XIV• Jólakötturinn

Titelbild: Engler i snøen © Anita Lund • Digitalt Fortalt

Aufgepasst beim Öffnen des 14. Türchens! Ein grausliches Ungeheuer geht um. Offiziell wird zwar Island als sein Revier angegeben. Aber man kennt das doch. Was kümmern sich solche Viecher um Landesgrenzen und offizielles Zeug? Wie dem auch sei. Jólakötturinn ist auf jeden Fall ein populäres isländisches Weihnachtslied. Seine 16 Strophen atmen allerdings den Geist einer eher herben Romantik, wovon man sich auf der folgenden Seite überzeugen kann:
The Yule Cat

Unter folgendem Link gibt es eine Übersicht aller zum Julekalender 2016 gehörenden Beiträge: 
Julekalender 2016

Jólakötturinn

Jóhannes úr Kötlum • Text
Ingibjörg Þorbergs • Musik

Zunächst eine Studioversion – das gelungene Arrangement ist alles andere als Katzenmusik.

Ragga (Ragnheiður Gröndal) • Gesang

Und nun ist es Zeit für eine Live-Aufnahme mit einer Katzenbeschwörerin.

Ágústa Eva Erlendsdóttir • Gesang

Und zum Abschluss bekommt die Katze eine sehr bekannte Stimme.

Björk Guðmundsdóttir • Gesang 

Þið kannizt við jólaköttinn
– sá köttur var griðarstór
Fólk vissi’ekki hvaðan hann kom
eða hvert hann fór

Hann glennti upp glyrnurnar sínar
glóandi báðar tvær
Það var ekki heiglum hent
að horfa í þær

Kamparnir beittir sem broddar
upp úr bakinu kryppna há
og klærnar à loðinni löpp
var ljótt að sjá

Því var það, að konurnar kepptust
við kamba og vefstól og rokk
og prjónuðu litfagran lepp
eða lítinn sokk

Því kötturinn mátti‘ ekki koma
og krækja í börnin smá
Þau urðu að fá sína flík
þeim fullorðnu hjá

Og er kveikt var á jólakvöldið
og kötturinn gægðist inn
stóðu börnin bísperrt og rjóð
með böggulinn sinn

Hann veifaði stélinu sterka
hann stökk og hann klóraði‘ og blés
og var ýmist uppi í dal
eða úti‘ um nes

Hann sveimaði, soltinn og grimmur
í sárköldum jólasnæ
og vakti í hjörtunum hroll
á hverjum bæ

Ef mjálmað var aumlega úti
var ólukkan samstundis vís
Allir vissu‘ að hann veiddi menn
en vildi ekki mýs

Hann lagðist á fátæka fólkið
sem fékk enga nýja spjör
fyrir jólin – og baslaði og bjó
við bágust kjör

Frá því tók hann ætíð í einu
allan þess jólamat
og át það svo oftast nær sjálft
ef hann gat

Sum höfðu fengið svuntu
og sum höfðu fengið skó
eða eitthvað, sem þótti þarft
en það var nóg

Því kisa máti‘ engan éta
sem einhverja flíkina hlaut
Hún hvæsti þá heldur ljót
og hljóp á braut

Hvort enn er hún til, veit ég ekki
en aum yrði hennar för
ef allir eignuðust næst
einhverja spjör

Þið hafið nú kannski í huga
að hjálpa, ef þörf verður á
máske enn finnist einhver börn
sem ekkert fá

Máske, að leitin að þeim sem líða
af ljósskorti heims um ból
gefi ykkur góðan dag
og gleðileg jól

15 Gedanken zu “XIV• Jólakötturinn

  1. Mallybeau Mauswohn sagt:

    Lieber random!
    Fragt sich nur, wer von den Dreien auf den Videos nun das grausige Ungeheuer ist 🙂
    Herzliche Grüße von der Alm
    Mallybeau

    Gefällt 1 Person

  2. Mitzi Irsaj sagt:

    Sehr schöne Katzenmusik.
    Das Foto von Björk ist ja klasse – ich hätte sie nicht erkannt.
    Mir gefällt die letzte Version daher auch am besten. Weil es die Stimme von Björk ist. Björk….ach, Björk.

    Gefällt 1 Person

    1. Random Randomsen sagt:

      🙂
      Natürlich wollte ich Björk nicht als Lockvogel einsetzen – das wäre mir zu billig gewesen. Deshalb kommt sie am Schluss. 🙂 Und, ja, das Foto ist einzigartig.
      Lust auf eine Zugabe (auch ein traditionelles eisländisches Lied)?

