Ankündigung • Wort des Grauens

Es gibt eine seltsame Wortschöpfung, die für mein Empfinden selber genau das ist, was sie bezeichnen soll. Unwort. Deshalb habe ich einen alternativen Begriff „geschöpft“ – Wort des Grauens. Damit wird, wie ich finde, die Aura von Gänsehaut spürbar, die definitiv etlichen sprachlichen Gebräuchen und Unsitten anhaftet. Nun nützt ein Begriff natürlich wenig, wenn er nicht angewendet wird. Nach und nach möchte ich deshalb einige Vertreter der Gattung «Wort des Grauens» vorstellen. Vorläufig wird es dafür zwar keine eigene Kategorie geben – aber die Beiträge werden am Titel erkennbar sein. Und da ich bei den jeweiligen Beiträgen den Ausdruck «Wort des Grauens» nicht immer extra erläutern möchte, gibt es hier dieses separate „Universalvorwort“ – passend für alle Beiträge.

Die «Wort des Grauens» Serie soll dabei nicht so etwas wie eine sprachpolizeiliche Liste verbotener Ausdrücke werden. Und auch keine Stilkunde, die zeigt, wie man es „besser“ machen könnte – obwohl ich in einzelnen Fällen durchaus Alternativen ins Spiel bringen werde. In erster Linie wird es darum gehen, welche Gedanken und Empfindungen ich mit bestimmten Formulierungen in Verbindung bringe. Manchmal ist es ja zumindest ehrlich, wenn die Wortwahl hässlich und grauenvoll ist. Sie lediglich durch eine angenehmere Formulierung zu ersetzen, wäre in solchen Fällen reine Symptombekämpfung. Vielleicht wird es manchmal auch nur ein Wort des Grauens geben – ohne Zutaten von meiner Seite. Einfach ein in den Raum gestelltes, grauenhaft grausliches Wort, das seine unheimlichen Talente ungehindert wird entfalten dürfen.

Kurz gesagt: der Plan sieht so aus, dass diese Beitragsreihe «Wort des Grauens» zwar geplant ist, es aber nicht wirklich einen Plan dafür gibt, wie die Beiträge sich gestalten werden. Ein planfreier Plan, sozusagen. Oder, um die Sache ein wenig schönzureden: geplant, aber nicht verplant. Man darf also gespannt sein. Ich bin es jedenfalls. Und wer mag, darf gerne mitmachen, beim Gespanntsein. 😉

 


Klangbild: Ravel • Le gibet (gaspard de la nuit)

Maurice Ravel • Komposition
Ivo Pogorelich • Klavier

24 Gedanken zu “Ankündigung • Wort des Grauens

  1. sternenkind11 sagt:

    Ui, da bin ich gespannt :-). Ich freue mich darauf zu erfahren, welche Worte des Grauens Du uns vorstellst und was Du persönlich damit verbindest. Klingt nach gruseligem Herzkramen ;-). Dein Beitragsfoto und das Klangbild fördern den Gänsehautfaktor, schaurig-schön 😮

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    1. Random Randomsen sagt:

      Ich freue mich auch sehr darauf. Auch, welche Reaktionen und ergänzenden Eindrücke da zum Vorschein kommen werden. Gruseliges Herzkrammen – oder manchmal vielleicht auch nur skurril – das passt sehr gut. Bild und Klangbild spielen ein wenig auf den ähnlichen Ausdruck „Ort des Grauens“ an. 🙂

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      1. sternenkind11 sagt:

        In jedem Fall schwingst Du ein spannendes Thema an, das tief in die sprachlich-emotionalen Abgründe blicken lässt ;-). Da habe ich spontan das Gefühl, es könnte die Gemüter anfeuern und so den gruseligen Ort des Grauens klärend durchlichten. 🙂

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  2. Mallybeau Mauswohn sagt:

    Lieber Random!
    Ich spanne gerade meinen Flitzebogen und streife mir die Gänsehaut über. Das Grauen kann beginnen. Ich werde vermutlich vor Alpträumen nicht mehr schlafen können, doch bis dahin ist Vorfreude bekanntlich die schönste Freude 🙂
    Herzlich gruselige Grüße
    Mallybeau

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    1. Random Randomsen sagt:

      Gänsehaut zum Überstreifen. Das ist toll. Ich habe ja schon an eine Permanent-Makeup-Gänsehaut gedacht – aber beim Gedanken daran bekomme ich eine Gänsehaut. 😉
      Mit einem spannungsgeladenen Abendgruß Richtung Alm 🙂

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  3. Zeilenende sagt:

    Ich habe noch aus Bewerbungszeiten auch ein Post-it auf dem Schreibtisch liegen, da ist „Worte des Grauens“ drauf notiert und dann eine Liste, um irgendwann mal darüber zu schreiben. Ich bin schon gespannt, was auf deiner Liste stehen wird. 🙂

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        1. Random Randomsen sagt:

          Das ist das Problem bei randnotierten Ideen, dass sie relativ ungeordnet in der Weltgeschichte rumfliegen. Manchmal fange ich selbst bei einer vagen Idee direkt einen Beitragsentwurf an. Dafür sind meine WP-Entwürfe mittlerweile die reinste Leichenhalle. Die heutige Ankündigung ist ein neuer Trick. Ich setze mich damit selber unter Druck. Jetzt muss ich ja liefern. 🙂

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          1. Zeilenende sagt:

            Meine Zettel sind wohlgeordnet. Nur nicht nach Datum. Es fehlt immer nur der Kick, die Lust und Inspiration. Und zunehmend auch die Zeit. Entwürfe mit einzelnen Stichpunkten machen mich nur kirre. ☺

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  4. Sternchen sagt:

    ich gehöre auch zu denen, die sehr gespannt sind……ich mag Deine Sprachbeiträge besonders gern…naja…die Musikbeiträge auch, die Kombi eh….whatever 😉

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    1. Random Randomsen sagt:

      Gute Frage. 🙂 Der Ausdruck klingt, als hätte ihn ein Morgenmuffel erfunden, dem es jeden Tag aufs Neue vor dem Morgen graut. Einleuchtender erschiene mir aber die Begründung, dass das Dämmerlicht des frühen Morgens die Schwärze der Nacht vertreibt und die Umwelt zunächst in Grautönen sichtbar wird.

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