In Memoriam Astrid (stern21)

Die wirklich wichtigen Menschen in unserem Leben sind jene, die unser Herz berühren.

Wer bereits seit einem Jahr oder länger auf meiner Saite zu Gast ist, wird sich bestimmt an Astrid erinnern. Astrid – oder „stern21“ – gehörte zu den ganz wenigen Menschen, die ohne eigenen WP-Blog dennoch in der Kommentarsektion aktiv in Erscheinung getreten sind. Für mich die absolute Sternstunde war dabei unsere gemeinsame Übersetzung des Liedes „Ängel“ von Nostra Love. Der Originaltext dieses Liedes ist in schwedischer Sprache verfasst – sein Autor, Adolf Danielsson, hat es zudem ins Englische übersetzt. Das Lied habe ich auf meiner Saite vorgestellt und dabei den Wunsch nach einer singbaren deutschen Version geäußert. Astrid hat diesen Vorschlag sofort mit Begeisterung aufgegriffen. Und wie gewünscht hat der „Ängel på tyska“ nach und nach Gestalt angenommen. Und nicht nur das. Astrid hat nämlich diese deutsche Version des Liedes höchstpersönlich zum Klingen gebracht. Diese schöne Geschichte lässt sich über die folgenden Links nachverfolgen:

Die Originalversion von „Ängel“ mit der Übersetzungsarbeit in der Kommentarsektion

Die deutsche Version „Engel“ – gesungen und gespielt von Astrid

Der direkte Link zu Astrids „Engel“ bei Dropbox
[Hinweis: Das Login lässt sich ganz unten in der Dialogbox überspringen]

Für mich war dies nicht nur ein einmalig schönes, sondern auch ein prägendes Erlebnis. Denn es machte deutlich, dass man, obwohl man bei der Übersetzung eines Liedtextes immer etwas verliert, vor allem auch einiges gewinnen kann. In der Folge habe ich häufiger Lieder übersetzt. Und von einem davon – dem Sång till friheten von Mikael Wiehe – hat Astrid wiederum ihre eigene Version aufgenommen. 

Ich bin Astrid nur im Netz begegnet, aber ich habe sie als herzenswarmen und humorvollen Menschen mit einem feinen Gespür für verbale und musikalische Poesie kennen gelernt. Die Einschränkung „nur im Netz“ ist dabei allerdings völlig bedeutungslos. Denn Astrid hat mein Herz berührt und ist damit zu einem für mich wichtigen Menschen geworden (und wird dies auch bleiben).

Seit geraumer Zeit war von „stern21“ nichts mehr zu hören. So etwas kommt, wie wir alle wissen, in der Blogwelt häufig vor. Menschen kommen – Menschen gehen. Menschen tauchen manchmal wieder auf. Manchmal auch nicht. Dennoch hat mir das Verstummen von „stern21“ keine Ruhe gelassen – und seit gestern ist es für mich traurige Gewissheit: Im November letzten Jahres hat der irdische Lebensweg von Astrid ein frühes Ende gefunden. Deshalb ist dieser Beitrag Astrid in dankbarer Erinnerung gewidmet. 

Takk for alt, kjære Astrid – hvil i fred. 💖

tulipa kaufmanniana


Sofia Karlsson • Andra sidan

Der Text dieses Liedes (Original und Übersetzung) ist hier zu finden.


Lív Hansen • Eitt annað land


Nostra Love • Ängel

 

astrid

 

32 Gedanken zu “In Memoriam Astrid (stern21)

    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank für dein feines Echo. 🙂
      Ja, mit der trauererfüllten Erinnerung an einen wunderbaren Menschen ist dies auch eine Erinnerung daran, dass Herzensspuren den Tod überdauern. Und dass diese Herzensspuren eben auch übers Internet entstehen können, weil es auf die durchaus realen Menschen ankommt, die dieses Medium nutzen. Genau hinsehen, ja – ein Herzensschlüssel, der auch im Netz funktioniert.
      Mit einem herzlichen „Alpinkatzengruß“

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  1. PPawlo sagt:

