Fluchsimulator

Heute möchte ich zur Abwechslung wieder ein sprachliches Thema aufgreifen. Es geht um ein sehr lebendiges und vielfältiges Phänomen, das zwar in verschiedenen Sprachen vorkommt, für das es aber keinen spezifischen Begriff zu geben scheint. Der einzige mir bekannte Ausdruck ist der norwegische Terminus «nestenbanning» (Beinahefluchen), ein Begriff, den die norwegische Sprachforscherin Ingrid Kristine Hasund geprägt hat. Aber dieser Ausdruck hat sich bis heute nicht „offiziell“ etabliert – und die eingedeutschte Version klingt nur mäßig berauschend. Also werde ich hier von einem Fluchsimulator oder einer Fluchsimulation sprechen.

Als klassisches Beispiel einer Fluchsimulation mag der in verschiedener Hinsicht typische Scheibenkleister gelten. Dass man Scheibenkleister sagt, wenn man eigentlich Scheiße meint, mag euphemistisch anmuten. Aber ein Euphemismus wie er im Buche steht, zeichnet sich ja durch sein verhüllendes Wesen aus – etwa das Zeitliche segnen für sterben. Ein fluchsimulatorischer Ausdruck wie der Scheibenkleister soll aber explizit an den eigentlich gemeinten Kraftausdruck erinnern. Tut er dies nicht, wird er sinnlos. Ein echter Euphemismus wäre hier wirkungslos. Ebenso würde eine sinnverwandte aber nicht derbe und dem derben Ausdruck auch nicht ähnliche Formulierung ihre Wirkung verfehlen. Bei fluchbeladenes Exkrement wäre die kraftausdrückliche Wirkung dahin. Die Variante Verdünnter Scheibenkleister hingegen erfüllt ihren Zweck, obwohl das zwar auch nicht derb ist, aber an den eigentlich gemeinten derben Ausdruck erinnert.

Dass Scheibenkleister ein erfundenes Wort ist, spielt hier keine Rolle. Der tatsächlich existierende Scheibenhonig funktioniert ebenso gut. Die Wortwahl ist hier letztlich Geschmacksache (was gerade im Hinblick auf den Scheibenhonig und das damit eigentlich angedeutete Wort nicht einer gewissen Ironie entbehrt). Wichtig ist, dass es sich zunächst so anhört als würde man das Tabu-Wort aussprechen. Man könnte von einer bewussten Verballhornung sprechen, durch die ein Kompromiss zwischen zwei gegensätzlichen Interessen gefunden werden soll. Um welche Interessen es sich hier konkret handelt, ist auf der Fluchseite relativ klar – auf der Simulationsseite ist die Situation dagegen etwas unübersichtlicher.

Dass Flüche und andere Kraftausdrücke überhaupt verwendet werden, hat primär einen ganz einfachen Grund: Man will damit einen emotionalen Überdruck ablassen. Nun schleckt zwar keine Geiß weg, dass viele emotionale Erregungszustände in keinem vernünftigen Verhältnis zu ihrer Ursache stehen, und dass manche Menschen derart gewohnheitsmäßig fluchen, dass man vor lauter Wirkung kaum mehr eine Ursache erkennen kann. Nichtsdestotrotz ist die Regulierung eines emotionalen Überdrucks grundsätzlich eine legitime Angelegenheit. Setzt man also die Anforderungslatte niedrig genug, kann es durchaus gute Gründe für die Anwendung von Kraftausdrücken geben.

Wozu aber die Simulation? Was bringt Menschen dazu, zwar einen Fluch oder Kraftausdruck anzudeuten, aber im letzten Moment einen verbalen Hasenhaken zu schlagen? Der Hase will sich mit seinem Haken in Sicherheit bringen. Und auch der Titel Fluchsimulator ist hier nicht zufällig gewählt. Denn der ähnlich klingende Flugsimulator hat auch mit Sicherheit zu tun – zwar soll möglichst realistisch eine Flugsituation simuliert werden, aber eben mit dem Vorteil, dass ein Fehler nicht in einer Katastrophe resultiert.

