♫ Д. Шостакович

Der heutige ♫-Beitrag ist dem russischen Komponisten Dmitri Shostakovich gewidmet. Ursprünglich wollte ich dabei lediglich eine besonders schöne Aufnahme einer besonders schönen Sinfonie präsentieren. Immerhin habe ich die ♫-Rubrik genau deshalb eingeführt, weil Musik ja ganz gut ohne Worte klar kommt. Und aus genau diesem Grund gibt es – obwohl dies paradox wirken kann – heute einen etwas umfangreicheren Text.

Bei Dmitri Shostakovich ist oft und ausgiebig von den äusseren Umständen bei der Entstehung seiner Werke die Rede. Das liegt daran, dass man aus verlässlicher Quelle (oft vom Komponisten selbst) viel darüber weiss – aber auch daran, dass diese Umstände wirklich extrem waren. Krieg, Stalin, Sowjet… Diese düsteren Konstanten ziehen sich durch die Lebens- und Werksgeschichte von Shostakovich. Natürlich war der Komponist stark von diesen Einflüssen geprägt. Und zweifellos haben sie in seinen Werken Spuren hinterlassen. Man soll diese Fakten auch nicht unter den Teppich kehren. 

Dennoch finde ich, dass die historischen Fakten wie ein Filter wirken können, der uns daran hindert, die wahre Grösse der Musik von Shostakovich zu erleben. Für mich bedeutet die Musik von Dmitri Shostakovich in erster Linie Schönheit. Es ist eine oft herbe Schönheit. Viel Düsteres. Und es mag durchaus martialische und groteske Stellen geben. Dennoch ist diese Musik geprägt von einem unverwüstlichen Humor und viel Herzenswärme.

Die Schönheit dieser Musik ist vergleichbar mit den Schönheiten der Natur. Auch in der Natur geht ja die Bandbreite weit über das Erwachen heiterer Empfindungen bei der Ankunft auf dem Lande hinaus. In diesem Sinne ist dieser Beitrag eine Einladung, die Musik von Dmitri Shostakovich einfach so zu hören, als würde man ein bisher unbekanntes und unberührtes Land betreten.

Hier also zunächst die besonders schöne Aufnahme einer besonders schönen Sinfonie.
Dmitri Shostakovich • Sinfonie Nr. 15 in A-Dur op. 141
Mariinsky Theatre Orchestra • Valery Gergiev
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Das folgende Werk ist für mich eine der absoluten Sternstunden der Musik. Ich würde sogar so weit gehen, es als meine ‚musikalische Wahlheimat‘ zu bezeichnen.
Dmitri Shostakovich • Violinkonzert Nr. 1 in a-moll op. 77/99 Hilary Hahn • Berliner Philharmoniker • Mariss Jansons
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Und für alle, die jetzt erst so richtig auf den Shostakovich-Geschmack gekommen sind, habe ich hier noch eine besonders gelungene Aufnahme eines der populärsten Werke.
Dmitri Shostakovich • Sinfonie Nr. 7 in C-Dur op. 60
Göteborgs Simfoniker • Leif Segerstam
play-ds-sin7


Der als Titelbild abgebildete Ausschnitt aus der Partitur der Sinfonie Nr. 15 ist bei der Gergiev-Aufnahme ab 41:24 zu hören.
Die handschriftlichen Notizen stammen von Sir Georg Solti.

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