Kæm f**n e Adventsson?

Titelbild: Engler i snøen © Anita Lund • Digitalt Fortalt

 

Familiennamen mit der Endung «-son» sind nicht unbedingt eine Weltseltenheit. Allein in Schweden (um jetzt ganz zufällig ein beliebiges Land zu nennen) findet man von A bis Å leicht einige Dutzend solcher Namen. Abrahamsson, Andersson, Andreasson, Arvidsson, Axelsson, Bengtsson, Carlsson, Claesson, Danielsson, Eliasson, Eriksson, Fransson, Fredriksson, Gunnarsson, Gustafsson, Göransson, Hansson, Henriksson, Hermansson, Håkansson, Isaksson, Jakobsson, Jansson, Johansson, Jonasson, Jonsson, Jönsson, Karlsson, Knutsson, Kristiansson, Larsson, Magnusson, Martinsson, Mattsson, Månsson, Mårtensson, Nilsson, Olofsson, Olsson, Persson, Pettersson, Pålsson, Pärsson, Rasmusson, Samuelsson, Svensson, Åkesson…
Es gäbe bestimmt noch mindestens zwei Dutzend weitere, etwas weniger häufige, son-Namen. Ein Adventsson ist mir allerdings noch niemals nicht untergekommen. 

Nichtsdestotrotz hat mir aber jemand glaubhaft versichert, dass heute Adventsson-Tag sein soll. Das ist natürlich ein unverdünnter Schabernack. Denn kein Mensch heißt ja Adventsson. Was also sollte die Welt mit einem Adventsson-Tag anfangen wollen? Allerdings ist das genau der Punkt, wo die Glaubwürdigkeit ihre Wirkung entfaltet. Denn das ist so absurd – niemand würde sich etwas so Bescheuertes nur zum Spaß ausdenken. Und ich erkenne dahinter sogar eine Logik, die mein Bedürfnis nach einer vernunftkompatiblen Erklärung zufriedenstellt. In dieser Hinsicht bin ich traditionell äußerst genügsam, um die schlafenden Hunde des Zweifels am Vorhandensein menschlicher Intelligenz nicht unnötig zu wecken. Also. Man hat sich wohl gesagt: Lieber Adventsson, wenn es dich schon nicht gibt, widmen dir wenigstens als Kompensation einen Tag. Da der Mensch ja edel sei, et cetera, et cetera… 

Das ist ja schön und gut. Dennoch verdirbt einem so ein Unsinn gründlich die gute Laune. Und das vier Wochen vor Weihnachten. Ausgerechnet. Da gibt’s nur eine Lösung: Jetzt muss Weihnachtsmusik her, um die weihnachtliche Vorfreude wenigstens halbwegs wieder herzustellen.

 


Joseph & the Angel • 8th of January • A Punch in the Dark

Ale Möller • Mandola
Esbjörn Hazelius • Violine
Lena Willemark • Gesang, Harmonium
Lisa Rydberg • Gesang, Violine
Olle Linder • Schlagwerk
Roger Tallroth • 12-saitige Gitarre
Sofia Karlsson • Gesang, Bouzouki-Gitarre


Það á að gefa börnum brauð

Die Solosängerinnen sind (von links nach rechts): Ágústa Eva Erlendsdóttir, Salka Sól Eyfeld, Mária Ólafsdóttir, Eivør Pálsdóttir, Dísella Lárusdóttir


St. Sunniva

Musik von Keith Emerson, Annbjørg Lien und Bjørn Ole Rasch
Annbjørg Lien • Hardangerfiedel
Arve Moen Bergset • Violine

Bjørn Ole Rasch • Keyboards
Steinar Ofsdal • Flöte


Sylvian Joululaulu

Ari Mikael Koivunen • Gesang
Tuomas Wäinölä • Gitarre (Solo)
Erkka Korhonen • Gitarre
Vili Ollila • Klavier
Erkki Silvennoinen • Bass
Mirka Rantanen • Perkussion

18 Gedanken zu “Kæm f**n e Adventsson?

  1. sternenkind11 sagt:

    Ob es nun einen Adventsson-Tag gibt oder nicht – das ist völlig einerlei, bei der Musikauswahl, die Du zu diesem Anlass ausgewählt hast ;-). Und die zauberhaften Engel im Schnee sind auch wieder dabei :-). Das hebt definitiv die Laune.Das Leben ist schön :-). Danke dafür :-).

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    1. Random Randomsen sagt:

      Vielen Dank. 🙂 Ja, der Adventsson mit seinem Tag ist hier auch nur Mittel zum Zweck, um ein wenig in der reichen Schatzkiste nordischer Weihnachtsmusik zu wühlen. 😉 Und die Engel im Schnee sind bis auf weiteres die Botschafter meiner Weihnachtsmusiken – die kommen wieder… 🙂

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      1. sternenkind11 sagt:

        Das habe ich schon vermutet ;-). Vielleicht gibt es ja auch eine Adventsdóttir ;-)? Wäre doch ein weiteres zweckhaftes Mittel um die weihnachtlich-musikalische Schatzkiste zu öffnen 🙂 :-). Freu‘ mich auf die noch kommenden Schnee-Engel-Botschaften :-).

