Bach på svenska II

Titelbild: Lisa Rydberg & Gunnar Idenstam © Per Åke Persson

 

Herzlich willkommen zur zweiten Folge von Bach på svenska mit Lisa Rydberg und Gunnar Idenstam. Nachdem ich die Idee hinter diesem Projekt bereits im ersten Beitrag vorgestellt habe, soll es heute ohne großen Verbalfirlefanz direkt zur Sache gehen.

Für heute habe ich vier kurze Stücke ausgewählt – drei von Johann Sebastian Bach und ein Stück schwedischer Traditionsmusik. Dabei möchte ich die Interpretationen von Rydberg/Idenstam in einen größeren Zusammenhang stellen. Also habe ich von jedem Stück zwei begleitende Aufnahmen ausgewählt. Dabei habe ich bewusst auf eine gewisse Bandbreite geachtet – denn ich möchte die Interpretationen sozusagen gegeneinander ausspielen. Allerdings nicht im Sinne einer Konkurrenz um die „beste“ Interpretation. Sondern um zu zeigen, was mit dieser Musik alles möglich ist. 

 

Gavotte
(aus der Französischen Suite Nr. 5 BWV 816)
Johann Sebastian Bach

Emil Gilels • Klavier

Lisa Rydberg • Violine
Gunnar Idenstam • Harmonium

Joaquin G. Fuster • Cembalo


Allegro assai
(3. Satz aus dem Violinkonzert BWV 1042)
Johann Sebastian Bach

Yehudi Menuhin • Violine

Lisa Rydberg • Violine
Gunnar Idenstam • Harmonium

Janine Jansen • Violine


Anglaise
(aus der Französischen Suite Nr. 3 BWV 814)

Johann Sebastian Bach

András Schiff • Klavier

Lisa Rydberg • Violine
Gunnar Idenstam • Harmonium

Christiane Jaccottet • Cembalo


Leksands skänklåt
(Trad.)

Pers Alexander Olsson (l) und Olof Kennemark (r) • Violine

Lisa Rydberg • Violine
Gunnar Idenstam • Harmonium

Jan Johansson • Klavier
Georg Riedel • Bass

18 Gedanken zu “Bach på svenska II

  1. sternenkind11 sagt:

    Das ist eine ganz außergewöhnlich feine Gegenüberstellung. Es ist als würden sie sich gegenseitig zum Tanz auffordern. Sie fließen ineinander und wieder auseinander, ohne sich an ihrer Andersartigkeit zu stören. Ganz im Gegenteil – so erst wird der musikalisch Reichtum offensichtlich. Oder so ähnlich 😉 🙂

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    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank für diese feingestimmte Resonanz. 🙂 Damit hast du präzise das ausgedrückt, worum es bei der zweiten Folge von Bach på svenska geht. Ein Reigen, bei dem die gemeinsame Liebe zur Musik auf individuelle Weise ausgedrückt wird.

      Gefällt 2 Personen

    1. Random Randomsen sagt:

      Vielen Dank für dein zustimmendes Feedback. 🙂 Es war eine schöne Gelegenheit, ein Panorama ganz unterschiedlicher Interpretationsansätze hörbar zu machen. Meist hört man ja eine längere Abfolge aus einer Hand. Das hier sollte eine etwas andere „Hörspektive“ bieten.
      Verbalfirlefanz – ich fand, dass es so passt und auch irgendwie hübsch klingt. 😉

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  2. PPawlo sagt:

    Das ist eine vielfältige, fein zusammengestimmte Auswahl ! Herzlichen Dank dafür! Besonders schön daran ist für mich, dass meiner Meinung nach keine Verwässerung oder Banalisierung stattfindet, sondern dass einfach eine andere Energie entsteht, sei es durch ein anderes Tempo, durch mehr Gefühlsausdruck oder betontere Rhythmik oder einen volkstümlicheren Einschlag…! Komponisten haben ja reichlich bei volkstümlichen Melodien geschöpft. Interessant, wenn man sich umgekehrt wiederum davon eigenwillig inspirieren lässt! Un saludo! 😊

    Gefällt 3 Personen

    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank für dieses feinempfundene Echo. Das stimmt absolut. Hier wird die Musik von Bach ernst genommen. Man hört ja manchmal solche Banalisierungen – im poppigen oder auch jazzigen Bereich, wo dann eher Brause mit etwas Bach-Aroma serviert wird. Die Musik von Bach bleibt in ihrer Substanz bewahrt – auf der anderen Seite haben die beiden sorgfältig erspürt, wie sie die Interpretation „spielmännischer“ gestalten können. Damit kommt ein Element in diese Tanzmusiken zurück, das zwar nicht zwingend immer da sein muss, aber hier letztlich doch beheimatet ist.

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      1. Petra Pawlofsky sagt:

        Ja, das ist sehr schön und passend ausgedrückt! Was mich aber immer wieder erstaunt, ist der Kontrast, wie vergeistigt, abgehoben und emotionsfrei seine Musik meist gespielt wird, seine Portraits zeugen jedoch von andere bodenständigere Seiten… Mir ist schon klar, dass die Persönlichkeit des Komponisten und dessen Musik nicht übereinstimmen müssen, aber spontan kommt mir in der schwedischen Musik einiges bereichernd davon rüber, was in vielen Interpretationen sonst nicht mit dabei ist… Die gewohnten Interpretationen möchte ich allerdings auch nicht missen und schon gar nicht abwerten.
        Was heißt eigentlich „skänklåt“? ich habe es nicht gefunden.

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        1. Random Randomsen sagt:

          Ja, die Anämie mancher Interpretationsstile steht in überraschendem Kontrast zu den Porträts von Johann Sebastian Bach. Dennoch verträgt diese Musik eine erstaunliche Bandbreite an Ausdrucksweisen – und ich kann damit auch sehr gut leben, so lange es nicht zu lebensfern-mechanisch wird. Aufgrund seiner Musik schätze ich Bach als facettenreiche Persönlichkeit ein. Zahlreiche Kompositionen deuten auf eine „spielmännische“ Seite hin. Und verschiedene Bearbeitungen von Bachs eigener Hand deuten auch darauf hin, dass es eben in erster Linie darum geht, dass die Musik (im umfassendsten Sinn) geSPIELt wird.
          Skänklåt ist nicht ein sehr verbreiteter Terminus. In einigen schwedischen Regionen gehörte ein «skänklåt» zur Hochzeitszeremonie. Er wurde dort während der Übergabe der Geschenke an das Brautpaar gespielt. Folgerichtig setzt sich der Ausdruck zusammen aus „skänka“ (schenken) und „låt“ (ein Ausdruck, der ähnlich vielseitig ist wie das englische „tune“, also eine Melodie oder ein Musikstück bezeichnen kann – vom Wortstamm her ist „låt“ verwandt mit dem deutschen „Laut“).

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  3. Ulrike Sokul sagt:

    Lieber Maestro,
    da hast dem geneigten Publikum eine feine, abwechslungsreiche BACH-Kaskade zu Ohr gebracht.
    Gerne lasse ich mich von Dir so „ohrgerecht“ mit Musik informieren und verwöhnen! 🙂

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    1. Random Randomsen sagt:

      Herzlichen Dank, liebe Bücherfee, für deine zugeneigt-mitschwingende Resonanz. 🙂 Das zustimmende Echo freut mich auch deshalb besonders, weil es eben offensichtlich wirklich so ankommt wie gedacht – den Genuss der Interpretationsvielfalt beTONend (und nicht als Konkurrenz um die „beste“ oder „richtige“ Version).

      Gefällt 1 Person

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