Wassermusik XXV • 高山流水

Die heutige Wassermusik stammt aus China. Ihr Ursprung dürfte auf jeden Fall in vorchristlicher Zeit liegen. Allerdings ist die Sache etwas unübersichtlich. Denn hier ist eine Komposition für Guzheng zu hören. Und am Anfang stand Musik für eine Guqin, zu der es sogar eine berühmte Legende gibt. Und nun ist es nicht so, dass die Guqin-Musik einfach für die Guzheng bearbeitet worden wäre. Sondern es wurde eine eigenständige Komposition für die Guzheng geschaffen (wobei es noch regional verschiedene Versionen gibt).

Die hier vorgestellte Variante passt jedenfalls sehr gut in diese wassermusikalische Reihe. Denn im zweiten Teil ist das fließende Wasser sehr schön klangmalerisch zu vernehmen. Für den heutigen Beitrag habe ich drei Aufnahmen ausgewählt, wobei eine Bearbeitung (mit eigener Einleitung) zwischen zwei traditionelle Guzheng-Versionen gebettet ist.

High Mountain Flowing Water

Unbekannte Interpretin¹ • Guzheng


Anders Miolin • Gitarre*
*Es handelt sich hier um eine 13-saitige Gitarre, gebaut von Ermanno Chiavi


Unbekannte Interpretin¹ • Guzheng

¹ Es scheint bei diesen Videos chinesischer Provenienz nicht unbedingt der Brauch zu sein, die Interpreten zu nennen. 


Die Gesamtübersicht der bisherigen wassermusikalischen Beiträge und der darin vorkommenden Werke gibt es hier:
♫ Wassermusik ♫


Titelbild © Random Randomsen

13 Gedanken zu “Wassermusik XXV • 高山流水

    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank. 🙂 Ja, es stimmt, diese Klänge sind so kristallklar wie das Wasser, wenn es seine Reise zum Meer in felsiger Höhe beginnt. Diese Klarheit zu bewahren ist nicht immer einfach – weder für das Wasser noch für den Menschen auf seinem Lebensweg. 🙂
      Mit einem herzlichen Sonntagsgruß 🐻

      Gefällt 4 Personen

  1. Ulrike Sokul sagt:

    Das sind nun einmal ganz ungewohnte Klänge.
    Das erste Stück gefällt mir sehr, es lüftet den Geist vorzüglich.
    Was sind denn das für Aufsätze auf den Fingerkuppen der Spielerinnen?
    Sind die Saiten der Guzheng zu hart für Hautkontakt?
    Neugierige Grüße 🙂

    Gefällt 2 Personen

    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank für deine harmonisch mitfließende Resonanz. 🙂
      Ja, diese Musik ist geographisch und vor allem zeitlich recht weit von den meisten hier vorgestellten Wassermusiken entfernt. Interessant fand ich, dass hier eben auch musikalische eine Geschichte erzählt bzw. ein Bild „gemalt“ wird, wie wir das etwa von den Tondichtungen der Romantiker kennen. Dass dies durchaus gelingt, zeigt sich ja daran, dass die klanggezeichneten hohen Berge und das fließende Wasser den Geist lüften. 🙂
      Bei diesen Aufsätzen handelt es sich um Fingerplektren (häufig auch Fingerpicks genannt). Ähnliche „Teile“ gibt es auch für andere Instrumente. Ihre Verwendung wird wohl in erster Linie mit dem Klang zu tun haben, der dadurch lauter und knackiger wird. Es kommt auch vor, dass die Guzheng ohne „Picks“ gespielt wird. Manche verwenden diese Teile nur rechts – andere an beiden Händen. Möglicherweise spielt auch die Tradition der jeweiligen Schule da eine Rolle.
      Mit einem herzlichen Abendgruß 🐻

      Gefällt 2 Personen

      1. Ulrike Sokul sagt:

        Verbindlichen Dank für Deine fingerspitzigen Erklärungen, die mir akustisch einleuchten.
        Ja, die Klangzeichnung ist in der Tat sehr spürbar, ich habe sogar tiefer geatmet, um die frische Bergluft und das fließende Wasser besser wahrzunehmen. 🙂
        Mit gleichfalls herzlichen Abendgruß
        Deine Bücherfee 😀

        Gefällt 2 Personen

  2. PPawlo sagt:

    Also ich hab heute erst mal Guzheng und Guqin nachschauen müssen, um da etwas mehr zu verstehen. Jedenfalls ist die musikalische Präsentation sehr angenehm und das Thema Berg und Wasser finde ich eh faszinierend und es erstaunt mich, wie oft es das doch in der Musik gibt und auch bereits in deiner „Wassermusik“ zu hören war. Der Kontrast von Stein und Wasser kommt ja auch in deinem Bild gut rüber. Jede Interpretation hat hier wieder ihren eigenen Reiz. Die liebreizende, wellenartige Bewegung der letzten Version unterstreicht den Fluss des Wassers, das dem Stein hart begegnet, sich sogar auf ihm in mahlenden Bewegungen einprägt und sicher Spuren hinterlässt. Hab’s gut ! 🙂

    Gefällt 2 Personen

    1. Random Randomsen sagt:

      Herzlichen Dank für deine harmonische Resonanz. 🙂 Es freut mich, wenn die „Wassermusik“ nebenbei auch Anregungen bietet, Musikinstrumente näher kennenzulernen.
      Ein Teil der Faszination des Themas „Berg und Wasser“ mag darin liegen, dass sich das Wasser zwar am Felsen vorbei seinen Weg bahnen muss – aber langfristig zieht der Fels doch den Kürzeren (steter Tropfen…).
      Hier durften es schon drei Versionen sein – für Abwechslung ist dabei ja gesorgt. Auch die europäische Version wirkt für mich stimmig. Das mag auch daran liegen, dass uns die Thematik hinter der Musik ja wohlvertraut ist.
      Mit einem klangvollen Montagsgruß 🐻

      Gefällt 2 Personen

    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank für deine klangvolle Resonanz. 🙂
      Ja, es ist eine für uns ungewohnte Klangsprache – aber eben spannend, wie uns ihr „erzählerisches Prinzip“ doch vertraut erscheint. 🙂 Es freut mich sehr, wenn auch diese Art von Wassermusik An-Klang findet. 🙂
      Mit einem herzlichen Nachmittagsgruß 🐻

      Gefällt 1 Person

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