Glück

Jeder ist seines Glückes Schmied.

Sagt man.

Das Wort ist nicht von mir. Und ich würde es noch nicht einmal unterschreiben. Zwar halte ich sehr viel davon, wenn jemand für sein Leben Verantwortung übernimmt. Aber die Redensunart vom Glücksschmied impliziert, dass die Glücklosen selber schuld seien. Und das stimmt nicht immer und ausschließlich. Zudem lehrt die Erfahrung, dass Glück oft sehr zerbrechlich ist. Und da ist es eine denkbar schlechte Idee, mit dem schweren Schmiedehammer draufzuhauen. 

 


Klangbild: Bach • Siciliano

https://youtu.be/7iLUyvHJFNY

Johann Sebastian Bach • Komposition
Wilhelm Kempff • Arrangement
Beatrice Berrut • Klavier

 

Dieser unscheinbare Beitrag wird mit einem quadratischen Kreis geliefert. Da im WP-Reader nach wie vor das erste eingebettete Video anstelle des Titelbildes angezeigt wird (was ich nicht sonderlich schätze), aber auf der anderen Seite in der WP-App der Trick mit dem Link nicht funktioniert, gibt es das Klangbild zusätzlich als eingebettetes Video in der Kommentarsektion. Wer also mit dem obigen Link kein Glück hat, möge bitte bei den Kommentaren nachschauen – es lohnt sich. 🙂

17 Gedanken zu “Glück

  1. PPawlo sagt:

    Ganze Bücher werden über das Glück geschrieben. Und es gibt immer noch die Glücksforschung mit ihren Theorien… Da muss das Glück wohl aus mehreren Zutaten gebacken werden…
    Der Glaube, dass jemand seines Glückes Schmied ist, mag gelegentlich zutreffen, kann aber in der Gesellschaft zu gefährlichen Konsequenzen führen, weil ja nicht viel für die Glückloseren getan werden muss. Sind sie nach dieser Auffassung an ihrem Unglück nicht selbst schuld?

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    1. Random Randomsen sagt:

      Nun sei bedankt für deine Gedanken. 🙂 Genau. Wahrscheinlich gibt es eine Vielzahl höchst unterschiedlicher Glücke. Und jedes davon bedarf wahrscheinlich wiederum einer Vielzahl ganz unterschiedlicher Ingredienzen.
      Und selbst wenn man es – wie der Schmied ja andeutet – darauf bezieht, dass man durch harte Arbeit zu Erfolg gelangt, steckt da wohl ein Trugschluss dahinter. Dass Erfolg meist harte Arbeit bedingt, heißt nicht, dass harte Arbeit Erfolg garantiert.

      Gefällt 4 Personen

  2. PPawlo sagt:

    Wir haben also einmal verschiedene Voraussetzungen, die zum Glück führen und dann verschiedene Glücksfälle und Glücksempfindungen 🙂
    Zwei weitere Trugschlüsse kommen mir bei diesem Thema noch in den Sinn: Wir müssen alle Wünsche erfüllt haben. Erst das sei Glück…Alles von einem voll gedeckten Tisch müssen wir ja auch nicht verspeisen, um satt zu werden ,) Und: In seinem Leben Glück haben führt nicht automatisch zum Glücklichsein. Ich kenne Pechvögel, die glücklicher durchs Leben gehen als so mancher, der äußerlich das Glück gepachtet zu haben scheint!
    Du hast wieder eine wunderbare „Glücks“Musik ausgewählt mit dem Zauber von zwei sehr unterschiedlichen Interpretationen! Klasse!

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    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank fürs Mitteilen deiner Gedankengänge. Glücksmusik ist ein schöner Ausdruck. Hier gehen das eher beständige Glück eines über Jahrhunderte erhalten gebliebenen Meisterwerks und das flüchtige Glück einer gelungenen Interpretation Hand in Hand.
      Ja, die Sache mit den Wünschen. Manchmal ist ja der Wunsch schöner als seine Erfüllung. Kommt hinzu, was Wilhelm Busch so treffend formuliert hat: «…denn jeder Wunsch, wenn er erfüllt, kriegt augenblicklich Junge.» Und beim zweiten Beispiel fällt mir Lene Marlin ein, die an ihrem frühen Karriere“glück“ beinahe zerbrochen ist.

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  3. Die Ton-Trägerin sagt:

    Ich hab irgendwann mal beschlossen, den Spruch für mich anders zu deuten. Ich versuche so durchs Leben zu gehen, dass ich Momente des Glücks auch als solche wahrnehme und wertschätze. Das ist ja nicht unbedingt selbstverständlich, weil man manchmal geneigt ist, mehr auf das zu schielen, was vermeidlich fehlt oder wo man hin möchte, als das zu sehen, was man schon hat oder wie es ist. Überhaupt setzt „Glück spüren“ voraus, dass man im Moment ist und nicht permanent im Tun-Modus rumwurschtelt. Und das seh ich dann halt als meine eigene Komponente an, deren Schmied tatsächlich nur ich selbst bin.

    Gefällt 3 Personen

    1. Random Randomsen sagt:

      Herzlichen Dank für deinen anregenden Kommentar. 🙂 Ja, manchmal ist es ganz gut, wenn man die Dinge so zurechtbiegt, dass sie passen. Was du hier beschreibst, ließe sich wohl als filigrane Goldschmiedearbeit bezeichnen. Auf das noch Fehlende zu schielen ist ja auch eine ganz große Fallgrube – so lange man in diesen Bahnen denkt, fehlt ja immer irgendwas. Glück spüren – ja, das Glück hat oft den sanften Klang eines Glockenspiels, und den hört man nicht, wenn man ständig herumhämmert.

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  4. Ulrike Sokul sagt:

    Zum Glück ist hier schon genug gesagt worden, mit dem ich glücklich übereinstimmen kann.
    Und das Klangbild ist eine wahre Augenweide, eine Ohrenzärtlichkeit und ein zeitlos-poetischer Seelenfingerzeig … Gerne habe ich dreimal hintereinander gelauscht und gestaunt.
    Herzensdank für die feinsinnige Präsentation!
    Silberfiligrane Glücksgrüße 🙂

    Gefällt 1 Person

    1. Random Randomsen sagt:

      Herzlichen Dank für diese fein geschmiedete Resonanz, die so silberhell in meinen Ohren klingt. 🙂 Das Klangbild hast du, in seinen verschiedenen Aspekten, sehr schön und treffend charakterisiert. Und es ist insofern ein Glücksfall, als ich bereits ein anderes Klangbild für diesen Beitrag vorgesehen hatte. Dieses Wunderwerk ist mir buchstäblich zugefallen, als ich etwas anderes gesucht (und gefunden) habe. Und damit haben wir hier nun einen Glücksmoment mit Wiederholfunktion. Traumhaft.
      Mit einem verträumten Gutenachtgruß. 🙂

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  5. Maren sagt:

    Hallo! Ein total schöner Beitrag! Hat mir wirklich den Abend versüßt und mich mal wieder zum Nachdenken angeregt. :))…Momentan bin ich mit meiner besten Freundin in nem hotel schenna und wir lassen es uns echt mal gut gehen^^^….das ist für mich gerade wahnsinniges Glück, da wir uns nach langer Zeit wiedergefunden haben und nun die Zeit genießen können! Danke für deinen Beitrag und noch einen schönen Abend! LG Maren

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