Los! op. 1 • Nina und die Fischköppe

Meine Damen und Herren,
wir nähern uns der ersten Station unserer musikalischen Weltreise in der neuen Rubrik Los!

Bevor wir anlegen kurz einige Erläuterungen, die für alle Los!-Beiträge gelten:
Idee und Spielregeln sind im Beitrag Los! erläutert
Die blaue Schaltfläche als Zugang zu den Musikbeiträgen bleibt auch hier wie gewohnt bestehen. Allerdings habe ich sie optisch ein wenig umgestaltet und erweitert.
Alle übrigen Links erscheinen in roter Textfarbe.
Diese Rubrik ist offen für Gastbeiträge. Wenn meine Gäste eigene Texte beisteuern (was sehr willkommen aber nicht Pflicht ist), werde ich diese entsprechend kenntlich machen. Eigene Anmerkungen meinerseits erscheinen dabei (wenn überhaupt) in eckigen Klammern mit dem Hinweis [RandomsKren…].

Und damit sind wir – auf Einladung von Nina Hagn – in…äh…der Name der Stadt ist mir leider entfallen, aber jedenfalls ist es die Hauptstadt des bundesdeutschen Bundeslandes Hamburg. 🙂
Zunächst einige sehr aufschlussreiche und teilweise überraschende Informationen der Reiseleiterin. Anschließend die klangbildliche Hauptperson mit Text. Und abschließend eine Kurzbiographie der Klangbildner.
Bitte sehr!

O-Ton Nina Hagn

Mein Bezug:
Ich habe 4 Jahre lang in Hamburg gewohnt (und oft vermisse ich es heute noch) und verbinde viele schöne (natürlich auch viele nicht so schöne) Erinnerungen damit. Gerade die allererste Zeit (mit Weichzeichner und rosa Farbfilter überlagert, ich war ja frisch verliebt) ist mir als sehr wild, verrückt und schön im Hinterstübchen geblieben. Ich wurde von allen sehr herzlich aufgenommen, meine österreichische Herkunft hat mir natürlich einigen, allerdings nie bös gemeinten, Spott beschert, aber die Fischköppe haben das Echo gut vertragen und im Großen und Ganzen hab ich sie als ein sehr offenes Völkchen wahrgenommen. Klar haben sie auch ihre verschwiegenen Ecken, die sie nicht gleich jedem Dahergelaufenen zeigen, aber darauf hat auch jeder ein Recht, finde ich. Aber gerade als jemand, der aus Österreich (noch dazu ursprünglich aus der Ecke Salzburg) kommt, empfand ich diese Offenheit als extrem erfrischend und gerade das vermisse ich oft hier in Wien.

Die Region:
Naja, Hambuich eben ^^ Hansestadt, viel (vor allem auch Sub-)Kultur, horrende Mietpreise (womit wir bei dem Grund wären, warum ich nicht mehr dort wohne) geniale, große Parties… Hamburg ist nun nicht wirklich unbekannt. Musikalisch würde ich sagen ist es so vielfältig wie andere Großstädte, da ist alles vertreten.

Was natürlich auch bekannt ist
Hans Albers – Auf der Reeperbahn Nachts um halb eins
kommt man nicht dran vorbei ^^.

Die Musik:
Eine Übersetzung des Textes dürfte recht überflüssig sein ^^, nur eine kleine Erläuterung:

„JaJa“ bedeutet hier in Österreich doch etwas recht anderes, weshalb ich in Hamburg oft sehr schief angeschaut wurde, wenn ich das von mir gab. Hier heißt es einfach soviel wie „passt schon“, im schlimmsten Fall gibt man damit zu verstehen, dass man den anderen nicht ganz ernst nimmt, normalerweise drückt man damit aus, dass man etwas schon gehört hat und deshalb keine weiteren Erklärungen dazu will. Da oben im Norden allerdings bedeutet das „Leck mich am Arsch“ und ist entsprechend doch etwas aggressiver, was die schiefen Blicke erklärt.

Und nun – mit herzlichem Dank und tosendem Applaus an die Reiseleiterin Nina Hagn – geht es zum musikalischen Teil der Reise.