    Ja, ich erinnere mich noch an Stern 21 und die damit verbundene Geschichte…
    Es berührt mich sehr, dass du nachgeforscht, dann aber von ihrem plötzlichen Tod erfahren hast. Da klingt ihre melodische Stimme auf der deutschen Aufnahme noch einmal intensiver und der Inhalt des Textes bekommt auch noch mehr Bedeutung. Du hast ihr einen schöne Hommage mit hoffnungsvollen Bildern und gefühlsvoller Musik gewidmet! Und vielleicht schaut sie ja wie im Lied als Engel beschützend auf dich…🐻

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    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank für deine feingestimmte Resonanz. 🙂
      Ja, dieses Engel-Lied und alles, was damit zusammenhängt, hat nun eine viel tiefere Bedeutung bekommen. Es ist ja ohnehin nach und nach Astrids Lied geworden.
      Sehr stark berührt mich inzwischen auch, dass sie beim Beitrag „Andra sidan“ ihre letzte Spur auf meiner Saite hinterlassen hat. Deshalb hat das Lied hier (in einer neuen Aufnahme) seinen ganz besonderen Platz.
      Ja, die Hoffnung – es ist wichtig, sie zu hegen und zu pflegen. Wie leicht kann sie in einem schwarzen Loch spurlos verschwinden. Deshalb soll dieser Beitrag sowohl eine schöne Erinnerung bewahren, als auch ein Zeichen der Hoffnung setzen (wie der Text des Engel-Liedes). In diesem Sinn ist auch das Titelbild zu verstehen, bei dem sich (von links nach rechts „gelesen“) sechs Saiten zu formieren scheinen.

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  2. Zeilenende sagt:

    Ein Mensch wird durch Fleisch und Blut nicht realer, auch im Internet können Verbindungen entstehen. Und auch Verluste solcher Menschen schmerzen. Auch wenn man es manchmal kaum glauben mag. Ich fühle mit dir.

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    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank. 🙂
      Ja, die physische Präsenz allein macht es nicht aus. Rein physisch „begegnen“ wir in unserem Leben ja tausenden von Menschen, denen wir letztlich doch nie wirklich begegnen. Da ist es doch wichtiger, die echten Herzensbegegnungen umstandsunabhängig zu wertschätzen. 🙂

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  3. sternenkind11 sagt:

    Ich kann mich noch sehr gut an euer gemeinsames Wirken erinnern. Da habt ihr ganz Feines in die Welt gebracht, voller Freude und einem überaus zartem Gefühl für Sprache und Klang. Wie liebevoll von Dir, dass Du dich auf die „Suche“ nach Astrid gemacht hast und ihr diesen sehr berührenden Nachruf schenkst. Diese liebevolle Aufmerksamkeit hat sie bestimmt erreicht. Die Verbindung von Herz zu Herz kennt keine räumlich-zeitlichen Grenzen. Herzensbegegnungen haben einen ganz festen Platz in unserem Sein. So wünsche ich Dir von Herzen, dass dieser Schatz in Deinem Herzen Dich durch die Traurigkeit trägt. Mitfühlende Herzensgrüße von mir 💞

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    1. Random Randomsen sagt:

      Herzlichen Dank für deinen liebevollen und aufbauenden Kommentar. 🙂
      Ich hatte Astrid ja bereits seit einiger Zeit vermisst. Allerdings kann es ja immer Gründe geben, weshalb jemand einfach mal eine Auszeit braucht. Letztlich habe ich mich aber doch auf die Suche begeben und dabei eine sehr traurige Entdeckung gemacht. Eine, die aber umso mehr Anlass bietet, die herzberührenden Momente wertzuschätzen und zu teilen. Denn diese sind es ja, die uns – wie du es so schön sagst – über die Begrenzungen von der Raumzeit tragen.
      Mit einem dankbaren Gutenachtgruß 🐻

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      1. sternenkind11 sagt:

        Ich bin sehr froh, dass Du deine Empfindungen hier teilst. Vor ein paar Monaten ging es mir ähnlich. Ein lieb gewonnener Kontakt war auf einmal komplett weg. Das hat mich sehr beschäftigt. Ich hatte nur einen „nick name“, sonst nichts, so dass meine Suche schnell endete. Deine große Wertschätzung für eure Begegnung ist so klar spürbar. Und es ist so mutig den Weg zu gehen. Sich selbst an diesem Punkt ernst zu nehmen. Denn es macht einen Unterschied, wenn da jemand ist, der ehrlich mitfühlt und interessiert ist. Jenseits der Begrenzung der Raumzeit. Es macht das Leben mindestens reicher, fröhlicher und lebendiger :-). In diesem Sinne ganz herzlich-schwingende Gute-Nacht-Grüße zurück 💞 🌝

