Wassermusik XXVIII • Cantus Arcticus

Heute ist in meiner wassermusikalischen Reihe ein Werk zu hören, dessen Titel vielleicht nicht nach Wassermusik klingt. Dass es aber dennoch eine echte und ganz besondere Wassermusik ist, soll hier zunächst rein akustisch deutlich gemacht werden.

Einojuhani Rautavaara • Cantus Arcticus, Op. 61
Konzert für Vögel und Orchester
1. Suo (Marschland)
2. Melankolia
3. Joutsenet muuttavat (Ziehende Schwäne)

Royal Scottish National Orchestra • Hannu Lintu


In diesem Werk spielen Vogelstimmen eine bedeutende Rolle. Und die Musik bezieht sich in verschiedener Weise auf diese Vogelstimmen. Im ersten Satz sind Stimmen von Vögeln des küstennahen Marsch- und Sumpflandes zu hören. Im zweiten Satz hat die Ohrenlerche ihren Auftritt. Und im dritten Satz sind Singschwäne an der Reihe.


Eine beeindruckende Live-Version (noch dazu mit eingeblendeter Partitur) ist in der folgenden Aufnahme zu hören.

Einojuhani Rautavaara • Cantus Arcticus, Op. 61
Konzert für Vögel und Orchester
1. Suo (Marschland)
2. Melankolia
3. Joutsenet muuttavat (Ziehende Schwäne)

Deutsche Radiophilharmonie Saarbrücken Kaiserslautern • Christoph Poppen


Das ist nun vielleicht nicht eine Komposition, die man unter der Dusche singt. Aber für mich ist es doch so etwas wie ein Ohrwurm. Falls es jemandem ähnlich ergeht – in einem meiner früh(er)en Beiträge ist eine (legendäre) weitere Aufnahme des Werks zu finden:
Leif is Leif


Die Gesamtübersicht der bisherigen wassermusikalischen Beiträge und der darin vorkommenden Werke gibt es hier:
♫ Wassermusik ♫


Titelbild © Random Randomsen

 

 

15 Gedanken zu “Wassermusik XXVIII • Cantus Arcticus

  1. Mitzi Irsaj sagt:

    Noch nicht zuende gehört. Sozusagen mitten drin. Aber, das kann ich jetzt schon sagen, es gefällt mir. Ich kann bei Musik nie gut in Worte fassen warum und was genau. Vielleicht auch nicht nötig. Eine schöne Wassermusik. Dir einen schönen Sonntag.

    Gefällt 4 Personen

    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank für dein harmonisch mitschwingendes Echo. 🙂 Dieses Konzert ist ja sehr dazu angetan, dass man sich ganz darauf einlässt und in diese Klangwellenwelt eintaucht (auch insofern ganz Wassermusik). Dies in Worte zu fassen ist oft sehr „uneinfach.“ 😉 Da kann manchmal das Gefühl entstehen, dass ausgerechnet das, was man ausdrücken möchte, letztlich ungesagt bleibt…
      Auch dir einen zauberhaften Sonntag. 🐻

      Gefällt 4 Personen

  2. Ulli sagt:

    Oh, wie wunderbar, lieber Random, ein Lied des Nordens … und ich darf wieder Singschwäne hören, höre aber auch Kormorane tröten, neben vielem anderen
    Wenn es stimmt, dass das erste, von Menschenhand geschaffene, Instrument die Flöte gewesen ist, dann wird hier die Inspirationsquelle mehr als deutlich, Vögel und Musik gehören für mich zusammen. Andererseits habe ich schon oft gedacht, dass vor der Flöte vielleicht noch die Trommel war, aber letztlich ist das unwichtig, das Rätsel um das Huhn und das Ei ist ja auch noch immer im Raum!
    Kennst du das wunderbare Album vom Dave Holland Quartett: Conference of the birds? Das war für mich in jungen Jahren eine wunderbare Entdeckung, ich lauschte dieser Platte oft und gerne: https://youtu.be/YYTIXJuxvgY
    Ich danke dir für diesen wunderbaren Beitrag, da wachsen mir schon am frühen Sonntagmorgen Flügel.
    Herzliche Grüße, Ulli

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    1. Random Randomsen sagt:

