Auf dem Holzweg

Die Wege der Sprache sind unergründlich. Zwar lassen sich für viele Wörter Hinweise auf deren Herkunft finden. Bei näherer Betrachtung stellt man dabei aber bald einmal fest: Es handelt sich um Theorien. Die oft dürftigen Fakten sind mit zahlreichen Annahmen verbunden, um ein plausibles Gesamtbild zu erhalten. Manchmal kommt ein weiterer Sprachforscher und liefert eine völlig andere Theorie, die genau so plausibel klingt. Sind nur wenige belegte Fakten vorhanden, bleibt recht viel Raum für theoretische Gespinste. Und der Grund für die dünne Faktenlage liegt auf der Hand. Sprache wurde die längste Zeit fast ausschließlich gesprochen. Das kommt im Wort Sprache ja auch zum Ausdruck. Und noch eindeutiger wird dies in Wörtern wie lingua oder langue, die sowohl Sprache, als auch Zunge bedeuten. Viele Bevölkerungsschichten hatten zwar längst eine Sprache, aber bis vor relativ kurzer Zeit noch keine Schreibe. Und die schreibenden Minderheiten haben unter Umständen auch nicht so geschrieben, wie sie gesprochen haben. Das gesprochene Wort ist also meist schlecht dokumentiert. Und so werden die spärlichen Faktenpunkte durch mehr oder minder qualifizierte Mutmaßungen miteinander verwoben.

Natürlich achtet man darauf, dass eine Theorie plausibel erscheint. Ein Sprachforscher käme nicht sehr weit mit einer Äußerung wie: «Leute, ich weiß, dass das völlig verrückt klingt – aber genau deshalb könnte es wahr sein.» Im wirklichen Leben ist es zwar so, dass die Wahrscheinlichkeit und die Wirklichkeit keine siamesischen Zwillinge sind. Das Problem ist nur, dass die Wahrscheinlichkeit immer den Vorzug erhält. Was bleibt einem anderes übrig? Selbst wenn man genau weiß, dass das Wahrscheinliche nicht immer der Wirklichkeit entspricht, weiß man damit ja noch nicht, wann dies zutrifft. Und so glaubt man, auf der sicheren Seite zu sein, wenn man die Wirklichkeit eher auf Seiten der Wahrscheinlichkeit vermutet. Die meisten von uns haben so etwas bestimmt schon erlebt. Wenn ein unglaubliches Ereignis wirklichkeitsgetreu erzählt wird, bekommt man leicht den Münchhausen-Stempel aufgedrückt, während eine glatte Lüge im verführerischen Gewand der Wahrscheinlichkeit meist roh geschluckt wird.

Bei sprachlichen Angelegenheiten dürfte man oft nicht so schlecht beraten sein, wenn man sich an das hält, was plausibel erscheint. Denn die Menschen wollen ja in der Regel eine Sprache, die sinnvoll ist. Allerdings gibt es Ausnahmen. Manchmal macht die Sprache regelrechte Bocksprünge, wenn beispielsweise ein Ausdruck nicht verstanden wird und die Menschen versuchen, dem als sinnlos empfundenen Ausdruck einen Sinn zu geben. So wurde beispielsweise das französische «tout chic» als «todschick» eingedeutscht. Man mag darüber staunen, dass tout als tod verstanden wird. Aber für jene, die mit dem Wort tout nichts anfangen können, ist das gar nicht so abwegig. Zumal sich todschick wunderbar in eine Reihe mit Ausdrücken wie todernst oder todlangweilig stellen lässt. Etwas verschlungener ist der Pfad von moi tout seul zu mutterseelenallein. Denn die phonetische Eindeutschung von moi tout seul zu mutterseel ergab zwar etwas, das irgendwie vertraut klang (wie Mutter und Seele) – nur war die Bedeutung auf der Strecke geblieben. Also wurde der Ausdruck um das in der ursprünglichen Bedeutung ausgedrückte allein ergänzt.