      Gefällt 2 Personen

  3. sternenkind11 sagt:

    Ui, da hast Du mal wieder tief in Deinen Klangzaubertopf gegriffen :-). Klingt, als wäre mit der weihnachtlichen Katze überhaupt nicht zu spaßen ;). Ich kann Dir sagen – auch die Allgäuer Katzen haben es in sich! Wer weiß, sind sie inspiriert von der gruseligen isländischen Über-Katze ;-). Die Studio-Version ist ja spannend. Von orientalischen Anklängen bis hin zu Klezmer Klängen – alles da und dann auf isländisch 😉 :-). Der Männerchor ist ja klasse und Björk sowieso :-). Liebsten Dank für diese inspirierenden Klangwerke! Wo Du sie nur immer her zauberst :-)?! ⭐⭐⭐

    Gefällt 2 Personen

    1. Random Randomsen sagt:

      Herzlichen Dank für deine harmonische Resonanz. 🙂 Ja, das ist kein Stubentiger – so viel steht fest. Und das ist noch nicht einmal die einzige Schreckgestalt der isländischen Weihnachtszeit. Aber die Isländer haben ja reichlich Warmwasser – die sind hartgesotten. 😉
      Bei diesem Lied war es Björk, die mich mit ihrer Version vor einigen Jahren „angefixt“ hat. Später kam die Version von Ragga Gröndal zu den Favoriten hinzu. Dieses Arrangement ist wirklich raffiniert und recht aufwendig – zwischendurch grummelt sogar eine Bassklarinette. Die Live-Version habe ich erst bei der Vorbereitung des Kalenders ausgegraben. Aber diese Aufnahme hat auch wieder eine ganz eigene Qualität.

      Gefällt 1 Person

      1. sternenkind11 sagt:

        Von Herzen gerne :-). Ich finde es sehr interessant, dass die Isländer eine Katze als Schreckgestalt „gewählt“ haben. In anderen Ländern sind es ja oftmals Hunde oder gar Fabelwesen. Du eröffnest mir (und wahrscheinlich vielen anderen Lesern Deines Blogs) mit Deinem Adventskalender gerade eine ganz neue Klangwelt, die mir bislang nur zu einem mini-kleinen Teil bekannt war. Danke für’s Teilen Deiner bereichernden Entdeckungsreise durch die Welt der nordischen Klänge!

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        1. Random Randomsen sagt:

          Diese Katze ist ohnehin ein Mysterium. Man kann überhaupt nicht so genau sagen, wann diese Figur entstanden ist.
          Es freut mich sehr, dass dieser Klangkalender zu einer Entdeckungsreise wird. In erster Linie wollte ich mit diesem Kalender ja einfach möglichst echte und unverfälschte Weihnachtsmusik bieten. Eine Alternative zur billigen Massenware mit synthetischem Weihnachtsaroma. Nachdem ich eine erste Liste möglicher Stücke zusammengestellt hatte, stellte ich fest, dass sich daraus tatsächlich eine Art Entdeckungsreise gestalten ließe. Also habe ich diesen Aspekt bei der definitiven Auswahl noch zusätzlich betont. 🙂

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          1. sternenkind11 sagt:

            Das ist Dir bislang hervorragend gelungen! Immer wieder kommt ein neuer überraschender Aspekt zum Vorschein und erfreut das lauschende Ohr und zugeneigte Herz :-). Um ehrlich zu sein – ich habe in der Random Randomsen Blogwelt bislang nur ehrliche, besondere und unverfälschte Beiträge genossen :-). Billige Massenware und synthetische Aromen sind nämlich so gar nicht mein Fall. Ich freue mich sehr auf die weiteren Stationen dieser klanglichen Weihnachtsreise 🙂

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            1. Random Randomsen sagt:

              Herzlichen Dank. Das ist ja reiner Nektar, den du mir hier einschenkst. 🙂
              Dieser «julekalender» macht für mich nur Sinn, wenn er unverfälschte Herzensmusik enthält. Oberflächlich-künstliches Tingeltangel hört man ja im Überüberfluss an jeder Ecke. Aber hier kommt auf jeden Fall noch mehr Musik für alle, die am liebsten (und besten) mit dem Herzen hören. 🙂

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            2. sternenkind11 sagt:

              Nektar wem Nektar gebührt :-)! Diese Reizüberflutung mit oberflächlichem Tingeltangel verdirbt die Wahrnehmung, stört das wahrhaftige Lauschen. Danke für die Herz-Seelen-Tankstelle und den wohltuenden Gehörbalsam (ich würde sogar soweit gehen, dass es jeder Zelle wohl tut :-)) den Du hier so reichlich und liebevoll ausgewählt anbietest :-).

              Gefällt 1 Person

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