Berauschendes Lauschen

Zeilenendes einladender Aufforderung nachkommend, schließe ich mich mit diesem Beitrag Mutterchaosens Blogparade zum Thema Lieblingsgeräusche an. Eine sehr schöne Idee, auf die ich selber nie im Leben gekommen wäre. Obwohl es für mich ein gefundenes Fressen ist. Akustische Phänomene bedeuten für mich Lebensraum. Und das meine ich wörtlich. Genau so wie Architektur als gefrorene Musik bezeichnet werden kann, sind akustische Phänomene für mich eine Art vergeistigter Raum, in dem ich mich, wie in einem Gebäude, bewegen kann. Das gilt natürlich in erster Linie für Klänge. Aber auch Geräusche gehören für mich unverzichtbar zum Leben. Zum Erleben.

Die besondere Beziehung der Menschen zu Geräuschen zeigt sich auch in der Sprache. Viele Geräuschwörter sind lautmalerisch: rauschen • rascheln • zischen • plätschern • gluckern • glucksen • murmeln • knirschen • knuspern • knabbern • quietschen • knurren • schnurren…

Damit meine Lieblingsgeräuschepalette übersichtlich bleibt, habe ich die ganze Kiste ein wenig strukturiert. So bin ich eben. Chronotorisch ordnungsfanatisch. Selbst wenn bei mir nur ein einziger Stift auf dem Schreibtisch liegt, ist dieser garantiert nach Größe und Farbe sortiert. Unfehlbar.

Und damit also zu meinen Lieblingsgeräuschen. Es sind – eingeteilt in vier Kategorien – insgesamt dreizehn Geräusche. Diese hübsche Zahl hat sich – mit liebevoller Unterstützung meinerseits – rein zufällig* ergeben. 🙂

* Manchmal hilft der Zufall uns. Und manchmal helfen wir dem Zufall. Eine Hand wäscht die andere. Und damit haben wir ein schönes Stichwort für die erste Kategorie.

 

Wasser

Die weitaus breiteste Palette meiner Lieblingsgeräusche hat mit Wasser zu tun. Und damit ist auch schon klar, dass es für mich nicht nur das Geräusch an sich ist, sondern die mit dem Geräusch verbundene Situation, die ein Geräusch zum Lieblingsgeräusch werden lässt. Ich liebe Wasser in allen Aggregatszuständen. Das kommt auch in vielen meiner selbstgemachten Beitragsbilder zum Ausdruck. Fließende oder stehende Gewässer, Wolken, Eis, Schnee… Aber eben – das Geräusch allein macht’s nicht aus. Bei Musik ist das ja anders. Klar ist das Konzerterlebnis durch nichts zu ersetzen. Weder vom Klang noch von der Atmosphäre her. Aber auf Tonträgern konservierte Musik ist dennoch viel mehr als Dosenfutter für Klangjunkies. Unter geeigneten Voraussetzungen kann sie ein hochwertiges Klangbild bieten. Und sie ermöglicht ein sehr konzentriertes und vertieftes Hören (auch wenn längst nicht alle von dieser Möglichkeit Gebrauch machen). Bei Geräuschen dagegen geht – zumindest für meine Ohren – Konservieren gar nicht. Es gibt ja auch diese Naturgeräusche CDs. Und wer das mag, mag das mögen so viel sie oder er mag. Aber ich mag da nicht mitmögen…

  • Rauschen
    Der namensgebende Klassiker unter allen Geräuschen. Das Rauschen.
    Regen • Brandung • Wasserfall • Gebirgsbach • Lawine • Brunnen

    Regen kann natürlich viel mehr als ’nur‘ rauschen. Aber mein eindeutiges Lieblingsregengeräusch ist das Regenrauschen im Blätterwald. Untrennbar damit verbunden sind für mich die würzigen Düfte eines frisch beregneten Waldes.