Ähnliches lässt sich auch beim kindlichen Umgang mit Sprache beobachten. Da wird ein noch unbekanntes Wort gerne durch einen ähnlichen Ausdruck aus dem vorhandenen Wortschatz ersetzt. So habe ich schon live erlebt, wie aus einem Gardeoffizier ein Gartenoffizier wurde. Oder um noch ein norwegisches Beispiel anzuführen: Aus einer aksjeselskap (also Aktiengesellschaft) wird eine Akselselskap – weil der Begriff Aktie dem Kind nichts sagt, es aber den Vornamen Aksel kennt. 🙂

Die Menschen können sehr kreativ sein, wenn es darum geht, sinnlos erscheinenden Ausdrücken einen Sinn zu geben. Dennoch kommt es auch vor, dass die Sprachnutzer sich mit Sinnlosigkeiten zufrieden geben. Ein harmloses Beispiel ist die Wendung auf dem Holzweg sein. Immer wieder begegnet man der Vorstellung, dieser Holzweg sei ein mit Holzbohlen befestigter Pfad (wie auf dem Titelbild). Diese Idee hat nur einen kleinen Schönheitsfehler. Denn die Wendung auf dem Holzweg sein wird in der Regel dann verwendet, wenn jemand ganz und gar daneben liegt. Und genau das ist ja bei diesen holzbefestigten Pfaden nicht der Fall. Oft führen solche Pfade durch sumpfiges Gelände – und solange man die Bohlen oder Planken nicht verlässt, liegt man goldrichtig. Schlimmer kann es werden, wenn man von diesem „Holzweg“ abzweigt (wie ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann). Als Faustregel könnte sogar gelten: So lange man auf dem „Holzweg“ bleibt, ist man nicht auf dem Holzweg.

Bei der Wendung auf dem Holzweg sein ist dagegen ein ganz anderer Holzweg gemeint. Es gibt sogar zwei Arten von Holzwegen, die aber miteinander zusammenhängen. Beide haben mit Holzschlag zu tun. Einerseits ist damit ein Pfad gemeint, der für den Holzschlag angelegt wurde und lediglich ein Stück weit in den Wald führt. Es sind keine Verbindungswege zwischen zwei Orten. Diese Holzwege enden in der Regel in einer Sackgasse. Im besten Fall bleibt einem nichts übrig, als umzukehren. Manchmal sind diese Pfade sogar bereits wieder teilweise überwachsen. Man kommt schlecht voran, streckenweise ist der Pfad überhaupt nicht mehr zu erkennen und man verirrt sich im Wald. In steilen Waldgebieten gibt es aber noch den zweiten Holzweg. Hier gibt es einerseits den Pfad der Holzfäller. Dagegen hat man die Baumstämme meist auf möglichst direktem Weg talwärts rutschen lassen. Und während die von Menschen begangenen Pfade oft nach wenigen Jahren kaum mehr zu finden sind, wächst dort, wo die Baumstämme zu Tal gerauscht sind, oft lange nichts mehr. So kann es leicht vorkommen, dass jemand einen dieser Holzwege für einen begehbaren Pfad hält. 

Abschließend möchte ich allerdings noch ein Beispiel für eine Wendung anführen, die recht häufig verwendet wird, obwohl sie in der heute gebräuchlichen Form schlichtweg unsinnig ist. Es geht hier um die Wendung vom Zünglein an der Waage. Dass hier von einer Waage die Rede ist, wie sie heute nur noch selten benutzt wird, spielt dabei kaum eine Rolle. Bemerkenswert ist dagegen, dass Realität und metaphorische Verwendung gar nicht übereinstimmen. Man ist hier sozusagen auf dem Holzweg. Denn vom Zünglein an der Waage ist meist die Rede, wenn etwas bei einer knappen Entscheidung den Ausschlag gegeben hat. Nehmen wir ein ganz simples Beispiel. 100 Abgeordnete stimmen über einen Gesetzesentwurf ab. A-Partei und B-Partei zählen je 49 Abgeordnete. Die C-Partei steht mit nur 2 Abgeordneten etwas im Schatten. A ist geschlossen für, B einhellig gegen das Gesetz. Die C-Abgeordneten stimmen auch dafür, das Gesetz wird angenommen und in den Zeitungen steht: C-Partei war das Zünglein an der Waage. Seltsamerweise versteht man genau, was damit gemeint ist. Seltsam deshalb, weil die Abgeordneten ja aktiv eine Sache entschieden haben, während das Zünglein an der Waage lediglich anzeigt, in welcher Schale das größere Gewicht liegt.