      Herzlichen Dank für deine begeisterte und erfreuliche Resonanz. 🙂
      Ja, dieses Lied des Nordens hat’s in sich. Und es bekommt noch einen speziellen Zauber, wenn einem die „polarkreiselnden Vogelstimmen“ vertraut sind.
      Dass die Flöte ein „vogelgeborenes“ Instrument ist, scheint mir auch ganz eindeutig. Da solche Instrumente in verschiedenen Ecken der Welt unabhängig von einander entstanden sein dürften, ist die Frage der Reihenfolge eh irrelevant. Die Welt war damals ja nicht auf die uns bekannte Weise vernetzt und sowohl Flöte als auch Trommel dürften mehrfach aus einem „musikalischen Niemandsland“ heraus erfunden worden sein.
      Für mich stellt sich übrigens überhaupt die Frage, ob wir Menschen die „Idee der Melodie“ nicht vielleicht von den Vögeln übernommen und mit der Zeit auf eigene Weise weiter entwickelt haben.
      Vielen Dank für den Link zur „Conference“ von Dave Holland. Mir ist dieser Musiker seit Jahrzehnten immer wieder begegnet – aber die „Conference“ kannte ich noch nicht.
      Mit einem herzlichen (und im Moment noch sonnigen) Sonntagsgruß 🐻

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      1. Ulli sagt:

        „Für mich stellt sich übrigens überhaupt die Frage, ob wir Menschen die „Idee der Melodie“ nicht vielleicht von den Vögeln übernommen und mit der Zeit auf eigene Weise weiter entwickelt haben.“ Ja, so frage und denke ich es auch!
        Hab Dank für deine Antwort, auch hier scheint die Sonne und ich gehe jetzt mal eine Runde vor die Türe! 🙂

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  3. PPawlo sagt:

    Ja, da strömt wieder eine Fülle von Eindrücken herbei! Für heute genügt mal eine Gedankenskizzierung dazu:
    Die Musik beginnt. (Es hätten ja auch die Vögel sein können. 🙂 )
    Ein wunderbares Ankünden der Vogelstimmen. Hallo, jetzt kommen wir, die Musik des Meeres antwortet mit Vogelstimme. Eindeutig Marschland in seinen Geräuschen: Herrlich!——-Bereits Singschwäne in der Überleitung zu Teil 2 und Teil 3? Ein Duett von Lerche und Meer ——-Die Singschwäne erinnern mich an die Kraniche über Linum! Schwirrend auch das Meer, dann auch majestätisch, Moment des Erhabenen, leiser Aus-und Nachklang——-Ein letzter alleinstehender, beeindruckender Ton
    SONNTÄGLICH! ——-SEHR! 😀

    Gefällt 4 Personen

    1. Random Randomsen sagt:

      Herzlichen Dank fürs Mit-Teilen deiner Impressionen. 🙂
      Ja, es hätten sehr gut auch die Vögel den Anfang machen können. So oder so haben sie einen starken Auftritt. Und das Orchester ist ganz auf sie eingestellt, indem es den Vogelstimmen einerseits den passenden Klanglichen Hintergrund verschafft, aber auch als „Gesprächspartner“ auf sie eingeht.
      Die Singschwäne könnten durchaus bereits vor ihrem großen Auftritt im dritten Satz vereinzelt zu hören sein. Gerade im ersten Satz habe ich allerdings nicht alle „Teilnehmer“ identifiziert. 🙂
      Mit einem herzlichen Sonntagnachmittagsgruß 🐻

      Gefällt 3 Personen

  4. PPawlo sagt:

    Dein fein abgestimmtes See-Schilf-Bild passt für mich ganz besonders zum Beginn mit der Flötenmusik. Es schafft der Musik eine schöne Bühne! 🙂 Die Spiegelung finde ich raffiniert, weil sie, wenn man oben die Bäume wegnehmen würde, vielleicht gar nicht als solche erkennbar wäre. Sondern man könnte meinen, geradewegs in den Himmel zu schaun. Auch hier verschiebt das Rauf-und Runterschieben ganz schön viel! 😉 Einen g u t e n Tag! 🐻

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    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank für deine besondere Würdigung meines Titelbildes. 🙂 Ja, es ist tatsächlich sozusagen als „Bühnenbild“ für die Musik gedacht. Insbesondere, da ja eben verschiedene Lebensräume der Vögel direkt oder in der Spiegelung abgebildet sind: Schilf, Wasser, Bäume und der Himmel. Ich habe mal versuchsweise einen baumlosen Bildausschnitt unten eingefügt. Es ergibt sich tatsächlich eine interessante neue Perspektive. 🙂
      Mit einem lichtvollen Gruß aus trüber Umgebung… 🐻

      Gefällt 2 Personen

  5. PPawlo sagt:

    Ja, das meinte ich so und schon vergisst man das Wasser und sieht nur Himmel. 🙂
    Auch wir können hier eine trübe Umgebung vorweisen. Der November macht zum ersten Mal seinem Ruf alle Ehre, bevor er uns verlässt! 🙂 Liebe Grüße, Petra

    Gefällt 1 Person

  6. Pingback: Klangwald |

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