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  2. Mitzi Irsaj sagt:

    Nur weil ihn keiner kennt, heißt es ja nicht, dass es ihn nicht gibt. Den Adventsson. Wichtiger ist aber die passende weihnachtliche Musik. Und da ist mir die deine heute sehr willkommen. So gern ich Last Christmas höre (ja, ich weiß…….ich mag es trotzdem), so schön ist etwas neues zu hören und damit in die letzten Monate zu starten.
    Danke und einen schönen Advent.

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    1. Random Randomsen sagt:

      Vielleicht weiß der gute Adventsson selber nicht einmal, dass er’s ist. 😉 Aber das Musikprogramm ist nun da – und es freut mich, wenn die vielleicht ungewohnten Adventsklänge eine positive Resonanz finden (als ergänzende Abwechslung zu den persönlichen Weihnachtsfavoriten). Auch dir einen schönen Advent. 🙂

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  3. PPawlo sagt:

    Ja, Du hast wieder wunderschöne Musik ausgesucht! Die Engel im Schnee sehe ich auch gerne wieder! St Sunnive hat’s mir besonders angetan. Und Sylvian Joululaulu fasziniert mich vor allem! Worum geht’s da denn in groben Zügen? Und wie würdest du den Titel deines Beitrags übersetzen? Google hat’s mir einfach nur wiederholt…
    Dir noch einen schönen Adventsabend und herzlichen Dank!

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    1. Random Randomsen sagt:

      Vielen Dank für deine Resonanz. Der Titel bedeutet schlicht „Wer zum Kuckuck ist Adventsson?“ (wobei der Kuckuck hier eher sinngemäß ist).
      St. Sunniva ist meiner Ansicht nach ein echtes Meisterwerk. Die Musiker haben ein Thema aus dem dritten Teil von Emerson, Lake & Palmers „Karn Evil 9“ als Ausgangspunkt genommen und daraus etwas ganz Neues und Wunderbares entwickelt.
      Zum Glück gibt es von «Sylvian Joululaulu» einen schwedischen (Original)Text, sonst wäre ich aufgeschmissen. Es ist ein Zugvogel, der hier im südlichen Winterquartier singt – die Mönchsgrasmücke (Sylvia atricapilla). Die Sängerin beklagt den Verlust eines nahen Freundes, der den Vogelfängern ins Netz gegangen ist und dessen Lied nun verstummt ist. Ihre Einsamkeit steht im Kontrast zu den Schönheiten des südlichen Landes mit reifen Trauben, grünem Gras, duftenden Zypressen, klingenden Mandolinen… In der Schlussstrophe dominiert die Sehnsucht nach dem geliebten Norden, wo nun Weihnachten gefeiert wird. [Meine Vermutung ist, dass das Lied auf Menschen gemünzt ist, die – möglicherweise durch Krieg? – aus der Heimat vertrieben den Verlust ihrer Liebsten und ihrer Heimat beklagen.]

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  4. PPawlo sagt:

    Noch eine zusätzliche Anmerkung: Gleich beim ersten Anhören fragte ich mich immer wieder, ob Ari Mikael Koivunen nun eine Frau oder ein Mann ist. Als Du dann von einer Sängerin schriebst, nahm ich das als bare Münze. Dann hab ich im Internet entdeckt, dass er doch als Sänger geführt wird. Damit bekommt für mich das schmerzliche Gefühl und die stark emotionale Interpretation der Heimatlosigkeit in diesem Lied möglicherweise noch einen anderen Sinn…Liebe Grüße, Petra

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    1. Random Randomsen sagt:

      Huch! Da habe ich ungewollt Verwirrung gestiftet. :/ Ich dachte, mit dem Einfügen des zweiten Vornamens, Mikael, allfällige Zweifel ausgeräumt zu haben. „Die Sängerin“ bezog sich eigentlich nicht spezifisch auf das Video, sondern rein auf den Textinhalt – eben die Sylvia Mönchsgrasmücke. Aber möglicherweise bist du dadurch etwas auf die Spur gekommen, was in dieser wahrlich emotionsgeladenen Interpretation Spuren hinterlassen hat.

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  5. gann uma sagt:

    Wenn der Advent steril ist, dann hat doch ein Genpfuscher seine Finger im Spiel. Oder wahrscheinlicher hat ein Werbefuzzi eine Ad entwickelt, die auf einem Lüftchen reitet. Denen ist doch nichts heilig!

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