Dass die Wendung unverdrossen verwendet wird, obwohl sie offensichtlich auf einem falschen Bild beruht, lässt sich damit erklären, dass man sich daran gewöhnt hat. Was einem irgendwie vertraut erscheint, schaut man nicht mehr so genau an. Aber es stellt sich die Frage: Ist die Wendung tatsächlich in dieser Form entstanden? Ich habe da eine etwas andere Theorie. Möglicherweise gab es ursprünglich eine Wendung, die ausdrücken sollte, dass eine Sache noch nicht entschieden sei. Die Wendung beschrieb eine Situation, bei der, bildlich gesprochen, die Waagschalen noch schaukeln. Das Zünglein pendelt hin und her – und noch ist ungewiss, auf welche Seite es weisen wird. Es könnte also eine Redensart gegeben haben, bei der das Zünglein an der Waage im Rahmen einer Metapher verwendet wurde, bei der die Situation in der Schwebe ist. Und mit der Zeit hat die Redensart eine Bedeutungsänderung erfahren. Dergleichen kommt ja immer wieder vor. Zwar kann ich diese Theorie nicht belegen. Aber was so plausibel klingt, kann doch unmöglich falsch sein? Oder?

 


Klangbild: Janaček • Po zarostlém chodníčku (Auf verwachsenem Pfade) I

Leoš Janáček • Komposition
András Schiff • Klavier

Wer gerne das Notenbild vor Augen haben möchte, kommt mit diesem Video auf seine Kosten. Es spielt Radoslav Kvapil.

 

Hinweis zum Klangbild:
Wer hinter der Auswahl des heutigen Klangbildes eine geheimnisvolle tiefere Bedeutung vermutet, ist für diesmal auf dem Holzweg. In erster Linie habe ich es ausgewählt, weil es ein nicht so sehr bekanntes aber durchaus hörenswertes Werk ist. Und der Titel schien mir passend, weil ja viele alte Holzwege längst überwachsen sind.

Ach, übrigens – auch Teil II ist sehr hörenswert:

39 Gedanken zu “Auf dem Holzweg

  1. finbarsgift sagt:

    Erneut absolut brillant, dieser Sprache-Post!

    Mit dem Hinweis auf die wunderschöne Musik Janaceks befindest du dich auf jeden Fall NICHT auf dem Holzweg 🙂

    Ich höre diesen kleinen Zyklus für Klavier immer wieder seeeeehr gerne!

    Wusstest du, dass Teile daraus auch im Film nach Milan Kunderas „die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“ vorkommen?

    Liebe Sommergrüße vom Lu

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    1. Random Randomsen sagt:

      Herzlichen Dank. 🙂 Diese delikate Musik habe ich selber viel zu lange nicht mehr gehört. So gesehen habe ich mir mit diesem Klangbild auch gleich selber einen Gefallen getan. Dass Teile dieses Zyklus aber auch schon als Klangbild für einen Film dienten, war mir bisher nicht bekannt. Da hat der Produzent guten Geschmack bewiesen. Mit einem lieben Nachmittagsgruß. 🙂

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  2. Mäusemamma sagt:

    Interessant, interessant, interessant! Danke für diesen Ausflug in die Welt der Redewendungen! Ich finde es immer hochspannend, wie manche Redewendungen, in meinem Fall ins Italienische übersetzt, voll bedeppert klingen…so wie „Nur Bahnhof verstehen“, „Den Teufel an die Wand malen“ oder „Das geht auf keine Kuhhaut“…Lustig!

