Ausnahmeregelung

Ausnahmen, so heißt es, bestätigen die Regel.

Diese Aussage will ich weder in Abrede noch auch nur in Frage stellen. Im Gegenteil. Ich möchte vielmehr verdeutlichen, was dies in letzter Konsequenz bedeutet.

Ausnahmen bestätigen also die Regel. Gibt es besonders viele Ausnahmen, ist die Regel somit besonders nachdrücklich bestätigt. Würde man nun eine Regel formulieren, die NIE zutrifft, gäbe es folglich NUR Ausnahmen von dieser Regel. Diese Regel würde also durch eine lückenlose Kette von Ausnahmen ausnahmslos bestätigt werden. Gut zu wissen!  🙂

 


Klangbild: Malcolm • Bach Before the Mast

George Malcolm • Komposition (basierend auf der Sailor’s Hornpipe)
Keith Emerson • Klavier

Leider ist die Klangqualität bei diesem YT-Video (im Gegensatz zur Originalaufnahme) nicht berauschend. Aber es ist eine originelle Komposition – und sie wird hinreißend gespielt. Also, im Sinne einer Ausnahme…

13 Gedanken zu “Ausnahmeregelung

  1. sternenkind11 sagt:

    Lieben Dank für Deine außergewöhnliche Ausnahmebeschreibung. Das Leben besteht wohl aus einer feinen Aneinanderreihung von Ausnahmen und den Zuständen die daraus erfolgen ;-). Wie gut, dass mensch darauf vertrauen kann ;-). Hab‘ ein Zitat von Isaac Shapiro gelesen, das irgendwie ganz gut zum Umgang mit der Folgeerscheinung der Ausnahme passt ;-):
    Die Art und Weise, in der wir unsere Aufmerksamkeit auf etwas richten, macht den Unterschied zwischen AU und WOW. 🙂

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    1. Random Randomsen sagt:

      Herzlichen Dank für deine feinsinnige Resonanz. 🙂 Die Ausnahme hilft uns ja oft auch, aus dem selbstgebastelten (oder übernommenen) Regelgestrüpp einen Ausweg ins lebendige Leben zu finden. Wenn wir in der immer gleichen Spur rotieren, brauchen wir die Her-Aus-Nahme. Dies kann erschreckend und belebend sein – manchmal gleichzeitig. Au und Wow liegen in diesem Sinne dicht beieinander. 🙂

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      1. sternenkind11 sagt:

        Das hast Du sehr feinsinnig formuliert. Regelgestrüpp kann durchaus die Luft zum Atmen, Beweglichkeit und damit auch Lebendigkeit nehmen. Und manchmal braucht es den Schreck der uns den Mut finden lässt, das Regelgestrüpp zu überprüfen und wenn not-wendig los zu lassen. Her-Aus-Nahme finde ich klasse :-)!!

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        1. Random Randomsen sagt:

          🙂
          Natürlich ist nichts gegen eine gesunde Dosis Regelmäßigkeit im Leben einzuwenden. Aber eben. Das Wort setzt sich ja aus Regel und Mäßigkeit zusammen. Die geregelten Anteile des Lebens können eine Stütze sein – aber wenn das Maß übervoll ist, leidet die Lebendigkeit darunter.

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  2. Mein Name sei MAMA sagt:

    So gesehen wäre ein regelloser Zustand dann wohl der am stärksten reglementierte 😉
    Und es ist schön zu wissen, dass meine Kinder sich durch Nichteinhaltung der vereinbarten Regeln aller unserer Regeln ganz besonders bewußt sind. Auf diese Art lernen sie regelkonformes Verhalten aka Benehmen wenn schon nicht in der Praxis dann wenigstens in der Theorie ganz wunderbar 🙂

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    1. Random Randomsen sagt:

      Ja, es ist sozusagen eine Win-win-Situation, die ganz nonchalant durch die Hintertür hereinspaziert. Entweder werden die Regeln eingehalten – oder sie werden eben durch Nichteinhaltung bestätigt und damit ja auch respektiert. Somit herrscht selbst im größten Chaos noch Ordnung. Zumindest in der Theorie. In der Praxis kann es dann halt durchaus gewisse Ausnahmezustände geben. Abwexlung, eben… 😉

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