Wort des Grauens • Krebsgeschäft

Titelbild: Dead girl walking © Regine Stokke

 

Börsenkotierte Unternehmen befinden sich sozusagen in einem Zustand der Dauerbalz. Sie werben ohne Unterlass um die Gunst der Investoren. Und das hat einen absolut einleuchtenden Grund. Die Kraft des Glaubens spielt auf den Aktienmärkten eine entscheidende Rolle. Vor rund zweitausend Jahren plädierte Weisheitslehrer Jeschua noch dafür, materiellen und spirituellen Dingen jeweils die ihnen gebührende Aufmerksamkeit zu schenken. Seit geraumer Zeit scheint man sich aber mit dem Trick behelfen zu wollen, dass man die Ökonomie als heilig verklärt, womit man Kaiser und Gott gleichsam in Personalunion dienen kann. Jedenfalls beseligt bereits der Glaube an zukünftige fette Gewinne die Gemüter der Investoren dergestalt, dass allein diese Kraft des Glaubens die Aktienkurse in schwindelnde Höhen treiben kann. Der Glaube versetzt Berge von Geld. 

Dieser permanente Balzzwang schlägt sich auch im Sprachgebrauch nieder. Auf solchem Mist ist beispielsweise die Wortschöpfung „Gewinnwarnung“ gewachsen. Das ist ja eigentlich ein schönes und anschauliches Wort. Man denke nur an die Sturmwarnung. Da wissen wir ganz genau: hier ist nicht von lauen Lüftchen oder Nieselregen die Rede. Meteorologisches Ungemach dräut. Analog würde der gesunde Menschenverstand eine Gewinnwarnung so interpretieren: Achtung! Gleich hagelt es Dukaten satt! Aber weit gefehlt. Diese sogenannte Gewinnwarnung will uns im euphemistischen Gewande verklickern, dass die erwarteten (erhofften, erflehten, vielleicht gar erbeteten) Gewinne weniger fett ausfallen werden als geplant. 

Was dagegen die pekuniär orientierten Herzen zu erfreuen vermag, wird in unverblümten Wendungen ausgedrückt. Und damit kommen wir zu meinem heutigen Wort des Grauens. Vor einiger Zeit bin ich über eine bemerkenswerte Formulierung in einem Zeitungsartikel gestolpert. Vom Krebsgeschäft war hier die Rede, das als besonders zukunftsträchtiger und lukrativer Wachstumsmarkt gelte. Diese Wortwahl berührte mich zwar unangenehm. Dennoch ließ ich die Sache zunächst auf sich beruhen. Nun hat Sprache allerdings ein auffallendes (und sympathisches) Talent darin, die Sprechenden zu entschleiern. Deshalb bin ich dann doch auf Spurensuche gegangen, um zu sehen, ob dieses Krebsgeschäft vielleicht ein unglücklicher Einzelfall sei. Das ist es durchaus nicht. In der Pharmabranche ist der Ausdruck gang und gäbe (der folgende Auszug aus den „Deutschen Wirtschafts Nachrichten“ ist ein Beispiel von vielen). Und auch im Versicherungswesen taucht der Terminus auf.

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Dass bei Entwicklung und Herstellung pharmazeutischer Produkte auch ökonomische Faktoren im Spiel sind, ist mir nicht unbekannt. Dazu gehören auch Gewinne, die einen langfristigen Bestand der Unternehmen sichern. Wenn aber explizit vom profitablen Krebsgeschäft die Rede ist, wird klar, woher der Wind weht. Die Pharmabranche ist generell nicht für schmale Gewinnmargen bekannt. Wenn hier also Ausdrücke wie „profitabel“ und „lukrativ“ ins Spiel kommen, hat der Goldesel Durchfall.

Der eigentlich wunde Punkt im heutigen Wort des Grauens ist aber der erste Teil. Krebs. KREBSgeschäft. Wenn man sich dieses Wort auf der Zunge zergehen lässt… Richtig – der Nachgeschmack ist extrem bitter. Krankheit als Big Business. Die von den Firmen hergestellten Produkte kommen im Terminus gar nicht vor, obwohl genau das doch eigentlich naheliegend wäre. Aber nein. Krebs als Geldmaschine – das ist der Clou. Die Medikamente sind in diesem Spiel lediglich notwendige Statisten. Und dass es sich hier um ein Spiel handelt, legt der Ausdruck „Player“ im obigen Artikel ausdrücklich nahe. Das Unbehagen wächst noch, wenn unter den Suchergebnissen zum Stichwort Krebsgeschäft solche Artikel auftauchen:

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Von einer marktbeherrschenden Position zur „gesetzlich geschützten Erpressung“ ist es nur ein winzig kleiner Schritt. Wer die von einer Krankheit ausgehende Todesgefahr abwenden zu können glaubt, ist oft bereit, fast jeden Preis dafür zu bezahlen – und der ist im Fall des „Krebsgeschäfts“ nicht nur in finanzieller Hinsicht oft grauenvoll hoch. Ohne dass man aus- und nachdrücklich jemandem ethisch fragwürdiges Handeln unterstellen möchte – der Glaube an das Gute im Menschen erleidet bei der Schreibe vom „Krebsgeschäft als zukunftsträchtigem und lukrativem Wachstumsmarkt“ einen üblen Schwächeanfall. 

 


Klangbild:
Gunnar Idenstam • Procession III

Gunnar Idenstam • Orgel

Dieses faszinierende Klangbild ist natürlich nicht dem Krebsgeschäft gewidmet. Ich habe es zur Erinnerung an all jene Menschen ausgewählt, die in einem oft jahrelangen gnadenlosen Kampf zwischen Hoffnung und Verzweiflung letztlich den höchsten Preis bezahlt haben (womit sich leider auch der Kreis zum Titelbild schließt). 

47 Gedanken zu “Wort des Grauens • Krebsgeschäft

  1. Sternchen sagt:

    Wenn es eine Branche gibt, die mir wirklich verhasst ist, dann ist es die Pharmabranche. Nirgendwo scheint man so skrupellos vorzugehen. Vielleicht erscheint es auch nur so, weil es um den eigenen Körper geht. Jedenfalls werden Skandale geschickt verschleiert, um ein Krebsgeschäft zu machen! Ausgezeichneter nachdenklichmachender Beitrag, Random.

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    1. Random Randomsen sagt:

      Wahrscheinlich ist die Skrupellosigkeit interdisziplinär. Aber wenn es um die Gesundheit, körperliche Unversehrtheit und letztlich oft um Leben oder Tod geht, wiegt sie, meine ich, deutlich schwerer. Wenn es um Methoden geht, wie manche Leute viel Geld „machen“ überrascht mich nur noch wenig. Beim „Krebsgeschäft“ war ich dennoch perplex, wie unverblümt hier die Dinge auf den Punkt gebracht werden.

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            1. Random Randomsen sagt:

              Und durch diese Praxis wird der gesamte Berufsstand überschattet, dem man mit der Zeit nur noch mit einem gewissen Grundmisstrauen begegnet (leider dann auch zunächst gegenüber jenen, die Vertrauen verdienten).

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            2. Random Randomsen sagt:

              Vielleicht kann allerdings genau das ein guter Grund für mehr Selbst-Sicherheit sein. Die Sicherheit, die sich daraus ergibt, wenn wir mit unserem Selbst in Dialog sind. Ich meine doch, dass wir im Herzen meist sehr genau wissen, was gut für uns ist. Diese Stimme zu hören und darauf zu vertrauen, das ist allerdings nicht immer ganz leicht.

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            3. Sternchen sagt:

              Ich habe einige Zeit in den USA gelebt, da fiel mir das wesentlich leichter. Ärzte zeigen einem einfach nur alle Optionen auf. In Deutschland habe ich oft den Eindruck, man wird grundsätzlich erst einmal von Kollege zu Kollege geschickt. und jede Maschine und Untersuchung wird eingesetzt.

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            4. Random Randomsen sagt:

              Ja, das Aufzeigen der Optionen wäre ja erste Pflicht, wenn man die Patientenmündigkeit ernst nähme. Allerdings habe ich oft auch den Eindruck, dass viele Patienten sich gar bereitwillig von Pontius zu Pilatus scheuchen lassen.

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            5. Sternchen sagt:

              ja und die ganze Maschinerie gibt ihnen das Gefühl, gut behandelt zu werden. Viele wollen auch nicht die Verantwortung für ihren eigenen Körper übernehmen.

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            6. Random Randomsen sagt:

              Das geschieht gar nicht so selten. Man will weder sehen, hören, noch fühlen. Bis der Körper die Notbremse zieht. Und dann sollen, bitteschön, alle Hebel in Bewegung gesetzt werden (wörtlich und sprichwörtlich), damit „das Teil“ möglichst bald wieder „funktioniert“.