    Meeresbrandung ist ein Geräusch, das klingt, als würde man dem Meer beim Atmen zuhören. Nur Sandstrände finde ich in jeder Hinsicht fad. Ich mag es besonders gern, wenn die Meeresbrandung sich an felsigen Küsten austobt. Oder aber, wenn der Strand mit reichlich Kieselsteinen und Muscheln bestückt ist – das ergibt einen extra feinen, reichhaltigen Brandungsklang.

    Wasserfallrauschen zeichnet sich durch eine unglaubliche Bandbreite aus. Da gibt es diese mächtig donnernden, tosenden und brausenden Wassermassen, die den Erdboden erzittern lassen. Die meisten Wasserfälle rauschen unterschiedlich heftig in vielfältigen helleren und dunkleren Klangfarben. Und bei manchen Wasserfällen erinnert der Klang an ein großzügig dimensioniertes, gutmütiges Plätschern.


    Gebirgsbäche haben weitgehend eine ähnlich rauschende Geräuschqualität wie die Wasserfälle. Und sie sind ja auch die Eltern der meisten Wasserfälle. Sehr attraktiv finde ich Wege, die in Serpentinen einem Wasserlauf entlang führen. Die ständig variierenden Geräusche des Wasserlaufs verbunden mit der stetig wechselnden Distanz zum Gewässer ergeben eine sehr abwechslungsreiche Klangpalette.


    Auch Schneelawinen können ein ähnlich imposant-schönes Rauschen hervorbringen wie mächtige Wasserfälle. Das überrascht nicht. Die Schneelawine ist ja eine Art Sonder-Wasser-Fall. Nur kann es hier manchmal auch zu höchst unerfreulichen Nebengeräuschen kommen.


    Brunnen (jedenfalls die rauschenden Exemplare) halte ich ebenfalls für einen Spezialfall des Wasserfalls. So wie wilde Tiere im Tiergarten eben einem breiteren Publikum zugänglich werden, hat man mit den Rauschebrunnen eine Art Wasserfall für Stadtbewohner geschaffen. Reicht natürlich nicht ans Original heran. Aber besser als gar nix. Viel besser.