Bei einem Fluchwort mag die Angst vor einer Katastrophe übertrieben erscheinen. Völlig abwegig ist sie aber nicht. Denn ein früher und „wichtiger“ (übrigens auch namensgebender) Zweig des Fluchens bestand darin, sozusagen mit dem Feuer der Hölle zu spielen. Etwa mit Ausdrücken wie Teufel, Satan, Hölle oder auch verdammt (und was es hier an sinn- und sachverwandten Herrlichkeiten sonst noch geben mag). Da bewegte man sich in einem extremen Tabubereich. Genau das machte ein Fluchwort aber auch besonders wirkungsvoll. Das war dann eben wirklich ein Kraftausdruck mit großer Schockwirkung. Heute hat die Wendung «Wenn man vom Teufel spricht…» einen eher scherzhaften Charakter. Aber jahrhundertelang nahm man diese Vorstellung sehr ernst. Sprach man in unverhüllten Wendungen vom Teufel, beschwor man ihn herauf. Vor diesem Hintergrund sind auch die zahlreichen euphemistischen Wendungen zu verstehen, von denen der Gottseibeiuns ein besonders schönes Beispiel ist. Hier haben wir sozusagen einen Euphemismus mit Rückversicherung.

So elegant der Trick mit dem Gottseibeiuns ist – als Kraftausdruck taugt das überhaupt nicht. Man musste also eine Möglichkeit finden, mit dem Feuer der Hölle zu spielen, ohne gleich in Teufels Küche zu kommen. Und da bietet sich eben die Fluchsimulation an. Man nähert sich sozusagen verbal dem Höllenfeuer an, bringt sich aber in letzter Sekunde mit einem Hasenhaken in Sicherheit. Ein schönes Beispiel aus dem englischen Sprachraum ist die Formulierung «what the heck?» Ein ähnliches Beispiel ist der französische Ausdruck «nom de Dieu», der in der Fluchsimulation (unter anderem) zu «nom de Bleu» werden kann. Das mag überraschen. Aber ohne Not Gott anzurufen konnte als blasphemisch gelten und entsprechende Konsequenzen provozieren, wie bereits im Alten Testament zu lesen ist: «…denn der Herr lässt den nicht ungestraft, der seinen Namen missbraucht.» Und auch wenn die konkrete Angst, Gott könnte einen strafen oder der Teufel würde einen holen mit der Zeit nachließ – die gesellschaftliche Ächtung dieser Ur-Kraftausdrücke konnte durchaus üble Folgen zeitigen. Die Gerichtsbarkeit der Menschen erwies sich oft als „würdiger“ Stellvertreter von Gottes Zorn oder Satans Fängen.

Selbst wenn das Feuer der Hölle (oder die Vorstellung davon) in den Köpfen vieler Menschen heute erloschen ist – Fluchwörter im Original empfinden viele dennoch als zu heiß. Gesellschaftliche Konventionen (und, in deren Kielwasser, die Erziehung) spielen hier eine Rolle. Die Fluchsimulation ist also nach wie vor aktuell. Und das Prinzip funktioniert bei allen Arten von Tabuwörtern. Ob es sich um echte Flüche im engeren Sinn handelt oder ob es um anstoßerregende Kraftausdrücke im weiteren Sinn geht spielt keine Rolle. Genau so wenig macht es einen Unterschied, ob es um eine Situation oder eine Person geht. Der Scheibenkleister auf der einen und der Armleuchter auf der anderen Seite mögen hier als Beispiele dienen.

Ein interessanter Fall sind im Zusammenhang mit der Fluchsimulation auch Ausdrücke aus anderen Sprachen. So wird beispielsweise das englische «shit» im deutschen Sprachraum oft als weniger anstößig empfunden als sein deutschen Pendant. Der fluchsimulatorische Hasenhaken kann also auch im Ausweichen auf andere Sprachen bestehen. Und das ist durchaus kein neues Phänomen. Ein schon etwas älterer Ausdruck wie «vermaledeit» mag dies beispielhaft illustrieren.

Dieser Beitrag ist keineswegs als ausführliche Gebrauchsanleitung für den Fluchsimulator gedacht. Vielmehr sollten hier einfach einige Aspekte des weit verbreiteten aber in verschiedener Hinsicht doch irgendwie unbekannten Phänomens der Fluchsimulation gezeigt werden. Nestenbanning in a nutshell – um es in einer gepflegten deutschen Wendung auszudrücken. 😉 Dabei habe ich mich mit konkreten Beispielen bewusst sehr zurückgehalten. Das kommt noch. Denn in diesem Zusammenhang habe ich ein Anliegen: Bitte teilt mir in der Kommentarsektion die originellsten und / oder gängigsten Fluchsimulationen mit, die ihr kennt. Eine möglichst große Vielfalt an Sprachen / Dialekten ist dabei ausdrücklich erwünscht.