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    1. Random Randomsen sagt:

      Dem ist so. Es ist wie ein riesiges Schlachtfeld. Und für die Großinvestoren, die unfehlbar bei jedem profitablen Geschäft zur Stelle sind, klingelt die Kasse gleich doppelt. Ethisch auf der gleichen Stufe wie ein Waffenschieber, der in einem Krieg beide Parteien „versorgt“.

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      1. gkazakou sagt:

        Wir haben ganz in der Nähe des Dorfes, in dem wir ein Häuschen erbten (und verkauften, um weit weg ein neues zu bauen), eine riesige Raffinerie,die bläst ungefiltert einen übel riechenden und hoch karzinogenen Rauch über das Land. Inhaber sind griechische und arabische „Interessen“. Die Frau des griechischen Hauptaktionärs ist sehr engagiert bei der Kinderkrebshilfe, zeigt sich dabei gern mit ihren Diamanten-Klunkern. Im übrigen engagiert man sich auch beim Fußball, auf dass man die Fans auf seiner Seite hat. Filter einbauen wäre ne schöne, aber teure Alternative….

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        1. Random Randomsen sagt:

          Ja, das passt genau ins Bild. Die Gemüter werden beruhigt, weil man ja sooo viel Gutes tut. Und im Handumdrehen bekommen kritische Stimmen einen schweren Stand. Zur Not wirft man noch die Arbeitsplätze in die Waagschale. Gerade in Regionen mit hoher Arbeitslosigkeit ist das ein wichtiger Trumpf, der so manchen Freipass garantiert.

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  2. sternenkind11 sagt:

    Danke für Deinen zu Herzen gehenden Beitrag. Dass das Wort „Krebsgeschäft“ nun auch an der Börse verwendet wird, war mir neu. Obwohl es mich nicht verwundert, denn unsere Wirtschaft wuchert in weiten Teilen wie ein Krebsgeschwür…. So schrecklich das Wort ist, drückt es doch sehr genau das aus, was es ist. Die Pharmaindustrie ist eine der größten und mächtigsten Industrien. Meine Mutter ist vor 17 Jahren an Krebs gestorben. Ich „durfte“ die Erfahrung machen, wie Ärzte im Dienste der Pharmaindustrie bereit gewesen wären, unmenschliche Behandlungen/Medikamenten-Tests durchzuführen, die das Leid nur vergrößert hätten. Sicher sind nicht alle Ärzte so, aber es war schon erschreckend zu erleben, dass bei einigen hauptsächlich der monetäre Gewinn zählt, nicht die Würde des Menschen. Herzlichen Dank auch für die gewichtige musikalische Widmung. Insgesamt ein Beitrag, der noch lange in mir nachschwingen wird. 💜

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    1. Random Randomsen sagt:

      Dieses Wort habe ich ja zunächst auch für eine einmalige Entgleisung gehalten und mir gedacht: Da nimmt es jemand mit der „Verbalhygiene“ nicht besonders genau. Aber es wird im Fachjargon mit der größten Selbstverständlichkeit verwendet. Und es ist zumindest ein umwerfend ehrliches und entlarvendes Wort.
      Leider gibt es nicht wenige Ärzte, die anscheinend sehr willig die chemische Keule schwingen. Wie du sagst: es sind nicht alle so. Aber es tut dem Berufsstand nicht gut. Denn es führt bei Patienten zu einem Grundton des Unbehagens und Misstrauens.
      Mit dem Klangbild habe ich mich zunächst schwer getan. Wie kann man das „Krebsgeschäft“ adäquat musikalisch untermalen? Ein Klangbild als musikalische Widmung erschien mir letztlich stimmig – und es freut mich, wenn das auch so rüberkommt.

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      1. sternenkind11 sagt:

        Ja, in der Tat – umwerfend ehrlich und die Selbstverständlichkeit erschreckend. Es geschieht direkt vor unseren Augen und wird uns als „normal“ verkauft. Es ist für das Vertrauen in den Berufsstand der Ärzte wirklich nicht förderlich, wenn es nicht wenige Exemplare gibt, die der Meinung sind: der Mensch stirbt „ja eh“, da könne man schon noch finanziell „rausholen“ was geht… In den von Dir dargestellten Zusammenhängen wird diese traurige Vorgehensweise nur noch klarer….

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        1. Random Randomsen sagt:

          Erschreckend ist ja, in welchem Ausmaß die ökonomische Seite ein Eigenleben entwickelt, völlig losgelöst von den Menschen, um die es eigentlich geht (oder gehen sollte). Auf den Finanzmärkten wird gefuhrwerkt als ob es nichts anderes wäre als ein spannendes Strategiespiel. Menschliche Schicksale werden ausgeblendet – und man kann nicht einmal „denn sie wissen nicht, was sie tun“ als Entschuldigung gelten lassen.