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        1. Random Randomsen sagt:

          Einigen mag diese Anonymität halt auch wichtig sein, die ihnen die Möglichkeit gibt, sich bei Bedarf heimlich, still und leise zurückzuziehen. Aber für jene, die sich Sorgen machen, wird das dann schwierig. Für mich war es insofern einfacher, als ich Astrid zunächst mit vollständigem Namen kennen gelernt hatte. Allerdings gibt es ja eine Privatsphäre, in die man nicht ohne Not vordringen möchte. Dennoch – wenn der Impuls stark und aufrichtig ist, sollte man ihm folgen. Denn da bin ich ganz auf deiner Wellenlänge. Es macht einen Unterschied. Das hat mit einer Lebens-Freundlichkeit zu tun, derer wir unbedingt bedürfen.
          Mit einem frühlingsfrischen Morgengruß 🙂

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          1. sternenkind11 sagt:

            Das empfinde ich sehr ähnlich. Deshalb braucht es Mut, diesen schmalen Grat zwischen – „ich respektiere Deine Privatsphäre und Deinen Wunsch nach Rückzug“ und „Du liegst mir am Herzen und ich möchte gerne für Dich da sein, solltest Du es wünschen“ – zu meistern. Da hilft nur auf’s Herz hören, denn besser einmal zu viel gezeigt, dass einem ein Mensch am Herzen liegt als einmal zu wenig ;-). Sonnig-verschneite Morgengrüße zurück 🙂

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  4. Ulrike Sokul sagt:

    *SEUZF*
    Gut, daß Du nachgefragt hast! Ich hatte Astrids anregende, feinsinnigen, lebhaften, wortgewitzten und zugeneigten Kommentare auch schon seit geraumer Zeit vermisst und gedacht, daß sie vielleicht gerade andere Schwerpunkte in ihrem Leben hat.
    Jetzt habe ich erst einmal andächtig all die Kommentare nachgelesen, die Astrid auf meiner Websaite hinterlassen hat – immerhin 35 an der Zahl.
    Sie hatte mehrfach Haikus in ihre Kommentare eingefügt:

    GARTENBLICK

    Zitronenfalter
    tänzeln trunken durch die Luft
    frühlingswonnenvoll

    Herzensdank, daß Du ihr hier ein solch wortwarmherziges und musikalisches Angedenken gibst.
    Wehmütige Grüße 🙂

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    1. Random Randomsen sagt:

      Herzlichen Dank für deinen liebevollen Kommentar und fürs Teilen dieses wunderbaren Haikus. 🙂
      In der Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach gibt es folgende Passage:
      Wiewohl mein Herz in Tränen schwimmt
      Dass Jesus von mir Abschied nimmt
      So macht mich doch sein Testament erfreut
      Das lässt sich sinngemäß auch auf Astrid übertragen. Auf der einen Seite bin ich tieftraurig – auf der anderen Seite erfreuen mich die herzensberührenden Spuren, die Astrid hinterlassen hat.
      Vielleicht ist es genau so, wie im Lied von Sofia Karlsson: „Wenn du, wie ich doch glauben will, auf Wiesen der Seligkeit wandelst…“ Dazu würden die frühlingswonnenvollen Zitronenfalter wunderbar passen…
      Mit hoffungsvollen Grüßen 🐻

      Gefällt 1 Person

      1. Ulrike Sokul sagt:

        Diese Gefühlskombination aus Dankbarkeit und Verlust empfinde ich auch.
        Astrids Kommentare waren manchmal so amüsant, daß ich beim Wiederlesen doch schmunzeln mußte.
        Ich schwankte zunächst zwischen einem Kirschblüten-Haiku von ihr und dem zitronenfalterigen Haiku. Doch es zog mich mehr zum lichtvollen Zitronenfalter …
        Mit einem herzlichen Gutenachtgruß 🙂

