur [8] • Ūčia lylia tu, mažoji

Damit meine Wiegenlieder-Sammlung nicht Gefahr läuft, einzuschlafen, gibt es hier heute mal wieder ein Wiegenlied zu hören. Und zwar handelt es sich um ein litauisches Wiegenlied. Leider kann ich über dessen Inhalt keine zuverlässigen Aussagen machen (und auch nicht über den in der ersten Version gesprochenen Text). Das allerdings trübt den Hörgenuss meines Erachtens in keiner Weise. 🙂

Ūcia lylia tu, mažoji (Trad. Litauen)

Rasa Serra • Gesang


Saulius Petreikis • Gesang, Trompete
Laima Jansone • Kokle


Titelbild © Random Randomsen

 

 

 

6 Gedanken zu “Vögguvísur [8] • Ūčia lylia tu, mažoji

  1. PPawlo sagt:

    Schön, deinen Beitrag am Sonntagmorgen zu lesen und zu hören!
    Die ausgewählte Musik wirkt auf mich magisch und erinnert mich ans Joiken.
    In der ersten Fassung kommt es mir vor, als ob eine Mutter ihrer Tochter einen Segen gibt und Tiefergreifendes über das Leben mtteilt. Die zweite Fassung ist für mich ein Liebeslied, allein weil sich da eine unglaublich dichte, pulsierende Atmosphäre aufbaut und wieder ein Joiken an Erde und Himmel? Ein Joiken in die Welt hinein, und an das Leben?
    Ich versteh schon deine Haltung, dass Worte nicht so wichtig sind. Doch du hast sicher schon mitbekommen, dass Texte für mich eben doch wichtig sind. Deswegen hab ich gleich versucht, eine Übersetzung zu bekommen. Ging aber nicht.
    Jetzt frag ich mich, wie du erfahren hast, dass das ein Wiegenlied ist?
    Auf jeden Fall ist das eine Musik mit unglaublich intensiver Ausstrahlung. Dein Bild passt ganz wunderbar dazu und unterstreicht für mich noch meinen Eindruck.

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    1. Random Randomsen sagt:

      Herzlichen Dank für deine ausführliche und harmonisch mitschwingende Resonanz. 🙂
      Eine Klangverwandtschaft mit dem Joik lässt sich hier durchaus feststellen. Ob es auch eine geistige Verwandtschaft gibt, kann ich nicht mit Sicherheit sagen – aber es liegt für mich im Bereich des Möglichen bis Wahrscheinlichen. 🙂
      Natürlich möchte ich die Bedeutung von Texten nicht schmälern. Hier finde ich es aber aus zwei Gründen nicht so störend, wenn man den Text nicht versteht. Gerade bei Wiegenliedern finde ich es reizvoll, das Lied zu hören wie ein kleines Kind, das ja die Bedeutung der Wörter auch (noch) nicht kennt. Zudem meine ich, dass ein Liedtext, wenn er etwas taugt, wesentliche Inhalte über den Klang der Silben mitteilt. Da sind wir dann wieder beim Joik, bei dem es oft „klingende Silben“ ohne Text im herkömmlichen Verständnis gibt.
      Gegenüber Übersetzungen die man im Netz findet, habe ich inzwischen ein sehr weitgehendes Misstrauen entwickelt. Da ist es oft besser, wenn man gar nichts findet. 😉 Oft gibt es so genannte „Übersetzungen,“ die völlig unsinnig sind und die leider auch noch dutzendfach kopiert und weiter verbreitet werden. :/
      Das Wiegenlieder-Schlüsselwort lautet hier: lopšinė (litauisch = Wiegenlied). Es ist in beiden Videos eingeblendet. Weitere Recherchen haben dann ergeben, dass dieser Titel „Ūčia lylia tu, mažoji“ in verschiedenen litauischen Wiegenliedersammlungen/CDs immer wieder auftaucht. 🙂
      Mit einem herzlichen Sonntagsgruß 🐻

      Gefällt 3 Personen

      1. PPawlo sagt:

        🙂 Das klingt überzeugend! Ein Wiegelied also! Dankeschön!
        Also ich habe dann mal die Augen zugemacht und noch mal wie ein Kind gelauscht. Bei der ersten Fassung wäre Ich zwar nicht im ersten Teil , aber beim liebevollen Sprechgesang ganz bestimmt eingeschlafen. Bei der zweiten wäre mir das auch nach dem ersten Teil schon gelungen. Als aber der Blechbläser immer lauter und beschwingter wurde und dann noch immer höher klang bis zum höchsten letzten Ton, war ich hellwach!😀Gut, die Babys schlafen dort vielleicht ziemlich schnell ein und dann wie ein Stein, sodass die Eltern ganz laut und immer raumgreifender Dank sagen können? Wer weiß?😉

        Auf jeden Fall ist das wieder eine tief wirkende Musik, wie Magie für mich. Mit einen herzlichen immernochSonntagsgruß 🐻

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        1. Random Randomsen sagt:

          Wenn man die Sprache nicht versteht, ist das ja oft schwierig – aber ich versuche zumindest zu verifizieren, ob es sich wirklich um ein Wiegenlied handelt. 🙂
          Viele veröffentlichte Versionen von Wiegenliedern sind ja so arrangiert, dass die schlafliederliche Wirkung mehr oder weniger dahin ist. Dennoch ist es immer wieder spannend, was sich aus dem doch meist einfachen musikalischen „Grundstoff“ gestalten lässt. 🙂
          Bei Wiegenliedern, deren Texte ich verstehe, habe ich auch schon bemerkt, dass es beispielsweise darum geht, böse Geister zu vertreiben. Da mag es dann wieder naheliegend zu sein, dass die Musik auch schon mal etwas heftiger wird. 😀

          Gefällt 2 Personen

  2. Karin sagt:

    Der Begriff Liebeslied kam mir beim zweiten Beitrag , der mich mehr berührte, auch gleich in den Sinn, nur habe ich es als eins , das der Vater für sein Kind singt, ihm von seiner tiefen, warmen Liebe zu ihm erzählt, schon die Gestik der Hände drückt das für mich aus, interpretiert, weniger als eins zum Einschlafen.
    Hellwache Grüsse vom Dach, Karin

    Gefällt 2 Personen

    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank für dein feingefühliges Echo. 🙂
      Da stellt sich für mich nun ganz generell die Frage, wie weit ein Wiegenlied unbedingt ein Schlaflied sein muss. In unserem Sprachgebrauch wird das Wiegenlied zwar praktisch exklusiv als Schlaflied aufgefasst. Aber vielleicht ist das in anderen Kulturkreisen nicht so?
      [Von Saulius Petreikis wird hier übrigens demnächst noch mehr zu hören sein. Dies nur, um die freudige Erwartung ein wenig anzuregen. 😉 ]
      Mit einem herzlichen Sonntagsgruß 🐻

      Gefällt 2 Personen

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