Wassermusik XXXIX • 海へ

In der 39. Ausgabe der „Wassermusik“ spielt die Zahl 3 eine besondere Rolle. Zunächst einmal handelt es sich um eine dreiteilige Komposition. Davon gibt es allerdings drei unterschiedliche Versionen, die alle vom Komponisten höchstpersönlich eingerichtet wurden. Eine für Altflöte und Gitarre, eine für Altflöte, Harfe und Streichorchester und eine für Altflöte und Harfe. Zudem spielt ein aus drei Noten bestehendes musikalisches Motiv eine wichtige Rolle. Die Tonfolge „Es – E – A“ (SEA).

Tōru Takemitsu • Toward the Sea I
(The Night · Moby Dick · Cape Cod)

Tracy Goodwin • Altflöte
Ramon Fermin • Gitarre


Tōru Takemitsu • Toward the Sea II
(The Night · Moby Dick · Cape Cod)

Joshua Smith • Altflöte
Yolanda Kondonassis • Harfe
Ensemble Oberlin 21 • Bridget-Michaele Reischl (Leitung)


Tōru Takemitsu • Toward the Sea III
(The Night · Moby Dick · Cape Cod)

Emmanuel Pahud • Altflöte
Mariko Anraku • Harfe


Die Gesamtübersicht der bisherigen wassermusikalischen Beiträge und der darin vorkommenden Werke gibt es hier:
♫ Wassermusik ♫


Titelbild © Random Randomsen

7 Gedanken zu “Wassermusik XXXIX • 海へ

  1. PPawlo sagt:

    Irgendetwas Rätselhaftes schwingt in diesen Fassungen mit. Fast könnte man ja von musikalischen Übermalungen dieser Lautmalerei sprechen. Sind die verschiedenen Versionen hier nun chronologisch gereiht? Und ob es auch andere Unterschiede gibt als die Instrumente>? Dazu müsste ich’s mir mehrmals anhören. Es ist ein Meer mit Sogwirkung, als ob es immer wieder ruft. Bei der 2. Fassung sind die Oceanscapes mit dem spiegelglatten Meer und den dramatischen Wolkenbildern eine bezaubernde Untermalung. Spontan mag ich die dritte musikalische Version am liebsten. Die meiste Klarheit? Interessantere instrumantale Variationen? Wer weiß. Auf jeden Fall war’s sehr interessant für mich, dieser Musik zu lauschen. Lieben Dank! Hab noch einen schönen, klangvollen Abend! 🌟🌕🌟

    Gefällt 2 Personen

    1. Random Randomsen sagt:

      Herzlichen Dank für deine positive und spannende Rückmeldung. 🙂
      Die Idee von „musikalischen Übermalungen“ gefällt mir. Ich kann mir vorstellen, dass sich auch der Komponist damit hätte anfreunden können (aber das ist natürlich Spekulation auf Basis dessen, was ich über ihn gehört habe).
      Die Reihenfolge hier entspricht der Chronologie. Wobei die ersten beiden Fassungen kurz hintereinander entstanden sind und die dritte ein „Nachzügler“ ist.
      Bei allen drei Versionen ist die Partie der Altflöte unverändert. In der zweiten Version bleibt die Harfe sehr nahe an der ursprünglichen Gitarrenstimme, während Takemitsu für die dritte Version eine neue Harfenstimme erarbeitet hat. Und das Streichorchester der zweiten Fassung bietet sozusagen einen „Harmonieteppich“, der natürlich bei den „sparsameren“ Versionen nicht in diesem Umfang vorhanden ist.
      Es wäre bestimmt auch spannend, unterschiedliche Interpretationen ein- und derselben Fassung zu hören. Da wird es gewiss auch beträchtliche Unterschiede geben. [Vielleicht kommt da noch was. Für heute fand ich die Gegenüberstellung der drei Fassungen ausreichend.]
      Mit einem klangvollen Gruß zum harmonischen Abend. 🐻

      Gefällt 1 Person

  2. PPawlo sagt:

    Das sind interessante Infos!! Hab herzlichen Dank dafür! Als überarbeitete Endfassung hat ja die 3. Version auch einen besonderen Stellenwert.
    Weitere Details für “ unterschiedliche Interpretationen ein- und derselben Fassung“ hören sich für mich gut an. Aber die Zeit für weitere „Forschungen“ würde ich mir dann wohl doch nicht nehmen oder haben. Bei mir steht ja auch immer noch Bartok auf dem Plan! Hab’s gut in dieser Woche! 🐻

    Gefällt 1 Person

    1. Random Randomsen sagt:

      🙂
      Ja, die dritte Version hat da schon irgendwie einen speziellen Status, zumal sie auch mit acht Jahren Abstand entstanden ist. Allerdings weiß ich nicht, was den Komponisten zu dieser neuen Version bewegt hat.
      Die weitere „Forschung“ könnte durchaus zeitintensiv werden. Es gibt zahlreiche Aufnahmen. Aber viele nur von einzelnen Sätzen und etliche leider in trauriger Aufnahmequalität.
      Auch dir eine zauberhafte Woche 🐻

      Gefällt 1 Person

  3. Karin sagt:

    Huch, mein Kommentar ist weg! Hatte gestern etwas geschrieben und nun ist es nicht auffindbar:
    Beim ersten Hören glaubte ich die Flöte aus Debussy’s Prélude à l’après-midi d’un faune zu hören und entdeckte, bei wiki, dass Takemitsu ihn auch als Vorbild nahm bzw. sich intensiv mit ihm beschäftigt hat. Bei der Zuordnung der Satzbezeichnung Moby Dick tat ich mich schwer, aber ich bin ja auch kein so geübter Hörer solcher für mich avantgardistischer Musik.
    Du forderst uns ja oft heraus, uns anderen neuen ungewohnten Klängen auszusetzen und das finde ich wunderbar, denn freiwillig wäre ich auf diese Musik nie gekommen.
    Musikperlen aus dem Wasser gefischt -:)))
    Einen späten Kommentargruß, mal sehen, ob er jetzt genehmigt wird , Karin

    Gefällt 1 Person

    1. Random Randomsen sagt:

      Herzlichen Dank für deine feine und positive Resonanz. 🙂
      Der erste Kommentar ist wohl bereits unterwegs verloren gegangen. Es ist auch schon vorgekommen, dass der Spam-Filter was „gefressen“ hat. Aber da ist nix. Ein WP-Rätsel wahrscheinlich ohne Auflösung.
      Die Debussy-Assoziation kann ich bei diesem Flötenpart sehr gut nachvollziehen. Der Bezug zu Moby Dick erschließt sich mir allerdings auch nicht. Besser finde ich mich zurecht mit Takemitsus folgender Aussage: „The music is a homage to the sea which creates all things and a sketch for the sea of tonality.“
      Ja, die hier präsentierte Musik darf durchaus eine gewisse Bandbreite 😉 aufweisen. Bei Takemitsu gäbe es noch mehr wassermusikalische Werke. Aber dieses hier fand ich besonders klangschön und zugänglich. 🙂
      Mit einem herzlichen Abendgruß 🐻

      Gefällt 1 Person

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