 


Klangbild: Maurice Ravel • Gaspard de la nuit – Scarbo

Ivo Pogorelich • Klavier

 

Marc-André Hamelin • Klavier

44 Gedanken zu “Fluchsimulator

  1. simonsegur sagt:

    Toller Artikel, sehr spannend. Den Begriff „Simulator“ finde ich etwas schwierig, erinnert mich zu sehr an einen Flugsimulator oder sowas, sprich: Etwas so genau wie möglich nachstellen. Das meint aber, wenn ich Dich richtig verstanden habe, das „Beinahefluchen“ nicht. Zugegebenermaßen fällt mir aber auch nix besseres ein. Sublimationsfluchen? 🙂
    Zu Scheibenkleister könnte man noch mehrere Wörter mit Sch anfügen, meist beim Aussprechen mit einer Pause hinter diesen drei Buchstaben: „Schade“, „Schande“ und so weiter.
    Einen schönen Ausdruck fand ich immer „Kratzbürste“, weil da soviel Krallen und Nägel mitklingen 🙂
    Außerdem mag ich den „Entenklemmer“ im Schwäbischen: Geizhals.
    Sonst fällt mir grad nur noch „Ach du dickes Ei“ ein. Das kommt wohl vom Kuckucksei (das größer ist als die eigenen Eier der jeweiligen Singvögel“, hat aber eben auch so eine sexuelle Komponente. Wie bei „Dummer Sack“.
    Jedenfalls: Meinen herzlichen Dank für den Beitrag!

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    1. Random Randomsen sagt:

      Herzlichen Dank für dein ausführliches Feedback und die ergänzend beigesteuerten Ausdrücke. Erstaunlich finde ich ja, dass es hier keinen eigentlichen Fachbegriff gibt (es wäre denn, dass es ihn zwar gäbe, man ihn aber nicht kennte – was ebenfalls erstaunlich wäre). Und es stimmt – auch der Fluchsimulator taugt hier nur bedingt. Die Parallele zum Simulator sehe ich vor allem darin, dass ein Absturz eben ohne üble Folgen bleibt, genau wie ein angedeuteter Fluch ins Harmlose abgewendet wird. Anderseits ist der Flugsimulator ein klassisches Übung-macht-den-Meister Gerät – und das Beinahefluchen ist ja keine „Fluchübung“.
      Ja, diese Kunstpause bei den Sch*-Wörtern ist ein wesentliches Element, das für die Beinahefluchenden das Spiel mit dem Feuer besonders attraktiv macht (und der Funktion, eine emotionale Spannung abzubauen, entgegenkommt). Hilfreich können dabei auch besonders überraschende Wendungen sein, wie etwa Scheinakazie. Dies kann beim Umfeld sogar ein Schmunzeln auslösen und potenzielle Konfliktsituationen etwas entschärfen.

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    1. Random Randomsen sagt:

      Das weite Feld der Kraftausdrücke (ob echt oder angedeutet) hat viel Interessantes zu bieten. Beispielsweise auch von den regionalen und sozialen Unterschieden her. Oder eben hinsichtlich der historischen Entwicklung.
      Da Sprache überhaupt ein weites Feld ist, lässt sich ja für jeden Zweck eine individuelle Ausdrucksweise finden. Von daher muss eine fluchlose Kommunikation nicht zwingend eine Einschränkung sein. Ich selber ziehe gerne möglichst viele Register. Aber im mündlichen Ausdruck benutze ich recht oft „positive Formulierungen mit Unterton“. 😉
      Den Scarbo fand ich an dieser Stelle passend, weil er ein hemmungslos-koboldhaftes Austoben ausdrückt, das aber unglaublich kunstvoll gemacht ist.
      Danke für den Link. Der Vinnitskaya-Scarbo ist immer wieder spannend zu hören (und sehen). 🙂

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  2. Mallybeau Mauswohn sagt:

    Lieber Random!