  • Plätschern
    Wasser klingt für mein Empfinden immer großartig. Und die Plätscherpalette ist in meinen Ohren eine Geräuschkulisse für Genießer. Ob Quellen, Bächlein oder die zahlreichen Varianten von Plätscherbrunnen – sie alle sorgen für sehr abwechslungsreiche und wohltuende Klangschattierungen. Sie klingen unaufdringlich und in der Regel auch nicht gefahrdrohend.
    Sehr delikat und irgendwie geheimnisumwoben klingen Plätschergeräusche in Höhlen, speziell bei unterirdischen Seen.
  • Trinkwasser
    Ganz besonders beim Trinkwasser liegt das Besondere nicht im Geräusch allein, sondern auch in dessen Bedeutung. Das Geräusch von fließendem Trinkwasser klingt nicht nur ungemein gut. Es ist auch stets eine sehr wohltuende Erinnerung an das Privileg, das wir damit genießen. Frisches Wasser. Zu jeder Tages- und Nachtzeit.
    Mit Kohlensäure versetztes Trinkwasser kann in einem klangfreundlichen Glas sehr feine und attraktive Geräusche erzeugen. Nach meiner Erfahrung funktioniert das am besten mit frisch verkohlesäuertem Frischwasser. Flaschenwasser klingt für mein Empfinden weniger lebendig.
  • Schnee
    Schneehörer sind eher seltene Zeitgenossen. Erstens zeichnet sich Schnee ja durch weltweit weitgehendes Unvorhandensein aus. Und zweitens muss man den allenfalls vorhandenen Schnee auch noch mögen, um sich oft und ausgiebig in diesem Element zu bewegen. Wer mit einem Smilla-Gen ausgestattet ist, kann sich aber an Schnee kaum satthören. Da gibt es weit mehr als Knirschen oder Matschschmatzen beim Gehen im Schnee. Je nach Art der Fortbewegung und abhängig von der Menge und Beschaffenheit des Schnees ergeben sich zahlreiche Variationen. Meist muss man allerdings sehr, sehr genau hinhören um die klanglichen Unterschiede des Schnees zu hören. Und genau das macht Schneegeräusche besonders wertvoll.
  • Eis
    Still und starr ruht der See. Damit ist schon etwas Wesentliches ausgesagt. Eis ist kein Klassiker unter den Geräuschkulissenerzeugern. Und Eislauschen gehört weltweit wohl auch nicht zu den 333 beliebtesten Freizeitaktivitäten. Aber Eis kann sehr spannende Geräusche hervorbringen. Manchmal muss man allerdings ein wenig nachhelfen. Aber das ist ja beim Glück und ähnlichem Zeugs auch nicht anders. Ganz einfach und ungefährlich lässt sich Eishören zuhause veranstalten. Eiswürfel in ein Glas Wasser geben. Oder umgekehrt – Eiswürfel ins leere Glas und dann mit Wasser übergießen.
    Ein Klangerlebnis der besonderen Art – allerdings von einer Vielzahl von Faktoren abhängig – ist die Fahrt mit einem Boot auf einem See, den der Nachtfrost mit einer dünnen Eisschicht überzogen hat (so wie auf dem Titelbild). Überirdisch.
  • Stille
    Obwohl es den Ausdruck ‚Stiller Ozean‘ gibt, würde man Wasser wahrscheinlich eher nicht mit Stille in Verbindung bringen. Wasser ist ein sehr vielseitiger und ausdauernder Geräuschverursacher. Auf der anderen Seite kann Wasser aber auch als Schallschlucker wirken. Dies gilt für Nebel und vor allem für Schnee – insbesondere bei starkem Schneefall. Natürlich ist es bei Nebel oder Schneefall nicht immer gänzlich still. Aber die Umgebungsgeräusche werden gedämpft – und das ist schon viel wert. Aber manchmal, wenn es eh schon still ist…dann setzt starker Schneefall ein…und man kann buchstäblich hören, wie die Stille sich verändert. Einzigartig.

 

Lebewesen

In dieser Kategorie habe ich viele erste Gedanken verworfen. Lachen beispielsweise kann ein sehr schönes und angenehmes Geräusch sein. Aber eben – es kann. Das Gegenteil ist auch nicht selten der Fall. Ähnliches gilt für Vogelgezwitscher. Einiges klingt wie Musik. Aber auch hier gilt – das Gegenteil ist nicht selten der Fall. Deshalb habe ich hier drei Geräusche ausgewählt, die für mich fast ausschließlich positiv besetzt sind. 

