Kleine Nachtmusik • Chaconne BWV 1004

Heute ist die Chaconne aus der Partita Nr. 2 für Violine solo von Johann Sebastian Bach gleich noch als Nachtmusik zu hören. Auch hier spielt der Interpret eine eigene Bearbeitung für sein Instrument. Und es gibt weitere Parallelen zur gestern präsentierten Cembaloversion von Gustav Leonhardt. Beiden gelingt eine astreine Übertragung auf ihr jeweiliges Instrument. Und beide erwecken diese meisterhaft zu klangvollem Leben.

Das Arrangement von John Feeley ist unprätentiös und konzentriert und schafft auf bewundernswürdige Weise den Spagat zwischen dem Original für Violine und den Anforderungen der Gitarre. Die Interpretation ist (ganz abgesehen von technischer Meisterschaft) geprägt von einer maximalen Hingabe. So als möchte der Künstler bildlich gesprochen das Bach-Bett sein, in dem die Musik möglichst ungehindert fließen kann. Auch das Instrument ist eindeutig nicht von schlechten Eltern. Eine klangschöne und bewegende Live-Aufnahme.

Johann Sebastian Bach • Chaconne
aus der Partita Nr. 2 in d-moll, BWV 1004
(Arr. John Feeley)

John Feeley • Gitarre

1004


Titelbild: Petunia Night Sky © Random Randomsen

3 Gedanken zu “Kleine Nachtmusik • Chaconne BWV 1004

  1. PPawlo sagt:

    Auch das ist wieder eine wunderbare Fassung! Ein Interpret, der sich irgendwie ganz zurücknimmt, das Instrument und die Musik ganz in den Vordergrund bringt, aber auch ein Kameramann, der genau das gut ins Bild setzt. „So als möchte der Künstler bildlich gesprochen das Bach-Bett sein, in dem die Musik möglichst ungehindert fließen kann“, wie du so passend schreibst. Stellenweise hatte ich sogar das Gefühl, die Gitarre legt von alleine los und der Spieler regelt nur ihre Bahn, das Gefühl ganz in den Fingerspitzen. Ein Goldfaden! Danke! 🙂

    Gefällt 2 Personen

    1. Random Randomsen sagt:

      Herzlichen Dank für dieses schöne Feedback. 🙂 Das ist eine sehr aufmerksame Beobachtung! Die Bildregie ist total in Harmonie mit der musikalischen Interpretation. So wird die Kamera unaufdringlicher und doch hellwacher Zeuge dieser einzigartigen Darbietung. Die Bemerkung „…die Gitarre legt von alleine los…“ ist übrigens ein ganz fantastisches Kompliment an den Gitarristen. Denn die ganze „Geschichte“ ist über weite Strecken spieltechnisch ungemein anspruchsvoll.
      Mit einem klangvollen Gruß zum goldfadenverzauberten Tag. 🐻

      Gefällt 2 Personen

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