    Himmel, Gesäß und Nähgarn ….äh Verzeihung, immer dieses Fluchen… 🙂
    Ein hervorragender Beitrag!
    Spontan fällt mir wie bereits von simonsegur beschrieben zum schwäbischen Entenklemmer noch der Pfennigfuchser ein.
    Ich muss aber erstmal in meiner Fluchschatulle kramen, ob ich noch weitere Simulationen finde…

    Herzliche Grüße von der Alm
    Mallybeau

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  3. sternenkind11 sagt:

    Jetzt habe ich mal in meinen Gehirnwindungen gekramt und kam nur auf einen Kraftausdruck aus dem Holländischen. Die Holländer fluchen quasi ständig ;-). Es ist „potverdorie“ und heißt übersetzt soviel wie „Verdammt nochmal“. Wenn man größere Geschütze auffahren möchte, sagt man dann schon „godverdomme“ (Gottverdammt). Potverdorie ist quasi die Verniedlichung. Die holländische Sprache verniedlicht auch sehr gerne und schon sind Kraftausdrücke salonfähig ;-). Deine heutige Musikauswahl bringt mich an meine Grenzen 😉 und schwingt sehr passend zum Thema! 🙂

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          1. Random Randomsen sagt:

            Das ist eben oft recht schwierig einzuschätzen. Nach meiner Erfahrung stufe ich die deutsche Formulierung „was zum Teufel…“ als recht harmlos ein. Dagegen wirkt die norwegische (hva faen) oder dänische (hvad fanden) Entsprechung sehr rüde. Dennoch würde ich mich eher nicht darauf verlassen, dass die deutsche Variante überall als harmlos aufgefasst wird und im Zweifelsfall eher „was zum Kuckuck…“ wählen. 🙂

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    1. Random Randomsen sagt:

      Vielen Dank für dein interessantes Feedback. Potverdorie ist ein sehr schönes Beispiel. Denn hier sind gleich zwei Verharmlosungen in einem Paket anzutreffen. Und Verniedlichung ist eine geschickte Variante, Kraftausdrücke zu entschärfen.
      Das Klangbild – ein Musikstück, dass ich faszinierend finde und sehr mag – fand ich unter anderem auch deshalb sehr attraktiv für diesen Beitrag, weil es ein wenig klingt, als hätte jemand durch einen unbedachten Fluch einen Geist heraufbeschworen, der nun sein Unwesen treibt. 😉

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      1. sternenkind11 sagt:

        Da findet man in der niederländischen Sprache einige verharmloste Kraftausdrücke, die mir anfänglich wirklich die Schamesröte ins Gesicht trieben. Für mein Umfeld war das normale Umgangssprache.
        Deine Beschreibung des Klangbilds spricht mir aus dem Herzen :-)! Genauso das habe ich mir gedacht, als die Klänge auf meine Ohren trafen 😉 🙂 Wirklich sehr passend :-)!

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        1. Random Randomsen sagt:

          Bei solchen Ausdrücken braucht es meist eine gewisse Erfahrung, bis man sie richtig einschätzen kann. Und dann gibt es auch regionale Eigenheiten. Etwa die verstärkende Vorsilbe „sau…“ im positiven Sinn. Also nicht nur saukalt, sauteuer, usw. sondern eben auch saugut, sauschön, oder sauluschdig. 😀

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  4. PPawlo sagt:

    Grogorrauzonto!!!!! Hax Faxo! ‼️
    Heute erfunden und auf Grund der Laute als Fluch eingestuft! 🙂
    Internationaler Fluch! Zu jeder Gelegenheit und Situation geeignet!
    Früher hatte ich viele solche Flüche…Jetzt ist’s ruhiger und gelassener geworden.
    Mir fällt gerade kein anderer ein.
    Mit sonstigen Flüchen kann man einige Wunden zufügen und einiges zerstören. Ein internationaler erfundener Fluch so richtig lauthals rausgeschrien erzielt seine positive Wirkung (auch die im von simonsegur empfohlenen Link) und ein gemeinsames Lachen ist oft die Folge!

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    1. Random Randomsen sagt:

      Ja, das ist natürlich auch eine elegante Möglichkeit: Kraftausdrücke Marke Eigenbau. Das Umfeld nimmt ja aufgrund des Tonfalls dennoch war, dass (poetisch ausgedrückt) die Kacke am Dampfen ist. 😉 Und wie bei originellen Beinaheflüchen kann mit dem erfundenen Fluch durchaus eine Entspannung der Lage entstehen.
      Es stimmt, die echten Flüche können sehr verletzend wirken. Und manchmal bewirken sie lediglich, dass die Fluchenden sich noch weiter in ihre Wut hineinsteigern. Das ist dann ein Klassiker von „den Teufel (in diesem Fall den emotionalen Überdruck) mit Beelzebub (in diesem Fall grobe Flüche) austreiben“.