In Hamburg sagt man JaJa

play-caracho-jaja

Ich bin neu hier,
na und? Ich bin zugezogen.
Aber dat gefällt mir echt gut hier,
so mit dem Hafen, den Wellen und den Bojen.
Und die Luft ist frisch
und hier gibt et Fisch.
Die Leute sind zwar komisch,
doch das ändert sich bald sicherlich.
Also geh ich in ne Kneipe und ich sag:
„Ey, ich bin der Pitter!“
Keiner verzieht ne Miene,
keiner grüßt Meister Pitter.
Ich sag: „Ich hätt‘ gern ’n Kölsch oder Weizen oder wat trinkt man hier?“
Er sagt: „Wir haben hier keine Brause, wir haben hier nur Bier!“

In Hamburg sagt man Jaja! Ja ja ja ja ja!
In Hamburg sagt man Jaja! Ja ja ja ja ja!
Du in Hamburg sagt man…
In Hamburg sagt man…

Ich trink sein Bier,
er fragt: „Wo kommst du überhaupt her?
Du kommst bestimmt aus Bayern!
Na, fühlst du dich wohl bei uns am Meer?
Wir sind Hanseaten, das ist eine Weltstadt hier!“
Ich sag: „Ne Kirche und ’n Fluss und nen Hafen haben auch wir.
Nur unsere Kirche ist größer, die hat Übermaß!“
Er sagt: „Unser Dom ist bunt und schrill und die Leute haben Spaß!“
„Von wegen Spaß – ihr habt keinen Karneval!“
Er sagt: „Hier lacht man, wenn’s was zu Lachen gibt,
wir brauchen keinen Maskenball.“

In Hamburg sagt man Jaja! Ja ja ja ja ja!
In Hamburg sagt man Jaja! Ja ja ja ja ja!
Du in Hamburg sagt man… Ja!
In Hamburg sagt man…

Drei Jahre später sitzt ich hier wieder in der Kneipe,
da kommt doch einer rein und sagt: „Helau! Ich bin der Eike!“
und dann bestellt der arme Kerl auch noch ’n Weizen, statt ’n Bier.
Ich sag zu ihm: „Meiner Lieber, du kommst wohl nicht von hier;
Erstens heißt das ‚Moin‘ und zweitens gibt’s hier keine Brause!“
Da schaut der Wirt mich an und sagt:
„Du machst jetzt eine Pause!
Spiel mal nicht den Dicken,
wir sind hier liberal!
Nur weil du hier länger wohnst
bist du noch lang kein Original!“

… Jaja! Ja ja ja ja ja!
In Hamburg sagt man Jaja! Ja ja ja ja ja!
Du in Hamburg sagt man … Ja!
In Hamburg sagt man …

In Hamburg sagt man Jaja! Ja ja ja ja ja!
In Hamburg sagt man Jaja! Ja ja ja ja ja!
Du in Hamburg sagt man … Ja!
In Hamburg sagt man …