  • Knuspern
    Ob knäckebrotknuspernde Kinder oder karottenknabbernde Kaninchen. Knuspern gehört für mich zu den Wohlfühlgeräuschen. Das mag ein Stück weit damit zu tun haben, dass Nahrungsaufnahme ein Gefühl der Geborgenheit vermittelt. Aber einige Nahrungsaufnahmegeräusche – etwa Schmatzen oder Schlürfen – können durchaus lästig oder sogar ekelig wirken. Knuspergeräusche dagegen haben eine diskrete Note. Knuspern schafft zudem einen ganz bemerkenswerten Spagat zwischen emsig und bedächtig. Knuspern setzt einen gewissen Eifer voraus. Es ist nicht diese ‚morgen-ist-auch-noch-ein-Tag Bedächtigkeit‘ wiederkäuender Kühe. Auf der anderen Seite ist Knuspern auch meilenweit entfernt von gierigem (Ver)Schlingen. Und letztlich legt das Knuspergeräusch auch Zeugnis ab für eine vorteilhafte Konsistenz des Geknusperten. Was geknuspert wird, ist weder matschig noch zäh. Echtes Knuspergut ist hart – wie das Leben. So gesehen ist Knuspern eine durch und durch ehrliche Lebensäußerung.
  • Zeichnen
    Das Geräusch von Zeichenstiften auf Papier empfinde ich als sehr angenehm und beruhigend. Das ist irgendwie überraschend. Denn ich verbinde damit keine persönlichen Erfolgserlebnisse. Eine Beschreibung meiner zeichnerischen Karriere würde wahrscheinlich treffenderweise den Titel ‚Waterloo‘ tragen. Dennoch. Ich könnte stundenlang Menschen beim Zeichnen zuhören. Auch wenn sie sich klanglich deutlich unterscheiden – es bestehen doch Parallelen zwischen Knusper- und Zeichengeräuschen. Auch das Zeichengeräusch ist eher dezent. Auch beim Zeichnen besteht diese Kombination von Eifer und Bedachtsamkeit. Speziell aber umgibt die Zeichnenden oft eine Aura der Konzentration, die körperlich fühlbar und vielleicht sogar ein klitzekleines Bisserl hörbar ist. Und während Zuschauer beim Zeichnen von manchen als störend empfunden werden, bleibt man als Zuhörer diskret im Hintergrund.
  • Schnurren
    Hier muss ich wohl oder übel gewisse Vorbehalte anbringen. Denn erstens handelt es sich beim Schnurren um eine bewusste Lautäußerung auf einer Höhe mit Singen und Musizieren. So gesehen wäre das Schnurren also nicht als Geräusch zu bezeichnen. Aber ich will hier kein Schubladisierkleingeist sein. Schnurren hört sich einfach gut an. Basta. Und ob Geräusch oder nicht – Schnurren ist auch nicht lediglich eine Lautäußerung. Körperkontakt beispielsweise ist dabei eine wichtige Komponente. Schnurren ist ein sinnliches Gesamtkunstwerk. Und Schnurren könnte man durchaus als Hohelied der Zivilisation bezeichnen. Durch das Schnurren von Katzen können zumindest einige Menschen zumindest temporär zu zivilisiertem Verhalten bewegt werden. Und das ist ein guter Start in einer Welt, in der Zivilisation sehr oft höchstens wie eine Art oberflächlicher Dekokram daherkommt.

 

Technik

Technische Geräusche taxiere ich überwiegend als Lärm. Und Lärm liebt wahrscheinlich kaum jemand. Wenn schon, würde jemand den Lärm eben gar nicht als Lärm auffassen. Aber es gibt einige Ausnahmen. Gut, die technischen Geräusche sind nicht meine allerliebsten Lieblingsgeräusche. Aber die folgenden Geräusche lasse ich durchgehen.

  • Staubsauger
    Okay, es gibt Staubsauger, die sind so laut, dass dir die Schädeldecke wegfliegt. Davon möchte ich hier lieber nicht reden. Aber wenn es sich um einen einigermaßen ‚zivilisierten‘ Staubsauger handelt, strahlt das Staubsaugergeräusch eine gewisse Geborgenheit aus. So klingt zuhause. Möglicherweise eine pränatale Prägung.
  • Waschmaschine
    Auch hier macht wahrscheinlich nicht das Geräusch allein die Vorliebe aus. Ich mag den Geruch frisch gewaschener Wäsche. Und das Waschmaschinengeräusch bedeutet ja: Bald ist es wieder so weit. Aber unabhängig davon finde ich, dass dieses in der Regel unaufdringliche Motorensummen verbunden mit dem rhythmischen ‚Platsch-platsch-platsch‘ des Wäschetrommelinhalts irgendwie eine meditative Qualität aufweist.
  • Elektrische Zahnbürste
    Ein hochfrequentes und nicht besonders lautes Surren. Angenehm auch deshalb, weil man das gute Stück ja nicht stundenlang benutzt. Ich jedenfalls nicht. Jedenfalls nicht am Stück. Und vor allem ist dieses Geräusch mit einem sehr sinnlichen Erlebnis verbunden. Mit gutem Grund nenne ich die elektrische Zahnbürste Hirnkastlvibrator. 😉