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      1. simonsegur sagt:

        Dabei fällt mir Don Blech von der Augsburger Puppenkiste ein: „BombenGranatenElementBlitzPlotzDonnerwetterSakramentNocheinmal!“ ein. Stets begleitet von einer sich steigernden Stimmlage und schließlich einem affektiven Wurf mit einem Gegenstand in die Luft (der dann auf seinem Kopf landete). Körperliche Interaktion – wie das mit der Faust in die Hand oder mit der flachen Hand auf die Tischplatte schlagen – als Zusatzimpuls wären also auch interessant 🙂

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        1. Random Randomsen sagt:

          Ja, da sind gleich zwei interessante Phänomene vertreten. Diese Rattenschwanzflüche sind ja auch speziell – vor allem, weil die häufige Beliebigkeit der aneinandergereihten Begriffe auch eine komische Wirkung erzielen kann. Und dann eben die Spezialeffekte puncto Stimme und Affekthandlung. Auch hier mit durchaus komischen Nebeneffekten. Ich hatte einen Arbeitskollegen, dessen Stimme sich bei Affektäußerungen immer überschlug wie bei einem Stimmbrüchigen. Bei einem nicht mehr ganz jugendlichen Mann wirkt das ausgesprochen belustigend. 😉 [als würde ein rostiges Ofenrohr jodeln lernen wollen]

          Liken

  5. Ulrike Sokul sagt:

    Verflixt und zugenäht – mir fällt einfach keine Fluchsimulation ein …
    Ich gestehe, daß ich früher schon mal, wenn ich meinen Bus ganz knapp verpaßt hatte, und ich der Ansicht war, daß mich der Busfahrer doch gefälligst hinter dem Bus hätte herrennen sehen können, geflucht habe: „Fahr zur Hölle!“
    Inzwischen habe mir allerdings angewöhnt, bei den Lücken, Tücken und den sich quer legenden Hindernissen und Verknotungen des Alltags sowie bei unbeliebten Wetterverhältnissen folgendes von mir zu geben: „Habe ICH das erlaubt?“ oder in Steigerung: „Habe ICH das ETWA erlaubt?“. Seltsamerweise dient mir diese Formulierung als entspannender Blitzableiter, und den Teufel muß ich auch nicht mehr bemühen. 😉
    Himmlische Gutenachtgrüße von der Bücherfee 🙂

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    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank für deine ergänzenden Fluchsimulationsinformationen. 🙂 Dein Beispiel finde ich insofern sehr aufschlussreich, weil es zeigt, dass alternative Methoden der „emotionalen Dampfregulierung“ überhaupt keine auch nur entfernte Fluchverwandtschaft aufweisen müssen. Während die im Beitrag erwähnte Fluchsimulation ja mit dem provokativen Charakter der angedeuteten Fluchwörter spielt und quasi davon lebt, sind in der Kommentarsektion einige Formulierungen aufgetaucht, die Unbehagliches durch die Blume zum Ausdruck bringen. Deine Alternative geht hier noch einen Schritt weiter, weil sie ja nicht einmal eine angedeutete Unbehaglichkeit enthält. Bemerkenswert. 🙂
      Mit einem lieben Feiertagsgruß 🐻

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  6. PPawlo sagt:

    Die Musik , die Du ausgesucht hast, passt prima! Aber verdammt noch mal, warum hat er denn den Himmel als Bild gewählt?? habe ich mich gestern gefragt und das dann glatt wieder vergessen…Verflixt noch mal! Und heute kam mir plötzlich: Ja, saperlott! Das schreit ja zum Himmel! Zum Donnerwetter!!! Um Himmels Willen! Und dann kamen noch einige Ausdrücke hinterher wie Mon Dieu! Zut alors! M…(erde!) 😉 …verflixt… bloody…und das genügt mir für die nächsten Jahre! 😇

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    1. Random Randomsen sagt:

      😀
      Damit ist das Titelbild ziemlich umfassend interpretatorisch kommentiert oder kommentatorisch interpretiert. Denn das Bild zielt auf den Ursprung der Fluchsimulation ab. Dass man eben befürchtete, bei echten Flüchen in der Hölle zu landen und man Abschwächungen erfand, um sich nicht den Platz im Himmel zu verscherzen. Und das Himmelsbild zeigt zudem die Bandbreite: Von einer ziemlich düsteren Ecke bis hin zu heiteren Stellen. 🙂

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