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          1. sternenkind11 sagt:

            Da kann ich Dir nur beipflichten. Erschreckend ist, welche Verbindungen sichtbar werden, wenn man noch tiefer den Kaninchenbau blickt. Um das menschliche Wohl geht es dabei schon lange nicht mehr. Wie Du sagst – das Wissen um die Folgen ist da. Die Ausblendung der menschlichen Schicksale dient dem Machterhalt, der wie eine Droge wirkt.

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            1. Random Randomsen sagt:

              Das mit der Droge scheint mir ein aufschlussreiches Stichwort zu sein. Von Heroinabhängigen heißt es, dass ihnen jegliche Empathie abhanden komme, weshalb sie so ziemlich zu allem fähig seien, um sich den nächsten Schuss zu sichern. Da sehe ich erschreckende Parallelen. ☹

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            2. sternenkind11 sagt:

              Ja, die Seelenlosigkeit die aus Süchten entstehen kann ist erschreckend. Unter all diesen Süchten liegt letztendlich ein großer Mangel, der auf destruktive Art und Weise, versucht wird auszugleichen. Die stinkenden Früchte dieses Mangels bzw. den zerstörerischen Akt des sich Bemächtigens müssen wir leider gerade in verschiedenen Auswüchsen betrachten und sind davon betroffen. Bei all dem standfest und beseelt zu bleiben, gleicht in diesen Feldern einer Meisterschaft. 😘

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            3. sternenkind11 sagt:

              …und diese Sucht überhaupt nicht als solche identifiziert, weil ja alles „wunderbar“ läuft, solange man Macht über andere ausübt und damit ans Ziel kommt. 🙂 🌻

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  3. sylviawaldfrau sagt:

    Ich kann dir nur zustimmen. Es ist wirklich erschreckend, dass sogar manche früher natürlichen Zustände, wie die Menopause, zu Krankheiten hochgepuscht werden um noch mehr Medikamente zu verkaufen. Und die Ärzte spielen leider zu oft mit.. Bei schweren Erkrankungen ist es besonders perfide dass es da hauptsächlich um Profit geht.

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    1. Random Randomsen sagt:

      Ja, es ist fast schon wie ein Krieg mit chemischen Waffen. Und die „Kriegsherren“ haben zahlreiche Verbündete. Darunter sind Ärzte, aber auch die Politik macht sich mitschuldig, indem verbrecherische Machenschaften mit dem schützenden Mantel einer maßgeschneiderten Gesetzgebung legalisierend verhüllt werden.

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  4. Mitzi Irsaj sagt:

    Ein grausames Wort. Geschäft und Krankheit – die zwei Dinge wollen nicht zusammen passen und doch weiß man, dass es eines der größten Geschäftsfelder überhaupt ist. Nach den letzten Wochen finde ich es noch widerlicher…dieses Wort.
    Schlimm finde ich auch das was Sylvia oben beschreibt. Lebenszyklen werden zu Krankheiten erhoben. Ich mag sie nicht, die Pharmaindustrie und muss mich zwingen Artikel darüber zu lesen. Sie machen mich traurig, aber die Augen zu schließen hat noch nie geholfen. Auch nicht bei den anderen widerlichen „Geschäfts“feldern.

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    1. Random Randomsen sagt:

      Da hast du allerdings sowas von recht – die Augen schließen hilft nicht. Das ist ja letztlich fast so etwas wie Mitläufertum. Nein, es gibt keinen Ausweg, wir müssen sehr genau hinsehen – und auch handeln, wo es denn möglich ist. Denn es gibt viele solcher Geschäftsfelder. Und durch zunehmende Marktkonzentration werden wir erpressbarer – wer kaum mehr Konkurrenz hat bleibt selbst mit haarsträubenden Preisen „konkurrenzfähig“.
      Die unverblümte Direktheit des Wortes „Krebsgeschäft“ beinhaltet einen Zynismus, der allen mit voller Wucht ins Gesicht schlägt, die unmittelbarer Nähe betroffen sind. Das schlecken sämtliche Geißen dieser Erde nicht weg. ☹

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      1. Mitzi Irsaj sagt:

        Die Wucht des Wortes macht betroffen. Wenigstens das. Wie du sagst, ist es ein Muss diese Geschäfte zu hinterfragen und im Rahmen der eigenen Möglichkeiten gegenzusteuern. Die Pharmaindustrie ist zwar ein mächtiger Gegner und es gibt daneben viele Felder wo es leichter ist als Konsument zu handeln. Darüber zu sprechen ist sicher ein wichtiger Schritt.