 

Donner

Sehr laute Geräusche – und ganz besonders Knallgeräusche (etwa von Schusswaffen oder Sprengkörpern) – sind mir ganz und gar zuwider. So richtigen, echten Gewitterdonner liebe ich dagegen sehr. Deshalb ist mein absolutes Lieblingsgeräusch in der Kategorie ‚Donner‘ (Sir Preiß, Sir Preiß) …

  • Donner
    Bereits das ferne Grummeln und Grollen finde ich sehr attraktiv. Es klingt vielversprechend. Nur – manchmal verspricht es leider zu viel. Es kommt näher. Das soll es ja auch. Aber dann lässt es schon wieder nach. Und das soll es eben nicht. Im Gegensatz zu allen anderen Geräuschen mag ich es beim Donner laut. Sehr laut. Es soll ordentlich krachen. Das muss man nicht nur hören, sondern auch spüren.
    Und natürlich ist auch Donner viel mehr als nur ein Geräusch. Dieses Reinigende – und die oft mit einem Gewitter einhergehende Abkühlung. Unvergleichlich.

Klangbild: Maurice Ravel • Ondine
Ivo Pogorelich • Piano

 

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19 Gedanken zu “Berauschendes Lauschen

  1. Zeilenende sagt:

    Respekt, Respekt. Das war nicht nur eine lange Liste, das war ja eine Melange aus Klang- und Sprachkunstwerk. Vor Allem beim Knuspern hast du dich in dichterische Höhen geschwungen, dass ich in Sorge war, dir könnte da oben die Luft ausgehen und du müsstest mit einem leisen Seufzen endgültig schließen.
    Doch weit gefehlt, da folgten dann noch weitere Höhepunkte, inkl. die (leicht schrullige) Liebe zu bestimmten Haushaltsgeräuschen, die man wohl nur in Verbindung mit einem gewissen Putzfimmel goutieren kann. Bevor ich am Ende Belanglosigkeiten plätschern lasse, gehe ich ich jetzt Knäckebrot mit Karotten knabbern.

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    1. Random Randomsen sagt:

      Herzlichen Dank für die Blumen. 🙂 Da war ich wirklich ganz in meinem Element – deshalb ist der Beitrag etwas umfangreich geworden. Und bei diesem Thema konnte ich einfach nicht widerstehen, die lautmalerischen Aspekte auszukosten. Insgesamt war es für mich sehr interessant, ausnahmsweise meine außermusikalische Klangwelt ein wenig auszuloten.

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  2. Ulrike Sokul sagt:

    Lieber Beat,
    hier werde ich ja ganz schön geräuscheberauscht von Dir … 😉
    Wie fein und schön Du uns Deine tönende Vorratskammer öffnest, sie KLANGVOLL mit Worten illustrierst – ein OHRENSCHMAUS!
    Beim wässrigen Element bin ganz im Einklang mit Dir, auch beim Schnurren, Zeichenstifttönen und beim DONNER.
    Ich mag außerdem das raschelige Geräusch, das BAMBUSblätter im Wind machen, überhaupt Blätterrauschen und den schwirrenden, sirrenden Ruf der Mauersegler (eines der SOMMERgeräusche überhaupt).
    So werde ich die nächsten Tage – ganz OHR – nachspüren, was ich sonst noch für Lieblingsgeräusche finde.
    Schneeleise Grüße von Ulrike 🙂

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    1. Random Randomsen sagt:

      Herzlichen Dank, liebe Ulrike, für diese berauschende Resonanz. 🙂 Bisher hatte ich mich noch ein keiner Blogparade beteiligt und auch nicht wirklich eine genaue Vorstellung davon. Aber das Thema Lieblingsgeräusche – unwiderstehlich.
      Es freut mich, dass du dich mit so vielen meiner Geräuschfreunde anfreunden kannst. Bambusblätterrascheln kenne ich nicht. Den Ruf der Mauersegler dagegen schon. 🙂 Blätterrascheln ganz generell finde ich auch schön – aber bei starkem Wind sind Nadelwälder unvergleichlich.
      Ich bin zuversichtlich, dass du noch etliche wunderbare Lieblingsgeräusche aufspüren wirst – wenn man erst mal damit anfängt…
      Und hier noch ein nicht ganz schneeleiser Abendgruß: https://youtu.be/_5KoK9TYON4

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      1. Ulrike Sokul sagt:

        Habe gerne bei Dir resoniert 🙂 .
        Ich hatte einst Bambus im Garten, daher bin ich mit diesem ganz speziellen, irgendwie papiernen Raschelgefächer der Bambusblätter vertraut.
        Dein lieber musikalischer Abendgruß ist mal wieder in Germania nicht abrufbar …
        Trotzdem ganz harmonische Grüße von mir an Dich 🙂

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        1. Random Randomsen sagt:

          Bambus im Garten? Da gehört er wahrscheinlich auch hin. Ich hatte mal einen im Topf als Zimmerpflanze. Aber der wurde nicht sonderlich alt. :/ Am besten gedeiht bei mir der Weihnachtskaktus.
          Nicht das erste Mal, dass ein Kissin-Video nicht funktioniert. Wird an der Plattenfirma liegen. Zweiter Versuch – diesmal mit Valentina Lisitsa. Erst noch mit Bild und auf einem Bösendorfer: https://youtu.be/Ob8Q2yn8UqM

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          1. Ulrike Sokul sagt:

            Der Bambus in meinem Garten war von der streuenden Sorte. Wenn ich ihn nicht vor einigen Jahren professionell mit Stumpf und Stiel und Wurzelgeflecht hätte roden lassen, gäbe es nur noch Bambus in meinem Garten. Er bildete zwar eine schöne optische und akustische Kulisse und einen asiatischen Flair, aber er war einfach zu INVASIV. Ich würde NIE wieder Bambus pflanzen, höchstens im Topf, wo man sein Wachstum kontrollieren und begrenzen kann.
            Danke für den Ersatzlink, den ich nun hören können durfte. Das ist ein sehr lebhaftes, musikalisches Schneeflockentreiben und interessant, wie sich die Töne „vermehren“ (kann man das so ausdrücken?) …

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            1. Random Randomsen sagt:

              Hm. Ich stelle mir das ziemlich unerfreulich vor. Zunächst freut man sich doch, wenn so etwas wunderbar wächst und gedeiht. Da fällt der Entscheid bestimmt nicht leicht, das letztlich komplett zu entfernen.
              Spannend beim Liszt-Stück ist ja auch, wie ein nicht in erster Linie akustisches Phänomen hier in ein Klanggebilde übersetzt wird. Dass sich die Töne ‚vermehren‘ finde ich treffend ausgedrückt – wenn es nach vermehren klingt, haben Komponist und Pianist(in) ihren Job perfekt gemacht.
              Nun bin ich richtiggehend süchtig geworden und habe mir unzählige Chasse Neige Aufnahmen angehört. Es gibt ja zahlreiche berühmte Star-Aufnahmen. Ich möchte aber noch einen eher wenig bekannten Pianisten empfehlen. Adrian Brendle spielt diese Etüde mit sensibler Musikalität und großer Ausdruckskraft. https://vimeo.com/18572995

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            2. Ulrike Sokul sagt:

              Anfänglich fand ich das Bambuswachstum auch erfreulich … nun habe ich für die nächsten zehn Gartenjahre immerhin zahlreiche nützliche Bambusstangen, aus denen ich Rankgitter & Co basteln kann.
              Die Aufnahme von Adrian Brendle gefällt mir besser, sie ist so wunderbar changierend zwischen Empfindsamkeit und Leidenschaft.
              Ich danke Dir sehr für die regelmäßige Erweiterung meines musikalischen Horizontes. 🙂

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            3. Random Randomsen sagt:

              Noch dazu lokal produzierte Bambusstangen. Ist ja auch eine feine Sache. 🙂
              Da hast du einen der großen Pluspunkte bei Adrian Brendle schön beschrieben. Und durch diese Spielweise ergibt sich auch ein besonders ’naturnahes‘ Schneetreiben. Und ich freue mich immer wie ein Schneekönig, wenn ich ein altbekanntes Stück auf bisher ‚unerhörte‘ Weise spielen höre.

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            4. Ulrike Sokul sagt:

              Mein lieber Schneekönig 😉 ,
              ja, und garantiert biologisch angebaut und wieder biologisch abgebaut. Die Profigärtner haben sich mit dem Wurzelgeflecht abgerackert, und ich habe tagelang Blätter von den Bambusstielen abgeschnitten und die Stengel ungefähr nach Größe sortiert gebündelt.

              Ein Aspekt der UNENDLICHKEIT von Musik ist, daß sie immer wieder neu interpretiert, variiert und gespielt werden kann.
              Ich erinnere mich, wie ich einst in KÖLN bei Saturn in der damals noch riesigen KLASSIKABTEILUNG stand und mir klar wurde, daß ich das niemals ALLES würden hören können. SEUFZ!

              Tauschneegrüße von der Bücherfee 🙂

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            5. Random Randomsen sagt:

              So ist es bestimmt ein gutes Gefühl für die Bücherfee, wenn der (vielleicht schweren Herzens) entwurzelte Bambus anderen Pflanzen Halt bietet.
              Musik ist zudem auch eine sehr gemeinschaftliche Kunst. Keine Einzelperson kann sie besitzen und in einen Safe schließen. Vielleicht ein Original-Manuskript – aber nicht die Musik. Und die Musik bedarf der Menschen, die sie immer wieder neu erschaffen. Manchmal erscheint das als Nachteil. Sie kann jahrzehntelang in der Versenkung verschwinden. Aber sie kann in jedem Augenblick zu neuem Leben erweckt werden.
              Ein ähnliches Saturn-Erlebnis hatte ich in Frankfurt. Das war vor ziemlich genau dreißig Jahren. In der Regel habe ich aber doch am liebsten in ‚Plattenbordellen‘ eingekauft.
              Kristallklingelschneegrüße vom Schneekönig

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            6. Ulrike Sokul sagt:

              Gerne habe ich den Bambus nicht entfernen lassen, aber es war notwendig, und, ja, die Resteverwertung als Rankhilfe für andere Pflanzen war ein Trost.

              Die Noten sind einmalig, aber die Musik ist vielfältig, da sie immer wieder gespielt werden kann. Und ohne Hinhörer ist die Musik auch nicht so ganz rund, also bedarf es der aktiven und passiven Musiküsse.

              Meine Saturn-Musiküberwältigung war vor zwanzig Jahren. Ich habe so lange, wie es mir möglich war in einem örtlichen kleinen Plattenladen meine CDs gekauft und bestellt. Wir haben in Solingen seit Jahrzehnten einen ganz tollen Musikverkäufer, der – kein Scherz – D’Amore heißt, und der sich in allen Genres auskennt. Diesem bin ich von Laden zu Laden nachgedackelt. Inzwischen arbeitet er im Solinger-Saturn und kleine Plattengeschäfte sind ausgestorben.
              Schlittenglöckchenklingelgrüße von der Bücherfee

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            7. Random Randomsen sagt:

              Die Rolle der passiven Musiküsse sollte man definitiv nicht unterschätzen. Ganz elementar deshalb, weil sie Konzertkarten und Aufnahmen kaufen – und ohne Einnahmen hätte auch der aktivste Musikus bald ausgeküsst. Besonders wichtig aber ist diese subtile Wechselwirkung zwischen Musiker(n) und Publikum. Und die hat durchaus nicht nur mit Art und Umfang der gespendeten Beifallsäußerungen zu tun. Da ist Magie im Spiel.
              Ja, die kleinen Plattengeschäfte wurden inzwischen fast ausnahmslos plattgemacht. Der von mir favorisierte ‚Bordell-Typus‘ wurde meist von Einzelkämpfern betrieben. Oft in einem winzigen Lokal. Und dort herrschte ein seliges Durcheinander, in dem kein Mensch sich zurechtfinden konnte. Oder doch. Einer.

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            8. Ulrike Sokul sagt:

              Musiker, Sänger und Publikum befinden sich bei einem Konzert oder einer Oper etc.gewissermaßen in EINEM Seelenraum und interagieren auf subtile Weise miteinander. Das sehe bzw. höre ich genauso magisch wie Du.

              Ich finde nur schade, daß das Publikum oft zu früh applaudiert. Ein ganz tiefer Atemzug Stille geHÖRT für mich zum AusKlang dazu und zu früheifriges Klatschen zerstreut diesen lautlosen NachKlang.

              Bis Ende der 80er-Jahre hatten wir auch solch einen kleinen, überfüllten Plattenladen, dort habe ich in der Oberstufenzeit meine David-Bowie-Scheiben erstanden.

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            9. Random Randomsen sagt:

              Diese respektvolle Stille hat leider Seltenheitswert. Bei einer virtuosen Zugabe ist das ja weniger tragisch. In vielen Fällen ist das Trampeltiergehabe aber schon fragwürdig.
              Es gibt eine in jeder Hinsicht beeindruckende Aufnahme der 9. Sinfonie von Mahler mit Claudio Abbado und dem Lucerne Festival Orchestra. Die minutenlange Stille nach diesem langen und erschütternden Werk ist so intensiv, dass es sogar in der Youtube-Aufnahme [https://youtu.be/9ALaAuK_Foo] spürbar ist.
              Ich glaube, die dort anwesenden Menschen (sowohl Orchester als auch Publikum) werden diesen Moment nie im Leben vergessen.

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  3. stern21 sagt:

    Chasse Neige (übersetzt: Schneepflug) gefällt mir. Ein Gerät, das den Schnee jagt und damit irgendwie lebendig wird. Ich habe es nachgeschlagen und bin dabei auf ´chasse neige à fraise` gestoßen. Bei `fraise` denke ich natürlich sofort an Erdbeere. Schneepflug? Erdbeerfeld? Allen technisch Interessierten, auch völlig ohne Französisch-Kenntnisse, ist natürlich direkt klar, dass es sich hier um eine `Schneefräse` handelt. Also um eine Schnee-Erdbeere. 😉

    Gefällt 2 Personen

    1. Random Randomsen sagt:

      Schnee-Erdbeere ist ein ganz schöner Ausdruck. Erinnert natürlich auch an Erdbeereis oder Erdbeeren mit Schlagsahne (von wegen dem Schneebesen).

      Und der Pflug als Jäger gibt schönes Kopfkino:
      Der Schnee treibt über Stock und Stein
      Der Schneepflug jagt stets hinterdrein
      Es wirbelt rasch davon der Schnee
      Doch ist der Pflug bald da, oje!
      Der Schnee lässt sich nicht leicht erjagen
      Der Schneepflug muss sich mächtig plagen
      Liszt hilft dem Schnee zu kurzem Glücke
      Dann presst der Schneepflug ihn mit Tücke 😉

      Eine schöne ‚chasse-neige‘ Variante gibt’s beim Skifahren. Die ist allerdings definitiv etwas gemächlicher… 🙂

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