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    1. Random Randomsen sagt:

      Herzlichen Dank für dein Feedback. 🙂 Ja, diese idiomatischen Wendungen sind einerseits immer eine sprachlich-kulturelle Fundgrube. Und auf der anderen Seite auch eine Quelle der Heiterkeit, wenn sie wörtlich übersetzt werden. Das Zünglein an der Waage beispielsweise gibt es auch im Norwegischen. Aber mit der Redensart vom Holzweg wäre man in Norwegen voll auf dem Holzweg. 🙂 Auf jeden Fall gibt das Thema noch mehr Beiträge her…

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  3. kinder unlimited sagt:

    Danke für diesen informativen Beitrag. Über den Holzweg hatte ich mir noch nie Gedanken gemacht, aber das Zünglein hatte mich schon immer verwundert und einige Zeit beschäftigt….und ich finde Deine Erklärung so logisch (die hatte ich mir auch gegeben 😉 LG Ann

    Gefällt 4 Personen

    1. Random Randomsen sagt:

      Merci für deine Resonanz. 🙂 Das mit dem Zünglein ist mir, offen gesagt, längere Zeit gar nicht aufgefallen. Irgendwie geben diese Waagschalen und das Zünglein, dass dann eben haarscharf auf der einen oder anderen Seite stehen bleibt, vor dem inneren Auge ein so schönes Bild ab. Aber die Vorstellung einer Bedeutungsverlagerung (und damit Verzerrung) halte ich schon für sehr wahrscheinlich.

      Gefällt 3 Personen

  4. Zeilenende sagt:

    Das kommt mir spanisch vor … Wahr ist doch, worauf wir uns einigen können. Und solange ich dir zustimme, wirst du wohl nicht auf dem Holzweg sein, sondern vielmehr zur Sonne, zur Freiheit watscheln … Ja, watscheln, weil in dem Lied kein Verb vorkommt und ich watschelnde Genossen mit der Spitzhacke über der Schulter … Ich glaube, jetzt bin ich auf einen Holzweg geraten. Nene, deine Beiträge machen immer Fisimatenten.

    😉

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    1. Random Randomsen sagt:

      Das mit den Fisimatenten ist wahr – da bin ich einig. 🙂 Der Grundsatz «wahr ist, worauf wir uns einigen können» funktioniert nur, wenn alle wesentlich Beteiligten diese Einigung unterstützen – sonst ist man leicht auf dem Holzweg. 😉

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  5. kinder unlimited sagt:

    Was ich vergessen hatte zu erwähnen, mir gefällt besonders gut an Deinem Blog, dass immer etwas für fast alle Sinne dabei ist…es ist ein sozusagen Rundumerlebnis 😉 an der olifaktorischen Sache arbeitet man schon seit über 20 Jahren, da wird wohl nicht mehr viel draus 😉

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    1. Random Randomsen sagt:

      Herzlichen Dank – das freut mich sehr. 🙂 Dieses Rundumerlebnis hat sich mit der Zeit so entwickelt und ist mir heute sehr wichtig. Die ersten Beiträge waren in dieser Hinsicht noch staubtrocken. Aber sobald Titelbild und Klangbild ins Spiel kamen, war es mir wichtig, dass da auch ein Zusammenhang besteht. Und es freut mich ausgesprochen, dass das auch so rüberkommt. 🙂
      Vielleicht kann man ja tatsächlich eines Tages durch elektronische Impulse eine Art Geruchserlebnis stimulieren? Aber ich halte mich jedenfalls bis auf weiteres an das, was nachweislich funktioniert…

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  6. ninahagn sagt:

    Genau daran merkt man mal wieder, dass die Sprache etwas Lebendiges ist, das sich nicht von so was unbedeutendem wie Logik einschränken lässt ^^. Und find ich auch gut (auch wenn viele Sprachpuristen da anderer Meinung sind) dass im Gegensatz zu früher der tatsächlich verwendeten Sprache – dadurch eben auch Dingen wie Slang und Umgangssprache – mehr Bedeutung zugemessen wird, denn Sprache ist für Menschen da, nicht umgekehrt. Dass dadurch die eine oder andere Wendung ins Absurde verzerrt wird, muss man mit leben, machts aber auch spannend, wie ich finde. Und was ist schöner, als Herumzutheoretisieren und neue Erklärungen für alte Phänomene zu finden und passioniert darüber zu diskutieren.

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    1. Random Randomsen sagt:

      Wem gehört Sprache? Der schwedische Lingquist Mikael Parkvall erzählt in einem seiner Bücher davon, dass viele Menschen die akademischen Autoritäten (Svenska Akademien, Académie Française, Duden, etc.) für die Quelle halten. Auch wenn diese Wortlisten mit der Zeit eine gewisse Verbindlichkeit genießen – sie schreiben zunächst nicht vor, sondern NACH. Wichtig ist dabei, dass ein Ausdruck eine mehr als nur marginale Verbreitung hat und nicht „eintagsfliegieg“ bleibt. Schönes Beispiel ist das Handy. Außerdem ist selbst in vordergründig nonsensingen Ausdrücken erstaunlich viel Logik vorhanden. [Vielleicht sollte ich da mal einen kleinen Beitrag über Jugendslang schreiben – da sind Humor und Logik oft so miteinander verbunden, dass es eine Freude ist]

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      1. ninahagn sagt:

        Genau darum geht’s mir, das Nachschreiben. Dass meine persönliche Phantasiesprache keinen Anspruch auf Eingang in den Duden hat ist wiederum natürlich auch verständlich ^^. Ach, grad das Handy, ich muss gestehen, ich persönlich tendiere ja dazu, mein Schmachtphone als Handy zu betiteln, aber der Begriff geht tatsächlich mehr und mehr verloren. So ein Beitrag über Jugendslang würd mich allerdings wirklich interessieren 😀

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        1. Random Randomsen sagt:

          Gut, meist lässt sich kaum vorhersagen, welche Ausdrücke sich im täglichen Sprachgebrauch ausbreiten. Der Ausdruck „Handy“ könnte im Duden durchaus bald mit dem Zusatz „obsolet“ versehen werden. Und da sind wir wieder am gleichen Punkt. Dass ein Ausdruck am Aussterben ist, lässt sich ja nicht VORschreiben, sondern erst im Nachhinein feststellen.
          Beim Jugendslang muss ich noch passendes Material sammeln. Aber auf jeden Fall ist es schon erstaunlich, wie hier manchmal Kreativität und Logik zusammenspielen.

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          1. ninahagn sagt:

            Genau, solang wir nicht in die Zukunft sehen können (und wie langweilig wär das denn) wirds wohl spannend bleiben in der Linguistik ^^. Naja, kaum wer ist kreativer als junge Menschen, die müssen sich noch in der Welt zurechtfinden, mit wenig Erfahrung und vielen Optionen. Bin jedenfalls gespannt 🙂

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  7. ninahagn sagt:

    Zum Klangbild drängt sich mir wiederum ein mentales Bild auf (auch ein plausibles, nicht aber zwangsläufig Wahres ^^): Der Herr Komponist sitzt am Klavier und verspielt sich ständig, weil er an dem Tag etwas verschusselt ist ( der Hangover vom Vortag). Nachdem er sich ausreichend geärgert hat findet er aber seinen Humor wieder und denkt sich: „Daraus mach ich was!“ Et voila ;D

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    1. Random Randomsen sagt:

      Die Hintergrundgeschichte zu diesem Zyklus von Janáček kenne ich nicht. Aber besonders bei Musikern, die nach Gehör spielen, kann es schon mal vorkommen, dass eine Passage zwar nicht astrein gelingt, aber irgendwie doch gut klingt. Und daraus kann – auch ohne dass man etwas klauen muss – durchaus etwas Interessantes entstehen.