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        1. Random Randomsen sagt:

          In vielen Bereichen ist der Handlungsspielraum für uns als Konsumenten wesentlich größer. Das stimmt. Und vor allem steht man ja im medizinischen Bereich oft mit dem Rücken zur Wand. Ironischerweise ist bewusster Konsum in gewisser Weise aber sogar eine „Alternativtherapie zum Krebsgeschäft.“ Wenn gesünder konsumiert und produziert wird, kann man ja indirekt auch dem Krebsgeschäft ein Stück weit einen Riegel schieben.

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          1. Mitzi Irsaj sagt:

            Jein. Also ja, weil man sicher sehr viel für die eigene Gesundheit machen kann und es genügend Medikamente gibt, auf die man schlicht verzichten kann. Bewusster Konsum macht in jedem Fall Sinn. Krebs liegt aber oft nicht in den eigenen Händen. Das ist ein Mistkerl der würfelt und sich wahllos jemanden heraus greift. Ausnahmen gibt es. Klar. Rauchen zum Beispiel ist eine Einladung für Lungenkrebs. Aber sonst glaub ich, da sitzt einer und zieht Streichhölzer, wenn es treffen wird.

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            1. Random Randomsen sagt:

              Das ist richtig. Es funktioniert nicht einfach immer nach dem „man erntet, was man sät“ Prinzip. Ein Stück weit liegt aber auch die Gesundheit anderer Menschen in unseren Händen – etwa, wenn wir Produkte erwerben, durch deren Herstellung Lebensräume stark schadstoffbelastet werden. Es ist und bleibt ein „jein“. Ein ungemütlich großes Stück weit haben wir unsere eigene Gesundheit nicht wirklich in unserer Hand – auf der anderen Seite haben wir (zumindest in gewissem Umfang) eine Mitverantwortung für „fremde Gesundheit“ zu tragen. Eine bewusste Lebensweise macht auf jeden Fall einen Unterschied.

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            2. Mitzi Irsaj sagt:

              An diesen Aspekt habe ich gar nicht gedacht. Aber du hast natürlich recht. Und da kann man sehr viel machen. Im Kleinen und im Großen. Ein klassisches Beispiel, das Konsum sehr weitreichende Auswirkungen hat. Versuchen wir´s richtig du ordentlich zu machen. Besser für das Karma und weit wichtiger für die Gesamtheit.

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            3. Random Randomsen sagt:

              Das ist eine der Schwierigkeiten unseres heutigen Lebens – viele Konsequenzen unserer alltäglichen Handlungen sind nicht unmittelbar erkennbar. Sie ereignen sich oft zeitlich und/oder örtlich in beträchtlicher Distanz. Bewusster Konsum hat aber, wie ich finde, sogar noch einen Bonus auf Lager: er erhöht eindeutig und nachhaltig den Lebensgenuss. Und das oft sehr unmittelbar. 🙂

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            4. Mitzi Irsaj sagt:

              So ist es. Und wenn wir ehrlich sind, dann sind viele alltägliche Handlungen auch bei nur geringem Nachdenken weder ökologisch noch moralisch erstrebenswert. Niemand sollte von einer Moralkeule übergeknüppelt werden, aber mit etwas weniger Bequemlichkeit. So und jetzt bin ich still und versuche weiter vor meiner eigenen Türe zu kehren. 😉

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    1. Random Randomsen sagt:

      Das ist durchaus so. „Notfalls“ werden Bedürfnisse geweckt, wie bei den k(r)ampfhaft propagierten unsinnigen Schönheitsidealen – und teure „Hilfe“ naht in Form von Pillen und Skalpellen. Und das ist wiederum nur ein Beispiel von vielen. Andere finden sich in jeder Himmels- und Höllenrichtung.

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    1. Random Randomsen sagt:

      Das ist ja ein gewichtiger Teil des Problems. Die Wahlmöglichkeiten sind oft gering (bis nahezu unvorhanden) – und somit wird eine Notlage schamlos ausgenutzt. Wenn in einer Branche, die eh nicht für knappe Margen bekannt ist, von einem „hochprofitablen Wachstumsmarkt“ die Rede ist, sagt das ja schon einiges aus. Gleichzeitig bleiben die Wahlmöglichkeiten auf diese Weise eng. Es fehlt schlicht der Anreiz, sich ernsthaft um die Entwicklung echter Alternativen zu kümmern, wenn das Geschäft in der bestehenden Weise prächtig läuft.

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