Kleine Nachtmusik • Goldbergwerk

Es ist ja nicht völlig geklärt, ob die Goldberg-Variationen von Johann Sebastian Bach zu Recht mit dem Namen Goldberg verknüpft werden. Auf dem Titelblatt des Erstdrucks wird das Werk „Clavier Ubung bestehend in einer ARIA mit verschiedenen Verænderungen vors Clavicimbal mit 2 Manualen“ genannt. Als gesichert darf hingegen gelten, dass Bach das Lautenklavier (zu Bachs Zeit Lautenwerck genannt) benutzt und sehr geschätzt hat. Dieses Lautenklavier ist zwar nicht ein „Clavicimbal mit 2 Manualen“ – aber die Goldberg-Variationen klingen auf diesem Instrument sehr überzeugend. Und vor allem ein wenig anders, als man es gewohnt ist – denn das Lautenklavier hört man heutzutage nicht oft.

Johann Sebastian Bach • Goldberg-Variationen BWV 988

Gwendolyn Toth • Lautenklavier


Titelbild © Random Randomsen

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13 Gedanken zu “Kleine Nachtmusik • Goldbergwerk

  1. finbarsgift sagt:

    Eines der ganz großen Variationswerke der Abendlandliteratur, egal auf welchem Instrument interpretiert.
    Der Klang des Lautenklaviers ist fein. Die Performance hervorragend. Vor allem nicht zu schnell.
    Herzlichen Dank für’s Zeigen und Präsentieren 😊
    Hab einen schönen Sonntag!
    Liebe Morgengrüße vom Lu

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    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank für deine harmonisch-treffsichere Würdigung. 🙂 Ja, das ist ein absolutes Hochlicht in diesem Genre. Irgendwie hat Bach ja auch immer primär an die Musik und erst in zweiter Linie an die Instrumente gedacht. Wohl deshalb lässt sie sich besonders gut in die Sprache verschiedener Instrumente übersetzen. Die Goldberg-Variationen mit Rachlin-Imai-Maisky beispielsweise klingen so, als wären sie von Anbeginn einem Streichtrio auf den Klangkörper geschrieben worden.
      Der sanfte Klang des Lautenklaviers hat wiederum seinen ganz eigenen Zauber. Leider sind Aufnahmen mit diesem Instrument bisher eher selten. Besonders erwähnenswerte Ausnahme: das komplette WTK mit John Paul.
      Auch dir einen zauberhaften Sonntag. 🙂 Mit einem klangvoll-herzlichen Gruß 🐻

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      1. finbarsgift sagt:

        Vor allem bei der Kunst der Fuge ist das ja wohl so. Das kenne ich Fassungen für Orgel und Klavier, Streichquartett und Orchester…
        Das komplette WTK mit Lautenklavier klingt interessant. Da werde ich gleich mal reinhören 🌞
        Herzliche Grüße vom Lu

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        1. Random Randomsen sagt:

          Ja, bei der Kunst der Fuge ist dieses Prinzip wohl so ziemlich auf die Spitze getrieben. Faszinierend ist da beispielsweise auch die Aufnahme mit Hespèrion XX:

          Das Lautenklavier-WTK habe ich vor Jahren als Download erworben (weil ich der CD-Ausgabe nirgends habhaft werden konnte) – und ich schätze daran sehr den ausgewogen-bekömmlichen Klangcharakter (der Ausdruck „wohltemperiert“ wird hier mehrdimensional). 🙂

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    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank für deine erfreute (und mich erfreuende) Resonanz. 🙂
      Dieses wohlklingende Instrument war wohl nie das populärste Tasteninstrument – und es war lange Zeit eigentlich völlig in der Versenkung verschwunden. Vor einigen Jahrzehnten wurde es wiederbelebt. Aufnahmen sind selten, aber es gibt sie. Im Internet wird man allerdings eher unter der englischen Bezeichnung „Lute-Harpsichord“ fündig. 🙂

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      1. hafenmöwe sagt:

        na, Gott sei dank… ich liebe ja auch sehr das andere fast in der Versenkung verschwundene Instrument: Klavichord. Klein, aber oho… Wär mir 1000 mal lieber als ein-E-Piano schlecjter Qualität zum Schutze der Nachbarn …

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        1. Random Randomsen sagt:

          Ja, das Clavichord hat einen bezaubernden Klang und ist überhaupt in Hausmusikinstrument erster Güte. 🙂
          Generell scheint es bei Musikern und Instrumentenbauern eher ein wachsendes Interesse an diesen alten Instrumenten zu geben. Aber das bleibt doch eher eine Randerscheinung im großen Musikbetrieb.

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  2. Karin sagt:

    Wenn Petrus mitspielt, werde ich mir das morgen mit Kopfhörern auf der Terrasse anhören, denn meine CD mit Glenn Gould habe ich mir noch nie in vollständiger Länge angehört, irgendwann wurde ich Banause ungeduldig -:))) Aber zum Sonnenbaden habe ich immer Geduld und dann paßt das wunderbar. Zum Lautenklavier gesellt sich dann noch Vogelgezwitscher und als leibliches Wohl ein Rhabarberbaiserkuchen hinzu. Wenn das kein Feiertag wird!
    Spätnachmittägliche Grüße vor dem Aufbruch zur Lesung von Sasa Stanisic (Häkchen habe ich nicht gefunden, bitte hinzudenken) noch vom Dach, Karin

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    1. Random Randomsen sagt:

      Das klingt nach einem exzellenten Plan. 😀
      Die Aufnahmen mit Glenn Gould sind, obwohl sehr spannend, allerdings auch anstrengend. Die Lautenklavier-Aufnahme mit Gwendolyn Toth dagegen eignet sich sehr zum hingebungsvollen Lauschen – sowohl vom Klang des Instruments als auch von der Interpretation her. Im Verein mit den erwähnten Zutaten klingt das sehr nach Feiertag. 🙂 Und obendrein bereite ich für morgen gleich noch einen Klangnachtisch (von moderatem Umfang) vor. 😉
      Mit einem erlesenen Abendgruß 🐻

      Gefällt 1 Person

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