Caracho Bandgeschichte

Caracho – die Elektropunk Band aus Hamburg, besser bekannt als Hamburgs schnautzbärtige Blondinen. 2006 haben sich Sänger Sven Lauer, DJ Omo Bewarder und Saitenmann Ivo Vossen als Überraschungsgag für eine Party spontan gegründet. 2008 erscheint ihr erstes Album „Lass Uns Bambi Spielen“ auf dem eigenen Label „oneeyedcharlie“ und sie huldigen ihrer Heimatstadt mit einer Hymne, der ersten Single „In Hamburg Sagt Man JaJa“. Für ihre zweite Singleauskopplung „Schwarze Katze“ kollaborierten Caracho mit dem britischen Duo Right Said Fred, initiierten dafür ein denkwürdiges Schlammcatchen-Video mit den Beiden und landeten mit dem Song auf hiesigen Dancefloors einen Achtungserfolg. Für die spektakulären Liveauftritte, die eher an ein Happening erinnern, holen sie die Katze (Sonja Lauer) in Latexkostüm und das legendäre Bambi (Tobias Hermann) als Performance Acts mit auf die Bühne. Bundesweit von sich reden macht das Trio mit ihrer „Tour Le Dispo“ (2008, 2010), eine Guerillakonzertreihe in der Tradition von Flashmobs, die kurzfristig über das Internet und soziale Netzwerke angekündigt werden. Sie bespielen EC-Automaten-Räumen von Banken deutscher Großstädte, um auf Missstände der Kulturpolitik hinzuweisen. „Zu wenig Raum für Musik? – Dann nehmen Musiker eben öffentlichen Raum ein für ihre Kunst.“ Mit der „Caracho Tour Le 3-2-1 Die Stadt ist meins“ zeigen Caracho ihre Solidarität mit der Protestbewegung im Hamburger Gängeviertel. Dass politisches Engagement, Kunst und Spaß sich durchaus vereinen lassen, haben die drei Hamburger damit endgültig bewiesen. Ende 2010 wechselt die Besetzung an den Drums, Henning Brandt verlässt die Band und wird durch Jan Ole Jönsson ersetzt. 2011 erscheint das zweite Studioalbum „Die Jagd Beginnt!“ – Breakbeats und Hardcoregitarren, jede Menge Humor, aber auch gezielt platzierte kritische Töne scheuen die Hamburger nicht. Mit ihrer Mischung aus Spontaneität und Konzept, aus Kunst und Klamauk, Electro-Beats und Euphorie garantieren Caracho seit Jahren freie Meinungsäußerung und gnadenlose Partystimmung.
(Quelle: eventim.de)


Weblinks ninahagn:
Monthly Creativity auf WordPress
ninahagn auf DeviantArt

Weblink Caracho:
Caracho Official Homepage


Titelbild • JaJa!!! • © Caracho

 

9 Gedanken zu “Los! op. 1 • Nina und die Fischköppe

  1. ninahagn sagt:

    War wirklich schön, dieser Ausflug ins Sentimentalland, danke für die Gelegenheit 🙂 (auch wenn ich akut ein Bisschen Heimwehgeplagt bin nach den Fischköppen ^^)
    Bin schon gespannt, was es noch so geben wird in der Los! Rubrik.

    Gefällt 1 Person

    1. Random Randomsen sagt:

      Da kann durchaus Wehmut aufkommen bei der Erinnerung an eine Wahlheimat aus einem ‚früheren Leben‘. 🙂 Das ist ja irgendwie seltsam, dass man manchmal gleichzeitig vor- und rückwärts gehen möchte…
      Der Beitrag zeigt Hamburg aus einer überraschenden Perspektive und auch mit einer spannenden sprachlichen Komponente. Wobei der Hans Albers Link noch zusätzlich einen schönen Abstecher in eine andere Zeit bietet.
      Danke fürs Rebloggen – und vor allem ein herzliches ‚Merci!‘ für deinen erfrischenden Beitrag, der so wunderbar zum Los!-Konzept und zu meinem übrigen ‚Blog-Kram’ passt.

      Gefällt 1 Person

      1. ninahagn sagt:

        Du sagst es…
        Die Albers Geschichte ist im Prinzip ein geflügeltes Wort/ Lied, ich weiß nicht, wie oft irgendjemand beim Thema Kiez u.ä. angefangen hat, das zu singen ^^
        Bitte bitte, gern. Hat Spaß gemacht 🙂

        Gefällt 1 Person

  2. stern21 sagt:

    Moin! Besten Dank an die Reiseleiterin Nina Hagn für dieses sympathische, quicklebendige, abgedrehte Hamburg-Bild in Text und Ton! 🙂 Das sind für mich ganz neue Facetten dieser weltoffenen Hafenstadt, die ich nur von Besuchen bei der Verwandtschaft kenne. Die gradlinige Offenheit ohne viel Schnickschnack und Drumherumgerede ist mir allerdings auch da schon aufgefallen (manchmal etwas gewöhnungsbedürftig für mich 😉 ).
    Bin schon gespannt auf weitere Reiseetappen!

    Gefällt 2 Personen

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