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  8. PPawlo sagt:

    Da hast du wieder einen sehr anregenden Beitrag geschrieben! Ich freue mich vor allem sehr, wieder an die „Verwachsenen Pfade“ von Janacek erinnert worden zu sein! Vor langer Zeit habe ich sie oft gehört…dann sind sie mir aus den Ohren gekommen…Und trotzdem hat sich die Leitmelodie tief eingeprägt. Ja, mit dem Wort „Sprache“ wird auch das französische Wort „parole“ für „gesprochenes Wort“ verständlicher.
    Zuerst dachte ich ja, du schickst uns (mit) „mutterseelenallein“ und „todschick“ auf den Holzweg! Der Weg ist ja ein viel gebrauchtes Bild für unseren Lebensweg. Ob auf einem Holzweg, oder auf Abwegen, oder auf dem Königsweg, wir sind auf dem Weg und dabei ist oft der „Weg ist das Ziel“ . 😉
    Herzlichen Dank für die wohlschmeckende Wegzehrung!

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    1. Random Randomsen sagt:

      Herzlichen Dank für dein vielseitig-interessantes Feedback. Tatsächlich habe ich die „Verwachsenen Pfade“ selber auch schon viel zu lange nicht mehr gehört. Da kann man sich ja bei der Suche nach einem geeigneten Klangbild sogar selber ein Geschenk machen. 🙂 „Parole“ ist tatsächlich ein spannendes Wort. Möglicherweise kommt der deutsche Ausdruck „eine Parole ausgeben“ eben auch in erster Linie davon, dass man etwas weiterSAGEN soll (im Gegensatz zu eher unpersönlichen Flugblättern). „Word of mouth“, sozusagen. 😉 Irgendwie hat die deutsche Sprache da einen ganz eigenen Humor: Wenn der LebensWEG zu Ende ist, ist man HIN. 🙂

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  9. Ulrike Sokul sagt:

    Da hast Du mal wieder sage und schreibe einen feinen Sprach- und Musikexkurs serviert!
    Ich danke für die amüsante, anschauliche und akustische Horizontbereicherung.
    Als Schmunzelzugabe kann ich noch eine Kindermundepisode kundtun.
    Als kleines, vierjähriges Mädchen schaute ich meiner Mutter beim Ankleiden zu, und als sie sich einen BH anzog, fragte ich ganz unbefangen, ob alle erwachsenen Frauen solch lustige BAUCHSCHUHE trügen … 😉

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    1. Random Randomsen sagt:

      Lieben Dank für deine feine Resonanz. Und auch danke für deine herrliche Zugabe, die ja nicht nur das Amüsante der kindlichen Ausdruckweise zeigt, sondern auch das klare Bedürfnis nach einer vor dem Hintergrund des bisherigen Wissens nachvollziehbaren Logik belegt. [Nebenbei erwähnt eine sehr empfehlenswerte Lektüre für alle Sprachinteressierten. Dieter E. Zimmer – So kommt der Mensch zur Sprache]

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  10. sternenkind11 sagt:

    Wunderbar wie Du Sprache in ihren Facetten erkundest und uns teilhaben lässt! Sehr spannend Deine Theorie bzgl dem Zünglein an der Waage! Auch Deine Ausführungen zur „Bequemlichkeit“ die Wahrscheinlichkeit zu wählen anstatt die Wahrhaftigkeit – brillant! Langsam läufst Du in Sachen Etymologie meinem früheren Englischlehrer den Rang ab ;-). Ich habe seine Stunden geliebt, hätte ewig (fast ;-)) zuhören können :-).

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