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        1. Random Randomsen sagt:

          Ja, Astrid hat uns ausgesprochen vielfältige und feine Edelsteine geschenkt. Da sind ganz viele fein geschliffene Facetten zu erkennen. Und so überwiegt für mich letztlich auch das Gefühl freudiger Dankbarkeit.
          Der lichtvolle Zitronenfalter passt hier auf jeden Fall ganz wunderbar.
          Mit einem aprilfrischen Morgengruß 🙂

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  5. PPawlo sagt:

    Wie tröstlich, wenn du Hoffnung und inzwischen auch Freude aus alledem schöpfen kannst!
    Ja, auch wenn man sich noch nie begegnet ist, können Internetkontakte sehr intensiv und wichtig für das eigene Leben werden. Es besteht allerdings auch die Gefahr sich in eine Phantasiewelt zu „beamen“, die glänzender wirkt als die eigenen Alltagswelt, obwohl sie die echtere und lebendigere Wirklichkeit ist. Auch kann der Webfaden jederzeit abgeschnitten werden und die Öffentlichkeit ist auch immer dabei, was alles Reserviertheit schafft… Einem Menschen echt zu begegnen ist jedenfalls für mich viel, viel mehr. Was erfahr ich nicht bereits alles durch seine Augen, Haltung, Gestik, seine Art des Sprechens, Zuhörens und Lachens…Die persönliche Begegnung mit einem Internetkontakt kann da alles noch vertiefen oder doch versachlichen und zurechtrücken. Es erinnert mich etwas an die Brieffreundschaften, die früher in den Fremdsprachen mit Engländern und Franzosen geknüpft wurden. Sie konnten sehr herzlich sein und vertieften sich nach einem Kennenlernen, aber sie konnten dadurch auch abrupt enden…Das muss im Internet nicht geschehen; denn hier gibt es ja auch die Möglichkeit der Rollen Autor und Leser…
    Es fällt mir nicht leicht, das hier in den so überschwänglichen Raum zu setzen…Es ist aber doch wichtig für mich. 🙂

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    1. Random Randomsen sagt:

      Herzlichen Dank für das umfassende, vielfältige und anregende Gedankengut, an dem du uns hier teilhaben lässt. Es ist ein vielschichtiges Thema, bei dem zudem die individuellen Unterschiede ausgesprochen groß sind. Für die einen ist nur der physische Kontakt eine echte Begegnung. Und andere sind heilfroh, wenn sie zunächst ganz einfach vorsichtig die Fühler nach verwandten Wellenlängen ausstrecken können. Die physische Begegnung hat durchaus Elemente, die es beim Internetkontakt nicht gibt. Es sind zwei verschiedene Welten. Dennoch meine ich, dass die Schnittmenge groß sein kann. Da kommt es weniger aufs Spiel, als vielmehr auf die Mitspieler an.
      Was die Dauerhaftigkeit der Verbindungen angeht, spielt es wohl auch eine gewichtige Rolle, ob man über längere Zeit in einem bestimmten Umfeld bleibt. Selbst als stabil empfundene Verbindungen überdauern (so meine Erfahrung) einen Ortswechsel oder einen Wechsel des Arbeitsumfelds in der Regel nicht (oder nur kurz).
      Dies einige meiner Gedanken zum Thema. So oder so ist für mich Achtsamkeit der Schlüssel. Dass man regelmäßig prüft: Besteht da ein ausgeglichener Austausch? Oder rutscht eine Verbindung in Einseitigkeit und Oberflächlichkeit ab? Und natürlich gehört auch der Blick aufs Gesamtgefüge des eigenen Lebens dazu.

      Gefällt 3 Personen

  6. Carla sagt:

    Ich wollte einmal danke sagen. Es ist so schön, wie sehr meine Mama geschätzt wurde in dieser Welt des Internets. Auch wenn es schon etwas her ist, haben mich die Kommentare hier heute sehr berührt. Ich sehe das Lied als ein Geschenk, das Mama mir hinterlassen hat. Ein Geschenk, das immer bei mir sein wird. Ein Geschenk, das mich begleitet und mich an all die schönen gemeinsamen Augenblicke erinnert.

    Vielen Dank

    Liken

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